"Seelisch zerstörend": Aus diesem Grund stand "Harry Potter"-Star Emma Watson seit 7 Jahren nicht mehr vor der Kamera
Alena Martens
Alena Martens
-Freie Autorin
Fiebert seit Jahren leidenschaftlich bei den Oscars und Filmfestivals mit und entdeckt gern uralte sowie brandneue Filmperlen aus aller Welt. Binge Watching bei Netflix muss aber auch sein!

Emma Watson, die mit 10 Jahren als Hermine Granger in „Harry Potter“ schlagartig weltbekannt wurde, hat sich vor Jahren aus der Film-Welt zurückgezogen. Was sie an Hollywood vermisst – und was überhaupt nicht – erzählt sie nun in einem Interview.

Warner Bros. France

„Ich bin so glücklich und gesund wie nie zuvor“, sagt Emma Watson in einem gerade erschienenen Interview mit Hollywood Authentic. In intimem Rahmen spricht sie für das Magazin mit dem befreundeten Filmemacher Hassan Akad und lässt sich von Star-Fotograf und Hollywood Authentic-Gründer Greg Williams beim Pickleball-Spielen ablichten.

Die Schauspielerin hat sich in den letzten Jahren bewusst rar gemacht. Interviews gab es kaum, ihr letzter Film liegt mittlerweile sieben Jahre zurück – 2018 wurden die Dreharbeiten zu Greta Gerwigs „Little Women“ abgeschlossen, in den Jahren zuvor war Watson in Filmen wie „Vielleicht lieber morgen“, „Noah“ und „Die Schöne und das Biest“ zu sehen. Vielbeschäftigt war sie seit „Little Women“ nichtsdestotrotz – unter anderem mit Werbedeals, politischem Aktivismus und ihrem Studium in Oxford.

Watsons Ausnahme-Interview dürfte demnach auf reichlich Interesse stoßen – und einige Fragen beantworten, die sie seit ihrem Rückzug aus Hollywood offengelassen hat.

Ja zur Film-Welt, aber bitte weniger Druck

Den Spaß am filmischen Medium hat Emma Watson nicht verloren – ganz im Gegenteil! Für Prada und Renais (die nachhaltige Gin-Marke, die sie mit ihrem Bruder gründete) hat Watson Werbespots gedreht, vor und erstmals auch hinter der Kamera als Regisseurin. 2022 war sie auch in „Return To Hogwarts“ zu sehen, dem TV-Special zum 20-jährigen „Harry Potter“-Jubiläum – dem Franchise, das sie als Hermine Granger mit gerade einmal 10 Jahren zu internationaler und anhaltender Berühmtheit katapultierte.

Im Mai besuchte Watson zudem das Cannes Filmfestival, um nach eigener Aussage „einfach Filme zu schauen, und in einem Raum voller filmbesessener Menschen zu sein, Teil der Atmosphäre und Gemeinschaft“. Denn die Film-Gemeinschaft schätze sie sehr und wolle, auch wenn sie gerade selber nichts beisteuere, ein Teil dessen bleiben.

Watson betont im Interview jedoch mehrfach, dass sie sich nicht mehr dem in der Glanz-Welt Hollywoods dominierenden Druck in Richtung Produktivität und Performance beugen, sondern „einfach existieren“ wolle. Auch deswegen habe sie Interviews in den letzten Jahren gemieden – weil es stets nur um die Frage gegangen sei, woran sie aktuell arbeite, was als nächstes anstehe.

Sich selbst und das Produzierte zu verkaufen, sei der Part ihres Jobs gewesen, den sie am wenigsten vermisse: „Ich fand das seelisch zerstörend.“ Sie habe lange das Gefühl gehabt, mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig verkörpern zu müssen, gespalten zu sein: „Ich spreche nicht nur von den Rollen, die man spielt, sondern auch von der Last, eine Person in der Öffentlichkeit zu sein, die ständig gepflegt, aufgehübscht und verherrlicht werden muss. Das raubt sehr viel Energie.“

Mut zur Planlosigkeit

Von dem Part, der Emma Watson immer am meisten Spaß gemacht habe – dem Schauspielern selbst – gab es, sagt sie, letztendlich „viel zu wenig“. Das geradezu meditative Abtauchen in einer Rolle, sobald die Kamera läuft, vermisse sie sehr. Eine Rückkehr zu Schauspiel-Jobs in der Zukunft scheint also nicht ausgeschlossen.

Generell scheint sie für viele Richtungen offen zu sein, und den Prozess des Sich-Ausprobierens an sich wertzuschätzen. Auch wenn der Rückzug aus Hollywood viel Kraft und Mut gekostet habe: „Sich von Dingen zu lösen ist schwer. Dinge zu verlassen und nicht weiter zu wissen, ist meiner Meinung nach viel schwerer, als ein Ziel zu haben und jedem genau sagen zu können, was man vorhat. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich oft vor allem Angst. Aber ich bin sehr froh, dass es das Richtige war. Manchmal ist das Schwierige das Richtige, nicht das Leichte.“

Ihre Priorität legt Watson statt konkreter Projekte nun eher darauf, wie sie durch die Welt gehe: Sie wolle „fürsorglich und präsent“ sein. In den letzten Jahren habe sie ein stabiles Umfeld und die Beziehung zu Freunden und Familie noch mal neu schätzen gelernt. Nun gilt für sie, „eine bessere Schwester, Tochter, Freundin, Enkelin zu sein – und erst dann Künstlerin.“

Der „Harry Potter“-Hype setzt sich unterdessen auch ohne Watson fort – dank der kommenden Serienadaption, zu der es die nächsten heißen Besetzungs-Gerüchte gibt:

Die Zauberwelt steht Kopf: Wird Voldemort in der neuen "Harry Potter"-Serie etwa ganz anders sein?

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