Szenen mit "Harry Potter"-Star rausgeschnitten: Sigourney Weaver wünscht sich Director's Cut eines der größten Sci-Fi-Kultfilme der 90er
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

1999 spielte Sigourney Weaver in einer herrlich schrägen „Star-Trek“-Hommage, die die Klischees des Sci-Fi-Genres persifliert. Der Film ist längst Kult, dennoch wünscht sich die Schauspielerin eine Neuveröffentlichung. Hier erfahrt ihr den Grund.

Beim Blick in die Kinogeschichte fällt auf, dass etliche Studios ihre Filme umschneiden ließen, etwa um eine niedrigere Altersfreigabe zu erreichen oder das Werk familienfreundlicher zu machen. Ein bekanntes Beispiel ist „Scooby-Doo“ (2002), der als frechere, pointierte Satire auf die Zeichentrickserie geplant war – „zugeschnitten“ auf ein erwachsenes Publikum. Auch der Robin-Williams-Klassiker „Mrs. Doubtfire“ wurde nachträglich „entschärft“. Um ihn als Komödie für die ganze Familie vermarkten zu können, fielen etliche der originalen (und derben) Dialogzeilen der Schere zum Opfer.

Die 1999 produzierte, schräge Sci-Fi-Parodie „Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“ kam damals ebenfalls in einer stark veränderten Schnittfassung in die Kinos. Das verantwortliche Studio hieß DreamWorks, das kurz vor Kinostart entscheidende Änderungen vornehmen ließ. Sigourney Weaver, eine der Hauptdarstellerinnen, bedauert diesen Umstand bis heute.

"Seltsame und wunderbare Szenen"

Weaver ist darin als Schauspielerin Gwen DeMarco zu sehen, die einst große Erfolge mit der (fiktiven) Sci-Fi-Serie „Galaxy Quest“ feierte. Das Format ist längst abgesetzt, doch DeMarco tingelt mit ihren Ex-Kollegen immer noch zu nostalgischen Fan-Meetings, um Autogramme zu schreiben. Als sie von echten Außerirdischen entführt werden, müssen die in die Jahre gekommenen Serienstars zeigen, was in ihnen steckt.

Galaxy Quest
Galaxy Quest
Starttermin 13. April 2000 | 1 Std. 42 Min.
Von Dean Parisot
Mit Tim Allen, Sigourney Weaver, Alan Rickman
User-Wertung
3,4
Filmstarts
3,5

Jetzt äußerte sich die Schauspiellegende („Alien“) in einem Video-Interview mit Vanity Fair zu dem 90er-Kassenhit, der mehr als das doppelte seines Budgets einspielte und in dem neben Weaver weitere hochkarätige Stars mitwirkten – darunter Tim Allen („Santa Clause – Eine schöne Bescherung“) sowie „Harry Potter“-Star Alan Rickman. Trotz des Erfolgs und obwohl die als Hommage auf das Star-Trek-Franchise wunderbar funktionierende Satire längst den Status „Kultfilm“ besitzt, sehnt sich die Darstellerin nach der ursprünglichen Fassung des Films.

„Ich wünschte, DreamWorks würden einen Director’s Cut des Films veröffentlichen“, so Weaver (via Deadline). „Sie haben in letzter Minute beschlossen, einige der anspruchsvolleren Szenen mit Alan herauszuschneiden. Warum bringen sie den Film nicht noch einmal heraus, mit all diesen sehr seltsamen und wunderbaren Szenen?“ Laut Weaver habe das Studio „Galaxy Quest“ auch deshalb umgeschnitten – und damit familienkompatibler gemacht – um in Konkurrenz zu „Stuart Little“ von Columbia Pictures zu treten. Die Komödie über eine Familie, die eine putzige „Waisenmaus“ adoptiert, lief im April 2000 in den deutschen Kinos an, eine Woche nach „Galaxy Quest“.

Das lange Ringen um Teil 2

In dem Interview erwähnte die mehrfach Oscar-nominierte Darstellerin zudem, wie sehr sie sich mit ihrer Filmfigur verbunden gefühlt habe. „Ich wollte eine junge Frau in dieser Welt des Ruhms spielen, die sich so sehr wünscht, ein Star zu sein, die aber von niemandem wirklich ernst genommen wird – weil sie schön, kurvig und blond ist.“ Weaver selbst habe viel Mitgefühl für Gwen empfunden.

Und dann äußerte sie sich auch noch zur geplanten „Galaxy Quest“-Fortsetzung, die bekanntlich jedoch nie zu Stande kam. Dennoch befand sich ein möglicher zweiter Teil lange Zeit in der aktiven Planungs- und Entwicklungsphase. „[Co-Autor] Bob Gordon hatte bereits ein Drehbuch dafür geschrieben. Aber er wollte es DreamWorks nicht überlassen, weil er das Gefühl hatte, sie hätten bei unserem Film ihre Chance verpasst“, so Weaver.

15 Jahre nach dem Original: Dreharbeiten zur Fortsetzung eines Sci-Fi-Krachers beginnen 2026 endlich!

„Wir hatten immer vor, eine Fortsetzung zu machen. Aber nachdem Alan gestorben ist, verloren wir den Mut.“ Weaver schätze sich aber glücklich, mit einer solch „großartigen Gruppe“ von Co-Stars gearbeitet zu haben. Rickman starb 2016 unerwartet kurz vor seinem 70. Geburtstag. Damit fand das Projekt eines möglichen Ablegers final ein Ende – ebenso übrigens wie eine „Galaxy Quest“-Serie, die Amazon Prime Video bereits 2015 als Fortführung des Films geplant hatte.

Seit kurzem hat der Streamingdienst alle sechs Staffeln einer ganz besonderen Sci-Fi-Serie für seine Abonnenten im Portfolio. Das Format vereint Thriller, Drama und klassische Science-Fiction – und könnte auch für „Game Of Thrones“-Fans interessant sein:

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