Sylvester Stallone steht für waschechtes „Männer-Kino“ – oder das, was man vor allem in den 80er-Jahren eben dafür hielt. Mit großen Muskeln, flotten Sprüchen und heldenhaften Underdog-Geschichten sowie Einer-gegen-alle-Actionern lockte er einst die Massen in die Kinos. Doch Stallone ist nicht nur Rocky Balboa oder John Rambo, sondern eben auch Lincoln Hawk – in „Over The Top“, der Klischees um das, was man einst als Männlichkeit verstand, nicht einfach nur für sich nutzt, sondern regelrecht zelebriert.
In „Over The Top“ steigt ein Roadtrip, der mit Benzin, Testosteron und Vaterliebe betrieben wird – eine der größten Produktionen in der Geschichte der legendären B-Action-Schmiede Cannon Films, die im Kino zwar gnadenlos floppte (und damit auch den Untergang des Studios einläutete), heute aber dennoch völlig zu Recht Kultstatus genießt. Das Problem: Der Klassiker des einstigen Cannon-Chefs Menahem Golan, der „Over The Top“ nicht nur als Produzent auf den Weg brachte, sondern obendrein auch höchstselbst inszenierte, verschwand in den vergangenen Jahren immer mehr aus den Regalen der Händler. Dementsprechend überfällig ist die am 4. Dezember erscheinen Neuauflage (sogar inklusive 4K!) ...
... doch wer keine Lust hat, für den alten Schinken derartige Unsummen auszugeben, wird heute im TV-Programm fündig. Denn Kabel Eins zeigt „Over The Top“ am heutigen 26. November ab 20.15 Uhr. Dank FSK-12-Freigabe sogar in der ungekürzten Version!
"Over The Top": Muckis, Trucks & Vater-Sohn-Probleme
Ausnahmsweise hangelt sich Sylvester Stallone in „Over The Top“ mal nicht von einer Ballerorgie in die nächste, sondern schwört – ähnlich wie in „Rocky“ – auf reine Muskelkraft, wenn auch nicht im Boxring. Während sich Lincoln Hawk als Truckfahrer gerade so über Wasser hält, verdient er sich nämlich in Armdrück-Wettbewerben regelmäßig etwas dazu. Und das sogar so erfolgreich, dass er nun ganz nach oben will.
Denn irgendwann genügt es ihm nicht mehr, betrunkene Biker in abgeranzten Autobahnraststätten abzuziehen. Er will die Nummer 1 werden und macht sich deswegen mit seinem Stahlkoloss auf zur Weltmeisterschaft. Auf dem Weg dorthin bekommt er es allerdings mit so einigen Herausforderungen zu tun. Ausgerechnet jetzt meldet sich nämlich seine im Sterben liegende Ex Christina (Susan Blakely), die ihn bittet, ihren gemeinsamen Sohn auf die Reise mitzunehmen. Doch den hat Lincoln seit seiner Geburt vor vielen Jahren nicht mehr gesehen…
Sympathisch, naiv, spaßig und mit einem Soundtrack für die Ewigkeit untermalt, genießt „Over The Top“ seit vielen Jahren Kultstatus – der ihm wohl nie wieder zu nehmen sein wird, auch wenn sich die Fachpresse einst mit Lobeshymnen zurückhielt und der Film an den Kinokassen eine Bruchlandung hinlegte. „Over The Top“ trieft vor 80er-Jahre-Flair und ist herrlich überspitztes Testosteron-Kino, das auch nach über 35 Jahren gehörig Spaß macht – wenn man es nicht zu ernst nimmt.
Noch mehr Stallone-Content gefällig? Hier entlang:
*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.