Ist eine Neuverfilmung der „Harry Potter“-Romane nur rund 15 Jahre nach dem Kinostart von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ überhaupt nötig? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Ein Punkt, der für eine Neuauflage spricht, ist die Adaption als Serie: In einer ganzen Staffel hat man mehr Zeit, den Inhalt eines Buches zu erzählen, als in einem Film. In den Kinofilmen weggelassene Handlungen und Figuren wie zum Beispiel Poltergeist Peeves könnten nun also Eingang finden – darauf freut sich auch Chris Columbus, Regisseur der ersten beiden „Harry Potter“-Filme. Doch er übt auch Kritik.
Hatte Chris Columbus erst kürzlich noch recht neutral von einem nostalgischen „Deja vu“-Gefühl angesichts der inoffiziellen Setbilder von den Dreharbeiten in London gesprochen, gab er nun im Podcast The Rest Is Entertainment weiteren Kontext zu diesem Gefühl. Und klingt dabei schon deutlich kritischer.
"Es ist mehr vom Gleichen"
Er habe online die Aufnahmen von Nick Frost als Hagrid mit dem neuen Harry Potter gesehen und festgestellt: „Er trägt das exakt gleiche Kostüm, das wir für Hagrid entworfen haben. Ein Teil von mir hat sich gefragt: ‚Was ist der Sinn?‘ Ich dachte, alles [in dieser HBO-Serie], die Kostüme und alles, wird anders. Aber es ist mehr vom Gleichen.“
HBO
Insgesamt sei er der neuen Serie weiterhin wohlgesonnen, auch wenn er kein Teil davon sein wolle, wie Columbus wiederholt betont hat. Dass man sich nah an der von ihm gestarteten Kult-Filmreihe orientiere, sei immerhin auch eine Art Verneigung: „Es ist sehr schmeichelhaft für mich, weil es eben exakt das Hagrid-Kostüm ist, das wir entworfen haben. Es ist also auch ein bisschen aufregend für mich. Ich bin gespannt zu sehen, was sie damit machen. Aber teilweise ist es einfach eine Art Deja-Vu, alles noch mal von vorne.“
Chris Columbus hat mit "Harry Potter" abgeschlossen
Eifersüchtig, dass es jetzt schon ein Remake des Stoffes gebe, sei er aber nicht. „Darüber bin ich längst hinaus“, so Columbus. „Ich habe es gemacht. Ich habe das alles schon gemacht, es ist Zeit, weiterzuziehen.“ Er sei kein großer Freund von Franchises. Deshalb habe er damals nicht den zweiten „Gremlins“-Film gemacht. Und auch bei „Harry Potter“ führte er nur Regie bei „Harry Potter und der Stein der Weisen“ und „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ und war bei „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ noch als Produzent an Bord. „Ich bin wirklich stolz auf die Filme, die ersten drei, an denen ich beteiligt war, und jetzt ziehe ich weiter.“
Die erste Staffel der neuen „Harry Potter“-Serie mit Dominic McLaughlin als Harry, Arabella Stanton als Hermine und Alastair Stout als Ron startet 2027 auf HBO Max. Wen ihr dann als Ron Weasleys Geschwister sehen werdet, erfahrt ihr hier:
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