Als David Frankels „Der Teufel trägt Prada“ rund um „Runway“-Chefin Miranda Priestly (Meryl Streep) und ihrer Assistentin Andrea „Andy“ Sachs (Anne Hathaway) vor 20 Jahren in die Kinos kam, war der Ansturm groß. Weltweit spielte der Film über 326 Millionen ein. Und das mit einem geschätzten Produktionsbudget von 35 bis 41 Millionen Dollar!
Am 30. April startet nun mit „Der Teufel trägt Prada 2“ die Fortsetzung des Kultfilms in den deutschen Kinos. Dieses Mal mit Andy (Anne Hathaway) als leitende Redakteurin beim „Runway“-Magazin. Regisseur David Frankel hat sich vor dem Kinostart mit FILMSTARTS-Autorin Susanne Gietl über ikonische Outfits und überraschende Momente unterhalten. Doch zuallererst wollten wir wissen, welche Herausforderung dieses verspätete Sequel mit sich brachte.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
FILMSTARTS: Das alte Team rund um Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci ist wieder zusammen. Statt Patricia Field hat Molly Rogers das Kostümdesign übernommen. Alles musste wahrscheinlich perfekt sein. Was war die größte Herausforderung für dich?
David Frankel: Der richtige Style! Ich habe zum Glück mit vier sehr modebewussten Filmstars und vielen anderen brillanten Schauspielern zusammengearbeitet, die mit Molly Rogers die Garderobe für jede ihrer Figuren entworfen haben. Ihre Entwicklung zu planen, beispielsweise zu verstehen, woher Andy kommt und wie schnell wir sie glamouröser machen können, war nicht einfach.
Wir wollten Andy nicht jeden Tag in Jeans und einem Schlabberpullover sehen. Es hat einige Zeit in Anspruch genommen, die Hintergrundgeschichte zu entwickeln und zu verstehen, welche Story wir erzählen wollen. Wir hatten Angst, dass wir nicht genug Mode im Film haben, also haben wir eine Montage hinzugefügt, wie sie in Mailand ankommen, um einen kleinen Einblick in die glamourösen Seiten dieses Fashionlebens zu geben.
FILMSTARTS: Welches war das teuerste Kostüm und wie viel war es wert?
David Frankel: Das unbezahlbare Kostüm ist meiner Meinung nach das rote Balenciaga-Kleid, das Meryl bei der Museumsgala trägt. Ich weiß leider nicht, wie viel es kostet. Andy trägt in den Hamptons ein Sommerkleid von Gabriela Hearst, das ziemlich wertvoll sein soll. Alle anderen haben ziemlich spektakuläre Armani-Kleider aus den Archiven getragen. Ich weiß, dass vieles davon wirklich wertvoll war. Und Emily trägt ein Kleid im Trailer, das es nicht mehr in den Film geschafft hat, das Jonathan Anderson für Dior entworfen hatte. Wir hatten dieses Mal die volle Unterstützung aller Modehäuser. Dafür sind wir sehr dankbar. Sie tragen wirklich viel zum Filmerlebnis bei.
FILMSTARTS: Es waren viele Paparazzi am Set. Jeder wollte die Kostüme und die Geschichte wissen. Emily Blunt hat erzählt, dass sie mit Jogginghose zum Dreh kam, damit man auch wirklich kein Kostüm sieht.
David Frankel: Wir haben damit wirklich gekämpft, weil wir nicht damit gerechnet hatten, so sehr im Rampenlicht zu stehen. Als wir den ersten Film gedreht hatten, wusste niemand, was wir vorhatten. Also kam niemand vorbei. Dieses Mal war es vom ersten Tag an für alle Schauspieler etwas ungewohnt, das ihnen so viele Menschen bei der Arbeit zugesehen haben. Glücklicherweise waren sie nur da, um ihre Begeisterung für den Film und ihre Liebe zu den Figuren auszudrücken. Die Energie war unglaublich anregend und hat uns angespornt, ihrem Anspruch gerecht werden zu wollen.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
FILMSTARTS: Wann hast du gedacht, dass alles nur ein Traum sein kann?
David Frankel: Beim Dreh in Mailand! Wir mussten uns wirklich kneifen, um fassen zu können, dass Lady Gaga diesen unglaublichen Song „Runway“ bei uns performt! Alle Schauspieler sind extra ans Set gekommen, um Lady Gaga zu bewundern, selbst wenn sie gar nicht im Drehplan standen. Manchmal kann ich meinen Job einfach nicht fassen.
FILMSTARTS: Wer hatte am meisten Nervenflattern am Set?
David Frankel: Ich war am Set am nervösesten, deshalb habe ich mich sehr bemüht, überhaupt keinen Alkohol am Set zu trinken. Ich hatte den Eindruck, dass die Hauptdarsteller alle recht selbstsicher waren, auch die Nebendarsteller haben ihr Bestes gegeben. Nur George C. Wolfe war schrecklich aufgeregt.
FILMSTARTS: Vielleicht war es auch Ex-Vogue-Chefin Anna Wintour? Schließlich ist die Szene, die mit ihr gedreht wurde, nicht im Film gelandet.
David Frankel: Nein, wir haben die Szene mit Anna nur einmal gedreht. Miranda, Nigel und Andy kommen bei Dior an und begegnen Emily zum ersten Mal. Dann gibt es einen Schwenk von ihnen zu Emily. Wir haben diese Szene als letzte Einstellung mit Anna nachgestellt und sie sagt kurz: „Hallo, Miranda“ oder so ähnlich. Leider hat sie ihren Einsatz verpasst, deshalb ist die Aufnahme unscharf. Aber Anna sollte sowieso nicht im Film vorkommen. Das war nur als Lacher hinter den Kulissen gedacht.
FILMSTARTS: „Der Teufel trägt Prada“ ist ohne den Einfluss von Anna Wintour entstanden. Dieses Mal war sie im Vorfeld der Fortsetzung involviert. Sie hatte beispielsweise einen gemeinsamen Auftritt mit Anne Hathaway bei den Oscars und ein Vogue-Cover-Interview mit Meryl Streep. Wie hat sich der Film dadurch verändert?
David Frankel: Anna Wintour hatte keinen Einfluss auf den Film. Sie ist ein Vorbild für eine Frau in ihren Siebzigern, die immer noch ein einflussreiches Medienunternehmen leitet. Sie hat uns ein wenig bei der Darstellung von Miranda inspiriert, aber Anna war in keiner Weise am Drehbuch oder der Produktion beteiligt. Sie hat es uns beim ersten Mal sicherlich schwerer gemacht, weil sie nicht erfreut war, dass ihre ehemalige Assistentin einen Roman über sie geschrieben hatte, in dem sie als Teufel dargestellt wurde, was ich durchaus verständlich finde. Dieses Mal hat sie erkannt, dass diese Filme eine Hommage sind an die Modewelt, deren Weiterentwicklung und Bewahrung sie mit großem Einsatz vorangetrieben hat.
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FILMSTARTS: Was ist wichtig, wenn man heutzutage Frauen in Machtpositionen zeigt?
David Frankel: Die Darstellung von Frauen in Machtpositionen sollte der Darstellung von Männern in Machtpositionen gleichgestellt sein. Man sollte verstehen, dass sie klug und clever sie sind und auch ihre Verletzlichkeit sehen. Einer der eindrucksvollsten Momente des Films passiert am Ende als Miranda sagt: „Ich liebe meinen Job.“ Das ist eine Art Eingeständnis, das Männer nicht ablegen müssen. Sie müssen sich nicht entschuldigen, wenn sie arbeiten. Miranda steht voll und ganz zu ihrer Arbeit und ist sich aller damit verbundenen Kosten bewusst, aber das ist es ihr wert. Sie würde ihre Arbeit niemals aufgeben.
FILMSTARTS: Meryl Streep war dieses Mal nicht die ganze Zeit in ihrer Rolle, sondern zugänglicher. Was hat sich dadurch verändert?
David Frankel: Einer meiner unvergesslichsten Momente am Set war, als wir die Szene zwischen Miranda, Emily und Andy im Mailänder Hotelzimmer gedreht haben. Wir mussten das Drehbuch etwas kürzen, weil es zu langatmig wirkte. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Meryl Streep in Jeans, T-Shirt und Pullover mit einem Bleistift auf dem Boden lag und mit der Autorin am Drehbuch arbeitete. Das hat mir gezeigt, wie tief und ungeschliffen eine großartige Schauspielerin wie Meryl Streep in ihre Arbeit eintauchen kann.
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