Vorsicht, Spoiler zur fünften Folge von „Alien: Earth“! Ausgangspunkt des Serienablegers zum legendären Sci-Fi-Franchise ist der Absturz der USCSS Maginot in der vom Konzern Prodigy kontrollierten Stadt New Siam. Nachdem in Folge 1 bislang nur angedeutet wurde, wie es zu dem Unglück kam, springt Episode 5 nun noch einmal in der Zeit zurück und zeigt uns, was genau an Bord des Raumschiffs, das fünf brandgefährliche Alien-Spezies transportiert hat, vor seinem Crash passiert ist.
Mit stilsicherem Retro-Look sowie Ausstattung und Designs, die stark an die Nostromo aus „Alien“ angelehnt sind, wandelt Serien-Schöpfer Noah Hawley, der die Folge auch inszeniert hat, nostalgisch auf den Spuren des allerersten „Alien“-Films und fängt dessen Atmosphäre 46 Jahre später perfekt ein. Und wie einst das revolutionäre Werk von Ridley Scott kommt auch „Alien: Earth“ hier mit einem überraschenden Twist um die Ecke.
Die Wahrheit hinter dem Absturz der USCSS Maginot
Sah es bislang so aus, als wäre die Maginot nur zufällig in New Siam abgestürzt und als wäre es somit nur Glück gewesen, dass Prodigy die brisante Fracht des Konkurrenz-Unternehmens Weyland Yutani in den Schoß gefallen ist, werden wir in Folge 5 eines Besseren belehrt. Wunderknabe und Prodigy-Chef Boy Kavalier (Samuel Blenkin) hat in Wahrheit offenbar von der Weyland-Yutani-Mission gewusst und ein Besatzungsmitglied bestochen, damit dieses den Flug sabotiert und dafür sorgt, dass die Maginot in der Prodigy-Stadt zu Boden geht, sodass Boy Kavalier die Kreaturen in seine Finger bekommt.
Gerade für einen als Genie geltenden Firmenboss wie Boy Kavalier mutet das Ganze jedoch wie ein sehr riskanter Plan an, bei dem viel hätte schiefgehen können. Doch genau diese rücksichtslose Idiotie war offenbar eine ganz bewusste Entscheidung beim Schreiben der Geschichte, um Parallelen zu heutigen Tech-Konzern-Führern herzustellen, wie Noah Hawley im Interview mit dem Hollywood Reporter erklärte.
Das hat es mit Boy Kavaliers riskantem Plan auf sich
„Wenn ich mir unsere heutigen Tech-Milliardäre anschaue, denke ich nicht, dass diese einen sorgfältig ausgearbeiteten Masterplan aushecken“, so Hawley. „Ich glaube, es gibt jede Menge ADHS-Milliardäre mit Impulskontrollproblemen. Und wir neigen immer dazu, unserer Fiktion eine gewisse Logik aufzuzwingen, die im echten Leben gar nicht gilt.“
Indem er Boy Kavalier bereits stärker in die Geschichte der Maginot einbringt, rückt Noah Hawley die verschiedenen Handlungsstränge darüber hinaus noch enger zusammen. Außerdem deutet er hier die (bewusst nicht sonderlich komplexe Motivation) für das Handeln des Tech-Visionärs an, der seine Rivalen zwar um jeden Preis ausstechen und an den außerirdischen Organismen herumexperimentieren will, dabei aber – anders als zunächst vermutet – längst nicht den ganz großen Durchblick zu haben scheint:
„Für mich ist es eine Möglichkeit, alles miteinander zu verknüpfen“, führte Hawley dazu weiter aus. „Und im weiteren Verlauf der Staffel sehen wir, dass das Wunderkind in Wirklichkeit kein besonders bedachter oder berechnender Typ ist. Er hat all diese Ideen. Er verfolgt sie alle gleichzeitig. Und er ist noch nie gescheitert. Also glaubt er, Scheitern sei unmöglich. Er versucht gerade, sein Unsterblichkeitsprodukt [die Mensch-Synth-Hybriden] auf den Markt zu bringen – warum sollte er also diesen anderen Kram machen? Er denkt: ,Oh, ich kann einfach alles schaffen.‘“
Anspielung auf Elon Musk und Co.
Auch das sei eine Allegorie auf die Hybris schwerreicher Geschäftsmänner der Gegenwart, wie der Serienmacher gegenüber The Hollywood Reporter noch mal eindeutig bestätigte: „Es ist auf einer bestimmten Ebene ein Kommentar zum Übermut, den wir um uns herum sehen – bei Leuten, die glauben, sie könnten ins All fliegen, das Reisen neu erfinden, in der Erde bohren und in die Politik gehen. Sie tun all das gleichzeitig und nichts davon unbedingt besonders gut.“
Boy Kavaliers Übermut könnte ihm jedenfalls in den drei verbleibenden Folgen der ersten „Alien: Earth“-Staffel letztlich zum Verhängnis werden, wie nicht zuletzt ein Blick in den offiziellen „Alien“-Kanon zeigt. Wie sich die Serie hier einfügt, verrät euch der folgende Artikel:
Bricht "Alien: Earth" mit dem "Alien"-Kanon? So passt die Serie in das legendäre Sci-Fi-Horror-Franchise*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.