Nicht jeder Film, der heute Kultstatus genießt, wurde von Anfang an gefeiert. Manche Produktionen mussten erst viele Jahre überstehen, bis sie von Fans neu entdeckt wurden, obwohl sie bei ihrer Veröffentlichung als große Enttäuschung galten.
Zu diesen Filmen gehört auch „Howard the Duck“. Die Marvel-Verfilmung aus dem Jahr 1986, produziert von George Lucas, zählt heute zu den bekanntesten Kult-Flops überhaupt. Hauptdarsteller Tim Robbins erinnert sich nun daran, dass ihn bereits am ersten Drehtag ein ungutes Gefühl beschlich.
Das Problem: Eine niedliche Ente
Im Podcast „The Joe Rogan Experience“ erzählte Robbins, dass ihm sofort klar gewesen sei, dass der Film Probleme bekommen würde. Ausschlaggebend sei ausgerechnet die Figur Howard gewesen: Als er die animatronische Ente zum ersten Mal sah, sei sie ihm viel zu niedlich erschienen. Im Vergleich zur bissigen Comic-Vorlage habe der Charakter jede Schärfe verloren. „Ich wusste, dass wir ein Problem hatten. Die Puppe war noch nicht fertig. Sie war ein bisschen zu niedlich. Wenn man sich den Comic ansieht, war Howard the Duck nicht annähernd so niedlich.“ Robbins erinnert sich, sein erster Gedanke sei gewesen: „Uh-oh.“
Der Schauspieler betonte zugleich, dass er großes Mitgefühl für die Puppenspieler und das Team hinter den Spezialeffekten gehabt habe. Alle hätten ihr Bestes gegeben, doch die damalige Technik sei den enormen Anforderungen schlicht nicht gewachsen gewesen. Das Problem seien nicht die Menschen hinter der Puppe gewesen, sondern die Mechanik selbst.
Trotz des späteren Misserfolgs bereut Robbins seine Teilnahme an dem Film nicht. Schließlich sei es damals ein Traum gewesen, für George Lucas zu arbeiten. Außerdem habe ihn ein weiterer Film fast zeitgleich vor negativen Auswirkungen auf seine Karriere bewahrt: „Five Corners“ mit Jodie Foster und John Turturro verschaffte ihm kurz nach „Howard the Duck“ eine deutlich bessere Ausgangslage in Hollywood. „Ich hatte diesen Film also bereits abgedreht, als ‘Howard the Duck’ ins Kino kam, und das hat mir irgendwie den Hintern gerettet.“
„Howard the Duck“ spielte seine hohen Produktionskosten seinerzeit nicht wieder ein und wurde von Kritikern verrissen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich rund um den Film allerdings ein kleiner Kult. Viele Fans betrachten ihn heute mit deutlich mehr Wohlwollen als noch bei seinem Kinostart. Tim Robbins' Erinnerungen zeigen jedoch, dass zumindest ein Beteiligter das drohende Desaster schon erkannte, bevor die Kameras überhaupt richtig zu laufen begannen.
Weitaus dramatischer waren die Auswirkungen eines Kinoflops aus den 90er-Jahren. Ein Abenteuerfilm sorgte für das Aus eines ganzen Studios. Um welchen Film es sich handelt, erfahrt ihr hier:
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