Kleiner Cast, großes Schauspiel auf stark begrenztem Raum und mit einer bedrohlichen und doch erotisch aufgeladenen Atmosphäre – so ließe sich Matthias Luthardts („Pingpong“) Quasi-Kammerspiel „Luise“ grob umreißen. Das klingt spannend und intensiv? Ist es auch, wie ihr am Abend erstmals im Free-TV sehen könnt. Der Verfasser dieses Artikels empfiehlt euch, einzuschalten.
„Luise“ läuft am heutigen 12. September 2025 um 22.30 Uhr auf arte. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 24. auf den 25. September um 1.20 Uhr. Zudem steht der Film schon jetzt als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung, sowie alternativ als DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand:
Der Schrecken des Krieges als Kammerspiel
Das Skript von Sebastian Bleyls („Fado“) ist inspiriert von der erstmals 1922 veröffentlichten Novelle „Der Fuchs“ des britischen Schriftstellers D.H. Lawrence („Lady Chatterleys Liebhaber“). Wobei Bleyl und Regisseur Matthias Luthardt nur einige Motive übernehmen, um ihre eigene Geschichte zu erzählen – ähnlich wie die 1967 entstandene, sehr stark von der Vorlage (als auch von „Luise“!) abweichende oscarnominierte und mit einem Golden Globe prämierte Spielfilmadaption „The Fox“ von Mark Rydell.
Zunächst erinnert „Luise“ natürlich unweigerlich an den im Jahr zuvor veröffentlichten „Im Westen nichts Neues“ von Edward Berger. Der Schauplatz, die Umstände und der Zeitraum der Handlung weisen klare Parallelen auf. In Bezug auf Machart und Präsentation könnten die beiden Titel jedoch kaum unterschiedlicher sein. Während Berger in seinem Netflix-Spektakel das große Geschirr auffährt und uns als Publikum mitten aufs Schlachtfeld des größten und schrecklichsten Krieges zerrt, den die Menschheit bis dato erlebt hatte, zeigt Luthardt uns ein viel intimeres, dabei kaum weniger intensives Kammerspiel vor demselben historischen Hintergrund.
Das Ganze lebt dabei sehr stark von den Auftritten der Besetzung. Christa Théret („Zwischen den Zeilen“), Leonard Kunz aus der „Das Boot“-Serie und Aleksandar Jovanovic („Lieber Kurt“) sind allesamt überzeugend, weil enorm authentisch. Es ist aber vor allem Luise Aschenbrenner („Die Herrlichkeit des Lebens“), die das Drama trägt. Nicht nur, dass sie souverän zwischen drei Sprachen (Deutsch, Französisch und Elsässisch) changiert, sie zeigt auch eine enorme Bandbreite an Emotionen – eine Performance und eine Geschichte, die sicher auch bei euch noch eine ganze Weile nachhallen werden.
"Luise": Das ist die Story
1918, kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs: Luise (Luise Aschenbrenner) ist 24 Jahre alt und lebt zurückgezogen auf einem abgelegenen Bauernhof im zu diesem Zeitpunkt noch zu Deutschland gehörenden Elsass. Kürzlich ist ihre Mutter verstorben und sie ist nun komplett auf sich allein gestellt. Eines Tages taucht dann aber die französische Flüchtige Hélène (Christa Théret) auf, die versucht, sich in die Niederlande durchzuschlagen, und sie übergangsweise um Obdach anfleht.
Wenig später steht Hélènes Verfolger, ein verwundeter deutscher Soldat namens Hermann (Leonard Kunz), vor Luises Tür – wie sich herausstellt ein Deserteur, der ebenfalls einen vorläufigen Unterschlupf braucht. Plötzlich sind sie also zu dritt in der kleinen Hütte und es entsteht eine ungewöhnliche Dynamik aus Misstrauen und sexueller Spannung zwischen ihnen. Dieses streckenweise berührende, dann wiederum bizarr anmutende Beziehungsdreieck intensiviert sich noch, als Hermanns Hauptmann (Aleksandar Jovanovic) eintrifft, der sowohl auf der Suche nach Hélène als auch nach seinem abtrünnigen Mann ist …
In wenigen Tagen könnt ihr Hermann-Darsteller Leonard Kunz auch im beeindruckenden „Der Tiger“ im Kino erleben. Im folgenden Artikel informieren wir euch über den Film und halten auch den Trailer für euch bereit:
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