Natürlich ist „Stranger Things“ – wie die meisten anderen Serien – ganz klassisch in Staffeln eingeteilt, die jeweils eine für Streaming-Produktionen oftmals typische Länge von acht oder neun Folgen haben und im Abstand von ein bis drei Jahren erschienen sind. Doch auch wenn beim Sprechen und Schreiben über die Serie somit (zu Recht) von Staffeln bzw. Seasons die Rede ist, werden die einzelnen Abschnitte im Fall des Netflix-Phänomens offiziell eigentlich nicht so bezeichnet.
Vielen ist es sicherlich schon aufgefallen: Bereits seit Season 2 listet Netflix die Folgenblöcke primär nicht als Seasons, sondern nummeriert sie einfach durch. Statt „Stranger Things“ Staffel 2, 3 etc. ist bei der Episodenauswahl auf Netflix „Stranger Things 2“, „Stranger Things 3“, „Stranger Things 4“ und seit Kurzem auch „Stranger Things 5“ zu lesen (auch wenn der Staffelbegriff beim Eintrag auf der Plattform an anderer Stelle im Sinne der Einheitlichkeit mit anderen Serien natürlich trotzdem auftaucht). Und auch im legendären Vorspann erscheinen die jeweiligen Zahlen dann immer hinter der Titeleinblendung.
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"Stranger Things" besteht aus fünf großen Filmen
Tatsächlich kommt all das nicht von ungefähr, sondern ist eine ganz bewusste Entscheidung, die die für den Retro-Mystery-Hit verantwortlichen Duffer-Brüder durchdrücken konnten und die sie im Zuge des Starts der finalen fünften Staffel nun noch einmal erklärten: „Die Tatsache, dass wir mit fast keinem Fernsehen aufgewachsen sind und nur Filme geschaut haben, ist der Grund, warum wir es „Stranger Things 2“ und „Stranger Things 3“ genannt haben – und nicht Staffel 2 und 3“, verriet Matt Duffer gegenüber dem Hollywood Reporter.
„Wir wollten, dass jede Staffel ihre eigene Identität hat und sich ganz anders anfühlt. Einer der Gründe dafür ist natürlich, dass es uns davor bewahrt, uns zu langweilen. Sobald wir uns langweilen würden, wüssten wir, dass wir die Serie beenden müssten, weil dann die kreative Qualität leiden würde.“
Die Macher verleihen ihrer Liebe zu Filmen, an denen sie sich in ihrem Schaffen stark orientieren, also nicht nur durch zahlreiche Anspielungen innerhalb ihrer Serie Ausdruck, sondern auch durch so ein kleines Detail wie die Staffelbezeichnungen. Matt Duffer führte dazu im Gespräch mit THR weiter aus: „Wir wollten, dass sich jede Staffel fast wie ein eigener, riesiger, in sich geschlossener Film anfühlt. Und wir lieben die Vorstellung [...], dass die Leute darüber streiten, welche Staffel die beste ist. Unser Ziel war, dass nichts miteinander verschmilzt und jede Staffel ganz klar ihre eigene Identität hat – und dass ihr euch darüber mit euren Freunden streiten könnt.“
Tatsächlich hat sich „Stranger Things“ mit jeder weiteren Staffel immer mehr den Ausmaßen eines waschechten Kino-Blockbusters angenähert, weswegen der besondere Ansatz der Duffers zweifellos legitim ist. Das demonstriert nun auch „Stranger Things“ Staffel 5... pardon, „Stranger Things 5“ natürlich. Dort wurde bereits in den vier Episoden von Ausgabe 1 ein ziemliches Spektakel abgefeuert. Und das war erst der Anfang, stehen vier Folgen doch noch aus. Wann genau es mit diesen weitergeht, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Das XXL-Finale von "Stranger Things" jetzt bei Netflix streamen: Dann geht es mit Folge 5 und dem Rest von Staffel 5 weiter