„The Sandman“ meldet sich nach beinahe drei Jahren auf Netflix zurück. Aber ist den Serien-Verantwortlichen um Neil Gaiman, David S. Goyer und Allan Heinberg erneut eine so gute Adaption gelungen, wie damals bei der ersten Staffel? Die kurze Antwort: Ja! „The Sandman“ Season 2 ist – zumindest in den ersten sechs Episoden, die wir vorab gesehen haben – eine wirklich gute Adaption und noch viel wichtiger auch wieder richtig gute Serien-Unterhaltung.
Die Handlung von "The Sandman" Staffel 2, Teil 1
Ein Treffen mit seinen Brüdern und Schwestern von den Ewigen sorgt dafür, dass Dream (Tom Sturridge) einen Fehler aus seiner Vergangenheit realisiert: Vor 10.000 Jahren hatte er eine kurze Affäre mit Nada (Umulisa Gahiga), der Königin der Ersten Menschen, doch weil sie sich weigerte, an seiner Seite über das Traumreich zu herrschen, wurde sie in der Hölle eingesperrt (wo Dream sie in Staffel 1 auch schon kurz gesehen hat).
Nun will Morpheus seine ehemalige Geliebte befreien, doch stattdessen erwartet ihn in der Hölle eine teuflische Überraschung: Lucifer (Gwendoline Christie) hat als Höllenfürst hingeschmissen und alle Dämonen und gefangenen Seelen freigelassen. Und weil Dream den Schlüssel zum Höllentor in die Hand gedrückt bekommen hat, muss er nun nach einem geeigneten Nachfolger für Lucifer suchen – ein Job, um den sich zahlreiche Götter, Göttinnen und ähnliche Wesen reißen.
Doch es warten noch andere Abenteuer auf Dream: Seine Schwester Delirium (Esmé Creed-Miles) will nach dem vor langer Zeit verschwundenen siebten Mitglied der Ewigen suchen: ihrem Bruder Destruction (Barry Sloane). Morpheus stimmt zu, schließlich will er ohnehin in der Welt der Lebenden nach Nada suchen. Doch schon bald wird die Suche auch für ihn zu einer sehr persönlichen Angelegenheit...
Hohes Tempo, großer Spaß
„The Sandman“ schließt die Adaption der zehnteiligen Comicvorlage von Neil Gaiman ab und ist somit strenggenommen eine Verfilmung der letzten sieben „The Sandman“-Bände (plus sogar auch noch einem Teil von von Band 3). Allerdings sorgt das nicht dafür, dass die zweite Staffel hoffnungslos überfrachtet ist, vielmehr geht die Adaption wunderbar auf, weil sich die Verantwortlichen auf die wesentlichen Handlungsstränge um Dream konzentrieren.
Dennoch ist das Erzähltempo von „The Sandman“ Staffel 2 im bestmöglichen Sinne rasant und gerade die ersten vier Episoden gehen trotz Laufzeiten zwischen 45 und 60 Minuten wie im Flug vorbei – was auch daran liegt, dass Heinberg und Co. hier erneut jede Menge verrückte Genre-Episoden und Handlungsstränge aneinander reihen und dabei größtenteils auf Erzählkonventionen wie etwa eine menschliche Identifikationsfigur verzichten (ähnlich wie schon bei Staffel 1).
Ein wilder Ritt durch die Genres
So fliegt „The Sandman“ in der zweiten Staffel von dem visuell herausragenden Abstecher in die Hölle direkt weiter zu einem großen Bankett im Traumreich, bei dem sich Figuren wie Odin und Thor, Abgesandte aus dem Feenreich, Repräsentanten von Ordnung und Chaos sowie Dämonen und sogar Engel die Ehre geben (die übrigens zum Ziel eines sehr gelungenen Gags werden).
Es folgt eine sehr amüsante Adaption von William Shakespeares „Ein Mitsommernachtstraum“ mit zahlreichen Meta-Spielereien und dann ein Road-Trip-Abstecher auf die Erde, der schließlich in Episode 5 in einem der schönsten und berührendsten Momente der zweiten Staffel gipfelt.
In der restlichen fünften Episode (mit einem sehr starken mythologischen Einschlag) sowie in Folge 6 (eine Art Historien-Abenteuer) verliert „The Sandman“ Season 2 dann zwar etwas an Schwung, was auch daran liegt, dass Dream hier weniger im Mittelpunkt steht. Trotzdem bleibt die Serie auch in diesen beiden Kapiteln ein echtes Fantasy-Highlight, das schließlich am Ende von Folge 6 zu einem ebenfalls tollen und berührenden (vorläufigen) Finale geführt wird.
Neben Tom Sturridge als Dream und Mason Alexander Park als Desire erweisen sich dabei vor allem die Ewigen-Neuzugänge Esmé Creed-Miles und Barry Sloane als eine echte Bereicherung. Und nachdem sich in Staffel 1 schon der vorlaute Rabe Matthew (im Original gesprochen von Patton Oswalt) als Szenendieb erwies, geht diese Ehre in Staffel 2 an einen anderen tierischen Sidekick, nämlich Barnabas (Steve Coogan), den treuen Hund von Destruction.
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