"Ich hoffe immer, dass er mich anruft": Mit diesem Meisterregisseur möchte Kevin Spacey unbedingt zusammenarbeiten
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Kevin Spacey bastelt nach seinem Freispruch Mitte 2023 weiter an seinem Kino-Comeback. Auf dem Lucca Filmfest präsentierte der gefallene Star jüngst sein neuestes Werk – und verriet, mit welchem Regie-Visionär er am liebsten einen Film drehen würde.

Netflix

Vor zweieinhalb Jahren hat ein Londoner Gericht den früheren Film- und Serien-Star Kevin Spacey („House Of Cards“) im Strafprozess um angebliche sexuelle Übergriffe freigesprochen. Die Geschworenen befanden den zweifachen Oscar-Preisträger („Die üblichen Verdächtigen“, „American Beauty“) in allen Anklagepunkten für nicht schuldig. Seither werkelt Spacey vehement an seinem Comeback.

Mit dem historischen Thriller „1780“ hat der 66-Jährige aktuell ein neues Projekt in den Startlöchern, für den es aber noch keinen deutschen Veröffentlichungstermin gibt. Und scheinbar plant Spacey auch darüber hinaus alles andere als seinen Ruhestand, denn es gibt eine Reihe von Regisseur*innen, mit denen er sich eine Kollaboration wünscht. Darunter befindet sich auch einer der größten Filmemacher der Kinogeschichte!

Dank an Italo-Western-Legende

Ende September zeigte sich Spacey beim italienischen Lucca Film Festival, bei dem „1780“ Weltpremiere feierte. Gleichzeitig erhielt er einen Preis für sein Lebenswerk. Spacey und Italien – das ist eine ganz besondere Beziehung. Denn in Italien gewährt man dem Darsteller seit vielen Jahren und im Gegensatz zu Hollywood immer wieder Chancen, im (zumindest europäischen) Filmgeschäft Fuß zu fassen.

1780
1780
Von Dustin Fairbanks
Mit Kevin Spacey, DJ Qualls, R. Keith Harris

2021 drehte Italo-Western-Legende Franco Nero („Django“) mit Spacey in der Hauptrolle das Drama „L’Uomo Che Disegnò Dio“. Es war seine erste große Rolle nach über vier Jahren und nachdem die Vorwürfe der sexuellen Belästigung Ende 2017 erstmals aufgekommen waren. Entsprechend verbunden zeigte er sich gegenüber Nero für dessen Unterstützung in jener Zeit (via Worldofreel): „Ich bin Franco dankbar. Er rief mich an, als niemand mit mir zusammenarbeiten wollte, und sagte, dieser Film sei erst der Anfang.“ Ob dies wirklich erst „der Anfang“ war und der Darsteller künftig mit weiteren prominenten Regisseuren und Kollegen kollaborieren, bleibt abzuwarten.

"Guadagnino, Sorrentino, Rohrwacher – und Scorsese"

Sicher ist sich Spacey allerdings in der Auswahl seiner favorisierten Filmschaffenden. Auf die Frage, mit welchen Regisseur*innen er gerne in Zukunft zusammenarbeiten möchte, antwortete er: „Luca Guadagnino, Paolo Sorrentino, Alice Rohrwacher.“ Und ergänzte: „Ich nehme auch Martin Scorsese mit auf die Liste – ich hoffe immer, dass er mich anruft.“

Martin Scorsese gehört seit Jahrzehnten zu den renommiertesten, einflussreichsten Regisseuren der Traumfabrik, der mit Meisterwerken wie „Taxi Driver“, „GoodFellas“ und „Shutter Island“ Filmgeschichte schrieb. Der Regie-Visionär und Spacey? Das wäre, zumindest vor 2017, für viele Filmfans vermutlich eine Traum-Kombination gewesen.

In jedem Fall eine Traum-Kombi: Spacey in David Finchers legendärem Kult-Thriller Warner Bros. / Universal Pictures
In jedem Fall eine Traum-Kombi: Spacey in David Finchers legendärem Kult-Thriller "Sieben"

Laut eigener Aussage wird Spacey in Kürze nach Rom weiterreisen, um dort den von Klassikern wie „Angel Heart“ und „Im Auftrag des Teufels“ inspirierten Film „The Contract“ zu drehen. Wie im Fall von „1780“ steht allerdings auch bei der italienischen Produktion noch nicht fest, wann – und ob – der Film jemals auf der großen Leinwand zu sehen sein wird.

Spaceys Karriere erlitt vor genau acht Jahren im Zuge der #MeToo-Debatte aufgebrachten Vorwürfe Schiffbruch. Seine Agentur trennte sich kurz darauf von ihm, dann warf Netflix ihn aus der Erfolgsserie „House Of Cards“. In Deutschland war der Schauspieler zuletzt im Action-Thriller „Baby Driver“ (2017) im Kino zu sehen.

Vor genau 25 Jahren feierte Spacey mit Sam Mendes‘ Vorstadtsatire „American Beauty“ einen seiner größten Film-Hits – und einen absoluten Überraschungserfolg. Bei den Oscars 2000 setzte sich die Indie-Produktion, noch dazu ein Debütwerk, nämlich gegen bärenstarke Konkurrenz durch. Einer der größten Regisseure aller Zeiten bezeichnet diesen Umstand gar als absoluten „Gamechanger“:

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