Er machte sich zunächst als Musikvideo-Regisseur einen Namen, bevor man ihn in den 2000ern wohl vor allem mit seiner „Hitman“-Verfilmung und dem Terror-Reißer „Frontier(s)“ in Verbindung brachte. Doch nun dürfte eine neue Ära in der Karriere von Xavier Gens angebrochen sein. Nachdem er bereits mehrere Episoden des Netflix-Hits „Lupin“ inszenierte, kehrte er zuletzt für den Streaming-Riesen auf den Regiestuhl zurück – und landete mit „Im Wasser der Seine“ einen Megahit. Einen anderen von Gens-Filmen sollten indes vor allem Action-Fans spätestens jetzt nachholen.
Denn nachdem die Heimkino-Auswertung auf DVD, Blu-ray und 4K-Blu-ray* ganze zehn Monate auf sich warten ließ, könnt ihr „Farang - Schatten der Unterwelt“ ab heute im Abo bei WOW streamen. Mal wieder.
„Farang“ liegt in sämtlichen Ausführung, egal ob physisch oder digital, in der ungekürzten FSK-18-Version vor. Ihr braucht also nicht zu befürchten, eine entschärfte Version vorgesetzt zu kriegen (es sei denn bei TV-Ausstrahlungen vor 23 Uhr).
"Farang": Ein-Mann-Armee im "The Raid"-Modus
Gens erzählt die Geschichte eines vorbildlichen Häftlings (Nassim Lyes, „Im Wasser der Seine“), der ausgerechnet während seines Hafturlaubs von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt wird. Er entscheidet sich zur Flucht, baut sich in Thailand ein neues Leben auf – bis der örtliche Pate (Olivier Gourmet) schließlich seine Familie ins Visier nimmt. Ein Fehler, den der Gangsterboss noch bereuen wird…
Ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck, der die Unterwelt aufmischt – und dabei keine Gnade walten lässt? Das erinnert an die Action-Thriller mit Liam Neeson und auch an die „The Raid“-Filme. Die größte Gemeinsamkeit mit den indonesischen Martial-Arts-Krachern ist jedoch weniger inhaltlicher und mehr inszenatorischer Natur. Und das ist wahrlich kein Zufall. Schließlich holte „The Raid“-Macher Gareth Evans Gens bereits 2020 an Bord seiner Serie „Gangs Of London“, um mehrere Episoden der grandios-brachialen Unterwelt-Saga in Szene zu setzen. Und Xavier Gens macht in „Farang“ genau da weiter, wo er mit „Gangs Of London“ aufgehört hat!
Wenn es um die Story geht, gilt hier wie auch unter anderem auch schon bei „John Wick“: Weniger ist mehr. „Farang“ mag dahingehend simpel gestrickt sein, ist zugleich aber stets glaubhaft – und holt einen emotional ab. Dieser Umstand macht letztlich auch die Action umso wirkungsvoller. Und die hat es in sich.
Hier wird nicht mit Blut gegeizt!
Gens folgt der gängigen Formel, die Intensität mit fortlaufender Spielzeit immer weiter zu steigern. Erwartet also nicht, dass es in „Farang“ 100 Minuten lang pausenlos kracht. Gerade zu Beginn nimmt sich der Film durchaus Zeit, um seine Figuren einzuführen. Doch beginnt das Blutvergießen erst einmal, entwickelt sich der Film zu einer regelrechten Urgewalt, die ihre Opfer ohne Rücksicht auf Verluste überrollt.
Die Fights sind gnadenlos roh, brillant inszeniert und drücken das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Gemeinsam mit Kameramann Gilles Porte gelingt es Xavier Gens, sein Publikum mitten in die knüppelharten Fights zu stecken – und trotz teils chaotischer Gewaltausbrüche stets die Übersicht zu bewahren. Aber Achtung, wer kein Blut sehen kann, ist hier falsch! Stellenweise erinnert die ausufernde Brutalität fast an die härtesten Metzelorgien, die das Genre zu bieten hat, etwa „The Night Comes For Us“. In der FILMSTARTS-Kritik gab es für das „absolut gnadenlose“ Highlight 4 von 5 möglichen Sternen.
Von welchem Klopper sich jetzt sogar Donald Trump eine Fortsetzung wünscht, könnt ihr indes hier nachlesen:
"Rush Hour 4" mit Jackie Chan soll endlich kommen – das fordert jetzt wohl Donald Trump!*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.