"Wir hatten nie die Gelegenheit, uns hinzusetzen und unser Herz auszuschütten": Darum fehlte dieser "Karate Kid"-Star in "Cobra Kai"
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Oscar-Preisträgerin Hilary Swank kehrte als Einzige nicht ins „Karate Kid“-Universum von „Cobra Kai“ zurück. Die Serienmacher erklären, warum ein geplanter Auftritt am Ende scheiterte.

Mit „Cobra Kai“ gelang Netflix eine der erfolgreichsten Serienfortführungen überhaupt. Die Macher Josh Heald, Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg schafften es, die legendäre Rivalität zwischen Johnny Lawrence (William Zabka) und Daniel LaRusso (Ralph Macchio) über Jahrzehnte hinweg fortzuführen und dabei zugleich eine neue Generation von Figuren einzuführen.

Cobra Kai

Herzstück des Erfolges von „Cobra Kai“ war dabei stets die gelungene Balance zwischen Nostalgie und frischen Ideen: Neben zahlreichen neuen Schüler*innen kehrten auch viele bekannte Gesichter den „Karate Kid“-Filmen zurück – darunter Martin Kove („Rambo 2 - Der Auftrag“) als Schurke John Kreese, Thomas Ian Griffith („John Carpenters Vampire“) als der zwielichtige Terry Silver oder Elisabeth Shue („Leaving Las Vegas“), die als Ali Mills noch einmal ein wichtiges Puzzleteil in der Geschichte von Johnny und Daniel beisteuerte.

Doch trotz all dieser Rückkehrer fehlte bis zum Ende ein Gesicht, das in den 1990ern für einen kurzen Moment im Zentrum der Saga stand: Hilary Swank. Die spätere zweifache (!) Oscarpreisträgerin („Boys Don't Cry“, „Million Dollar Baby“) spielte 1994 in „Karate Kid 4 – Die nächste Generation“ die rebellische Schülerin Julie Pierce, die von Mr. Miyagi (Pat Morita) unter seine Fittiche genommen wurde.

Der Film hatte zwar den Anspruch, die Reihe in eine neue Richtung zu führen, wurde jedoch von Kritik und Publikum weitgehend enttäuscht aufgenommen (20 % bei RottenTomatoes) und gilt bis heute als schwächster Eintrag ins „Karate Kid“-Universum. Ähnlich wie schon „Karate Kid 3“ (1989) wirkte auch dieses Kapitel erzählerisch dünn, sodass es lange Zeit am Rand der Franchise-Historie blieb.

Respektvolle Absage an "Cobra Kai"

Und doch versuchten die „Cobra Kai“-Showrunner von Beginn an, die gesamte ursprüngliche Saga ehren zu wollen – selbst die weniger beliebten Teile. Genau deshalb war es ihnen wichtig, auch Julie Pierce zumindest in irgendeiner Form einzubinden. Josh Heald erklärte es im Interview mit Entertainment Weekly wie folgt:

„Wir haben uns schon in einer sehr frühen Phase vor der finalen Staffel an ihr Team gewandt, um herauszufinden, ob es einen Weg geben könnte.“ Dabei habe es durchaus konkrete Überlegungen gegeben: „Wir hatten die Anfänge einer Idee, wie sie in die Geschichte eingeführt werden könnte, ohne dass sie sich für zehn Episoden verpflichten müsste. Es sollte sich nach einem kurzen Handlungsbogen über ein oder zwei Folgen anfühlen – so ähnlich, wie wir es mit Elisabeth Shue gemacht haben.“

Hilary Swank als Julie Pierce in Sony Pictures / PLAION PICTURES
Hilary Swank als Julie Pierce in "Karate Kid IV".

Der Plan war also, Hilary Swank in einer überschaubaren, aber entscheidenden Rolle auftreten zu lassen, die Beziehungen innerhalb der Geschichte nachhaltig beeinflusst hätte. Doch trotz aller Bemühungen entwickelte sich daraus kein konkretes Engagement. Heald erklärt dazu:

„Von ihrer Seite aus war es sehr respektvoll, aber wir hatten nie die Gelegenheit, uns hinzusetzen und unser Herz auszuschütten, so wie wir es normalerweise tun, wenn wir Figuren aus der Vergangenheit zurückbringen. Sie befand sich einfach in einer Lebensphase, in der sie das nicht wollte. Sie hatte gerade Kinder bekommen, ich glaube, sie war auch in einer anderen Produktion, und so war es eine respektvolle Absage – sogar schon für die Idee eines Treffens.“ Swank habe nicht gewollt, dass das Team umsonst anreist, nur um eine emotionale Bitte vorzubringen, wenn sie selbst zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht bereit gewesen wäre.

Damit blieb Hilary Swank die einzige zentrale, noch lebende Figur aus den Filmen, die in „Cobra Kai“ keinen Auftritt hatte. Ganz abgeschlossen ist die Geschichte des „Karate Kid“-Universums jedoch nicht. Diesen Sommer lief mit „Karate Kid: Legends“ eine neue Kino-Fortsetzung, die das Erbe des Franchise weiterführt.

Hier treffen frische Gesichter auf bekannte Veteranen, während die Reihe zugleich einmal mehr eine Hommage an Pat Morita als unvergesslichen Mr. Miyagi ins Zentrum stellt. Spannend dabei: Die Rolle, die Morita weltberühmt machte, war ursprünglich gar nicht für ihn vorgesehen. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden FILMSTARTS-Artikel.

So anders sollte "Karate Kid" ursprünglich aussehen – mit dieser Kino-Legende als Mr. Miyagi!

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