Diese Mittelalter-Serie bekommt noch bessere Bewertungen als "Game Of Thrones" – bei Netflix könnt ihr alle Folgen streamen!
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Wer auch Jahre nach dem eher durchgewachsenen Ende von „Game Of Thrones“ eine neue epische Serie sucht, landet früher oder später bei „The Last Kingdom“. Kaum eine Mittelalter-Saga wird so gefeiert – und das hat gute Gründe.

Game Of Thrones“ galt in den 2010er-Jahren als unantastbarer Seriengigant, an den kaum eine andere Fantasy-Serie heranreichen konnte (nicht umsonst handelt es sich bei dem Westeros-Epos für die FILMSTARTS-Community noch immer um die beste Serie aller Zeiten). Nach den schwächeren letzten Staffeln und dem komplett niederschmetternden, enttäuschenden Finale musste man aber nicht lange suchen, um eine Alternative zu finden, die mit der HBO-Produktion mindestens mithalten konnte, wenn sie nicht sogar qualitativ noch ein kleines Stückchen besser war:

Die 2015 gestartete Netflix-Serie „The Last Kingdom“ trumpfte mit einem qualitativ anspruchsvollen historischen Setting, rauen Charakteren und einer packend inszenierten Story voller politischer Intrigen auf. Über fünf Staffeln hinweg unterhielt die Romanadaption Wikinger- und Geschichtsfans, aber auch aktuelle und ehemalige „Game Of Thrones“-Zuschauer. Damals wie heute lohnt sich ein genauer Blick auf die britische Wikinger-Serie, die bei manchen Zuschauer*innen sogar einen noch besseren Gesamteindruck hinterlassen hat als „GoT“.

Ein Epos zwischen Glauben, Blut und Identität

Mittelalterserien auf den Streamingdiensten gibt es natürlich viele – „Vikings“, „Knightfall“, „Die Tudors“ –, doch kaum eine findet so elegant ihren eigenen Ton wie „The Last Kingdom“. Die Serie basiert auf Bernard Cornwells Romanreihe „The Saxon Stories“ und versetzt das Publikum ins 9. Jahrhundert – eine Zeit, in der sich Angelsachsen, Dänen und Wikinger Machtkämpfe liefern und das spätere England erst allmählich seine Form annahm. Cornwell, der selbst Militärgeschichte studiert hat, erschafft eine Realität, die zugleich archaisch, brutal und faszinierend ist.

Dieser historische Rahmen macht die Serie nicht nur bildgewaltig, sondern auch ungewöhnlich geerdet: keine Drachen, keine Magie, keine Fantasy-Elemente – dafür raue Lebensbedingungen, Intrigen und echte Geschichte. Also all das, wofür bereits die ersten Staffeln „Game Of Thrones“ gelobt wurden. Im Mittelpunkt steht der Krieger Uhtred von Bebbanburg (auch Osbert oder Uhtred Ragnarson), ein Angelsachse, der als Kind von Wikingern entführt und großgezogen wird. Diese doppelte Herkunft stürzt ihn immer wieder in innere Konflikte. Und so muss er über fünf Staffeln hinweg herausfinden, wohin er eigentlich hingehört. Ist er Sachse, Däne, beides zugleich oder gar nichts davon?

Alexander Dreymon, der deutsche Schauspieler hinter der Figur, füllt diesen Zwiespalt intensiv aus. Er verleiht Uhtred aber auch einen gewissen Charme und eine Nahbarkeit, die der eher kühle „Game Of Thrones“-Hauptcharakter Jon Snow nicht ausstrahlen konnte. Viele Kritiker*innen und Fans sehen in Uhtred sogar einen der stärksten Heldenfiguren der modernen Serienlandschaft.

Warum "The Last Kingdom" punktet, wo "Game of Thrones" schwächelt

Die Begeisterung rund um die Serie ist dabei nicht bloß Fan-Hype. Auf Rotten Tomatoes erzielt „The Last Kingdom“ mit 91 Prozent Kritiker- und 95 Prozent Zuschauerwertungen sogar einen höheren Score als „Game Of Thrones“ (Kritiker 89, Zuschauer 85 Prozent auf Rotten Tomatoes).

Und das überrascht nicht: Während HBOs Mega-Produktion zuletzt durch ihren umstrittenen Schlussakt polarisierte, behält „The Last Kingdom“ eine klare erzählerische Linie. Die Geschichte konzentriert sich auf die politischen und militärischen Umbrüche, die zur Einigung Englands führten. Das macht die Handlung zwar gradliniger – aber eben auch fokussierter.

Natürlich existieren aber auch gravierende Unterschiede zu „Game Of Thrones“. Das Fantasy-Epos verführt mit politischer Komplexität, gigantischen Schlachten und ikonischen Schurken, während Netflix stärker auf persönliche Entwicklung, Glaubenskonflikte und eine realistische Darstellung setzt. Mittelalter- und Serien-Fans, die es etwas bodenständiger mögen, schwärmen auch Jahre nach dem Ende von „The Last Kingdom“ (und seiner Spielfilm-Fortführung) von zeitloser Mittelalter-Unterhaltung mit Herz.

Falls ihr übrigens auch eine Alternative zu „The Walking Dead“ haben wollt, dann lest direkt im nachfolgenden Artikel weiter:

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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