Es war eine der Sensationen des Jahres für Filmfans: Wie im April 2025 bekannt wurde, bekommt Quentin Tarantinos bisher letzter Film „Once Upon A Time... In Hollywood“ eine Fortsetzung mit dem Titel „The Continuing Adventures Of Cliff Booth“. Der einzige Wermutstropfen: Tarantino führt nicht selbst Regie, sondern sein nicht minder bekannter und talentierter Kollege David Fincher („Sieben“, „Fight Club“). Bei einem Auftritt im Podcast The Church Of Tarantino erklärte Tarantino nun, warum er Fincher seinen Segen gab.
Das liegt zum einen daran, dass Tarantino mit seinem zehnten und letzten Film etwas Neues wagen und keine Fortsetzung drehen will. „Ich liebe das Drebuch, aber ich laufe immer noch auf demselben Pfad, auf dem ich schon unterwegs war“, so Quentin Tarantino. „Es hat mich einfach immer weniger begeistert. Und so habe ich schließlich den Stecker gezogen. Bei diesem letzten Film […] muss ich einfach in unbekannten Gewässern unterwegs sein“. Zudem habe ihm hier eine wirkliche Herausforderung gefehlt.
Mit David Fincher kam dann jedoch ein würdiger Ersatzmann für „The Continuing Adventures Of Cliff Booth“ ins Spiel: „Ich habe das Beste aus beiden Welten“, sagte Tarantino im Podcast zu seinem neuen, alten Job als Drehbuchautor für andere Regisseure (so wie einst auch am Anfang seiner Karriere bei „True Romance“ und „Natural Born Killers“). „Ich habe Brad Pitt. Ich habe meinen Lieblingsregisseur David Fincher. […] Ich finde, dass ich und David Fincher die besten Regisseure sind“, so der Filmemacher in seiner unbescheidenen Art.
Wie viel Tarantino steckt in "The Continuing Adventures Of Cliff Booth"?
Er sei sehr gespannt darauf, was Fincher aus seiner Vorlage mache, erklärte Tarantino weiter. Dass der „Sieben“-Regisseur eines seiner Werke adaptieren wolle, zeige eine Art von Ernsthaftigkeit gegenüber seinem Werk, die man einbeziehen müsse.
In dem Gespräch gab Tarantino weiter zu Protokoll, dass er zwar einer Produzenten von „The Continuing Adventures Of Cliff Booth“ sei und auch als Drehbuchautor bereitstehe, wenn Änderungen oder dergleichen nötig seien: „Wenn sie etwas von mir brauchen, werde ich da sein und es erledigen.“
Gleichzeitig betonte er jedoch auch, dass er die Verantwortung für den Film an Fincher übertragen habe: „Es ist eher so, dass ich David einen gigantischen Roman in Drehbuchform überlassen habe […] Ich habe ihm ein sperriges Ding gegeben, das ich nicht im Geringsten gezähmt habe. Und es ist seine Aufgabe, das einzudampfen.“
Kein Kinostart? Kein Problem!
Außerdem kam Tarantino im Podcast auch noch darauf zu sprechen, dass „The Continuing Adventures Of Cliff Booth“ für Netflix gedreht wird und daher, wenn überhaupt, nur einen sehr kleinen, limitierten Kinostart bekommen dürfte. Das scheint den bekennenden Kinofan Tarantino jedoch – anders als man denken könnte – überhaupt nicht zu stören.
Er könne sich natürlich darüber aufregen und das Netflix-Geschäftsmodell kritisieren, so Tarantino, doch er neige dazu, die Dinge immer positiv zu betrachten – und das Positive für ihn ist in diesem Fall, dass er nicht um den Box-Office-Erfolg seines Films bangen muss:
„Jeder Film, den ich je gedreht habe, alle neun Filme, mussten an den Kinokassen gut abschneiden oder sie hätten einen Makel gehabt, sie wären Flops gewesen. […] Das war immer das Damoklesschwert während der Produktion eines Films.“ In den letzten zehn Jahren sei der Druck, vor allem am Startwochenende gut abzuschneiden, zudem immer größer geworden.
„The Continuing Adventures Of Cliff Booth“ sei nun der mit Abstand größte Film, den er je gemacht habe, so Tarantino. Der Film sei 100 Millionen Dollar teurer als sein bislang größter Film und werde etwa 200 Millionen Dollar kosten. „Aber das Einspielergebnis ist egal. Es ist scheißegal“, erklärte der Filmemacher im Podcast. „[Netflix] schert sich nicht darum. Es ist als würde man das Geld des Casinos verspielen. Das Damoklesschwert, unter dem ich meine gesamte Karriere verbracht habe, existiert hier einfach nicht.“
Ein weiterer Film, den Tarantino wohl niemals realisieren wird, ist sein geplanter „Star Trek“-Film. Scotty-Darsteller Simon Pegg plauderte kürzlich aber immerhin ein paar Details dazu aus:
"Total durchgeknallt": Quentin Tarantinos "Star Trek"-Film wäre der absolute Sci-Fi-Wahnsinn geworden