In einem anderen Artikel haben wir bereits beleuchtet, wie kompliziert das Verhältnis zwischen Hollywood-Ikone Burt Reynolds und Regisseur Paul Thomas Anderson war. Beide arbeiteten 1997 für das gefeierte Pornoindustrie-Epos „Boogie Nights“ zusammen, doch die Egos und Sensibilitäten des Altstars und des als Wunderkind gefeierten Jungfilmers standen einander im Weg – und so kam es am Set immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen. Reynolds gab später zu Protokoll, dass er den Film nie gesehen habe und an diesem Zustand auch nichts ändern wolle.
Doch Anderson war nicht der erste Regisseur, mit dem der 2018 verstorbene Schauspieler am liebsten gar nicht erst gedreht hätte. 1987 stand Reynolds für den von Harley Cokeliss inszenierten Actionthriller „Malone“ vor der Kamera, in dem er den titelgebenden CIA-Agenten verkörperte, der sich zur Ruhe setzen will – aber von einem rechtsradikalen Millionär daran gehindert wird.
„Malone“ war ein kommerzieller Flop und wurde mit größtenteils negativen Kritiken abgestraft, doch schon vor seinem Kinostart stand der Film unter keinem guten Stern. Dabei war es anfangs nicht einmal Reynolds selbst, dem der vorgezogene Drehbeginn, das beengte Filmset und ausufernde Dialogzeilen zu schaffen machten. Stattdessen haderte zunächst vor allem sein Co-Star Cliff Robertson (im Film als Widersacher des Titelhelden zu sehen) mit Regisseur Cokeliss und den teils widrigen Arbeitsbedingungen.
In einem Interview erzählte er, wie Reynolds ihm zur Seite gestanden habe (via Far Out Magazine): „Burt wusste, dass das Ganze eskalieren könnte. Er sorgte dafür, dass ich mich auf meine Rolle konzentrieren konnte. Was Burt tat, war eine sehr schöne und notwendige Geste, die mir half, die Szene gut zu spielen.“
Als er mit der Los Angeles Times sprach, offenbarte Reynolds aber, dass auch er so seine Schwierigkeitten mit Cokeliss gehabt hätte – und welche Lehre er aus dieser Erfahrung gezogen hat. „Ich muss anfangen, meine Hausaufgaben zu machen“, so der „Beim Sterben ist jeder der Erste“-Darsteller. „Ich muss mir die Namen von Autoren, Schauspielern und Regisseuren notieren, deren Filme ich mag.“
Steven Spielberg und George Lucas führten Burt Reynolds in die Irre
So habe es sich rückblickend als Fehler herausgestellt, dass er sich nicht sein eigenes Bild von „Black Moon“ gemacht habe, dem vorherigen Film von Cokeliss. Der Actionfilm über ein High-Tech-Auto, in dem Tommy Lee Jones die Hauptrolle spielte und an dessen Drehbuch niemand Geringeres als Genre-Titan John Carpenter beteiligt war, wurde nämlich ebenfalls von der Fachpresse zerrissen.
Doch immerhin hatte Reynolds einen guten Grund, blind an die Fähigkeiten von Cokeliss im Allgemeinen und die Qualität des Vorgängerfilms im Speziellen zu glauben: „Steven Spielberg und George Lucas haben mir gesagt, er sei gut“, so der „Auf dem Highway ist die Hölle los“-Star. Und wenn ein Urteil Gewicht hat, dann natürlich das der beiden damals wohl größten Filmemacher überhaupt!
1984 stand Reynolds übrigens neben Clint Eastwood vor der Kamera – der von dem Ergebnis ganz und gar nicht begeistert war. Mehr erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ziemlich belanglos": Dieser Actionfilm ist einer der Tiefpunkte in der Karriere von Clint Eastwood – die Dreharbeiten waren absolut katastrophal!