"Alien: Earth": Das Ende von Staffel 1 erklärt – und was es für Season 2 bedeutet
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Vom Spurenverwischen mit Dexter bis zu Weltraum-Abenteuern mit Picard. Markus hat ein Herz für Serien aller Art – und schüttet es gern in Artikeln aus.

Nach acht Folgen ist die erste Staffel von „Alien: Earth“ nun auf Disney+ zu Ende gegangen. Wir nehmen das Seasonfinale der Sci-Fi-Horror-Serie einmal genauer unter die Lupe, lässt es doch die Tür für eine zweite Staffel aus Story-Sicht weit offen.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Es kam, wie es kommen musste, wenn man sich fünf der tödlichsten Alien-Spezies ins Haus holt, um an ihnen herumzuexperimentieren: Auf der Prodigy-Forschungsinsel Neverland ist völliges Chaos ausgebrochen und in „Alien: Earth“ ist am Ende der ersten Staffel somit nichts mehr, wie es am Anfang war. Wir spekulieren, wie das den Weg für eine potentielle zweite Season ebnen könnte.

Die Hybris des selbstverliebten Prodigy-Chefs Boy Kavalier (Samuel Blenkin) wurde dem Wunderkind schließlich zum Verhängnis. Das Aufeinandertreffen der gefährlichen Kreaturen aus dem All und seiner eigenen Hybrid-Schöpfungen erwies sich letztlich als verheerende Kombination. Unter Führung von Wendy/Marcy (Sydney Chandler) haben sich die in synthetische Körper verpflanzten Kinder letztlich gegen ihren Schöpfer aufgelehnt, der sie ohnehin nur manipuliert und in ihnen Spielzeuge und Produkte auf dem Weg zur Unsterblichkeit gesehen hat.

Mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten war es für Wendy ein Leichtes, die Kontrolle über Neverland zu übernehmen. Schließlich kann sie nicht nur alle Geräte steuern, die mit dem Netzwerk der Forschungseinrichtung verbunden sind – wozu etwa auch Boy Kavaliers Bodyguard/Berater/Ziehvater Atom Eins (Adrian Edmondson) gehört, bei dem es sich in Wahrheit um einen Androiden handelt. Auch hat ihr die Kommunikation mit dem Xenomorph einen mächtigen Verbündeten an die Seite gestellt, mit dem sie sich durch die Soldat*innen von Prodigy und Weyland Yutani geschnetzelt hat.

Darum lacht Boy Kavalier im "Alien: Earth"-Staffelfinale

„Jetzt sind wir am Zug“, sagt Wendy in der letzten Szene dann selbstbewusst, wobei das im englischen Original geäußerte „Now we rule“ (zu Deutsch: „Jetzt herrschen wir.“) sogar noch etwas kraftvoller und bedrohlicher wirkt. Das sorgt dann sogar beim überrumpelten und eingesperrten Boy Kavalier trotz seiner misslichen Lage für ein freudiges Lachen. Schließlich haben Wendy und die anderen Hybride damit seine kühnsten Erwartungen an sie sogar übertroffen und seine geliebte „Peter Pan“-Allegorie zur Vollendung gebracht.

Oder wie es Boy-Kavalier-Darsteller Samuel Blenkin im Interview mit Variety selbst auf den Punkt gebracht hat: „Wendy sagt, dass die Verlorenen Jungs erwachsen werden und Nimmerland verlassen müssen, um ein sinnvolles Leben zu führen. Es ist die Tatsache, dass das Buch, das er so sehr liebt, im wirklichen Leben wahr wird – und gleichzeitig ist er auch irgendwie stolz auf sie.“ Einmal mehr zeigt sich hier seine Selbstverliebtheit, da seine Kreation in seinen Augen genau das macht, wovon er geträumt hat: ihn herausfordern.

Die Lage ist alles andere als unter Kontrolle

Wendy allerdings hat trotz ihrer jetzt so überlegen wirkenden Position die Lage weit weniger unter Kontrolle, als sie vielleicht denkt. Die Xenomorphe mögen zwar nach ihrer Pfeife tanzen, das kaum minder gefährliche Pflanzenmonster und das hochintelligente Tentakelauge sind jedoch auf freiem Fuß. Gerade Letzteres dürfte nun zu einer noch größeren Gefahr werden, nachdem es mit der Leiche von Arthur (David Rydahl) nun erstmals einen menschlichen Körper übernommen hat.

Hinzu kommt, dass das Prodigy-Konkurrenzunternehmen Weyland Yutani, das die fünf außerirdischen Wesen ursprünglich aus den Tiefen des Weltraums beschafft hat, jetzt mit einer großen Armee auf Neverland anrückt – die selbst für die vereinten Hybride und ihre Xenomorph-„Haustiere“ schwer zu besiegen sein dürfte. Passend dazu erklärte „Alien: Earth“-Schöpfer Noah Hawley gegenüber TVLine zum Finale, dass Wendy trotz ihrer neuen Machtposition keineswegs sicherer sei: „Je mehr Macht du hast, desto mehr Leute haben es auf dich abgesehen.“

Zugleich sei sie wegen ihrer eigenen Unerfahrenheit und ihren bevorstehenden Plänen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, auch eine große Bedrohung für die Welt, wie Wendy-Darstellerin Sydney Chandler im Gespräch mit Collider anmerkte. Wendys bevorstehendes Handeln, das wohl über die Grenzen von Neverland hinausreichen dürfte, könnte tatsächlich das Schicksal des Planeten in Gefahr bringen, gerade mit ein paar hungrigen Aliens im Gepäck.

Noah Hawley möchte noch viele weitere "Alien: Earth"-Staffeln machen

Hawley teaserte schon, dass potentielle weitere Staffeln (von denen er bei entsprechendem Erfolge gerne viele machen würde) größere Ausmaße annehmen könnten, die Alien-Bedrohung also nicht mehr nur auf ein Labor oder eine Insel beschränkt wäre. Gleichzeitig steht er natürlich weiterhin vor der Schwierigkeit, den bisherigen Kanon des „Alien“-Franchises zu ehren, in dem zumindest die breite Öffentlichkeit nicht von einem Besuch der fremden Wesen auf der Erde weiß.

Wie er das bewerkstelligt, würde dann eine Fortsetzung zu „Alien: Earth“ zeigen – die bislang allerdings noch kein grünes Licht hat. Prominente Befürworter gäbe es dafür aber offenbar schon einige, wie etwa Lobeshymnen von Stephen King oder auch „Alien“-Ikone Sigourney Weaver zeigen:

Sigourney Weaver schwärmt von "Alien: Earth": "Ich kann nicht glauben, dass das Fernsehen ist"
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