Mit dem zweistündigen Finale der fünften Staffel ist „Stranger Things“ hochemotional zu Ende gegangen, und das obwohl die befürchteten Figurentode ausblieben – mit einer (möglichen) großen Ausnahme. Um sicherzustellen, dass niemand mehr ihre DNA für weitere unmenschliche Experimente zur Erschaffung neuer Super-Kinder nutzt, bleibt Eleven (Millie Bobby Brown) offenbar im Upside Down zurück, als es ein für alle Mal vernichtet wird.
Doch möglicherweise hat sie sich Hoppers rührende Worte, dass sie ebenfalls eine bessere Zukunft verdient, doch mehr zu Herzen genommen, und alle – inklusive ihrer Freunde – nur glauben lassen, dass sie sich geopfert hat. Zumindest ist das die Theorie, die Mike (Finn Wolfhard) bei einer letzten „Dungeons & Dragons“-Partie seiner Clique präsentiert. Demnach habe Elevens „Schwester“ Kali (Linnea Berthelsen) mit ihren letzten Atemzügen noch einmal ihre Kräfte aus der Ferne wirken und es so scheinen lassen, als ob Eleven hinter dem Portal mit dem Upside Down untergegangen ist, während sie sich in Wirklichkeit davon gestohlen und ein neues Leben fernab von Hawkins in idyllischer Abgeschiedenheit begonnen hat.
Obwohl wir in der Serie sogar entsprechende Bilder von Eleven sehen und Mike und Co. unter Tränen beteuern, dass sie an diese Version der Geschehnisse glauben, wird offen gelassen, ob das Ganze tatsächlich der Wahrheit entspricht oder nur dem Wunschdenken von dem für sein Erzähltalent bekannten Mike entsprungen ist.
Doch was sagen eigentlich die Macher hinter „Stranger Things“ selbst dazu? Das wollte auch der Hollywood Reporter vom Showrunner-Duo wissen – das aber eine Auflösung ganz bewusst schuldig bleibt. Auf die Nachfrage, ob sie sich Elevens Freunden anschließen und selbst an Mikes Geschichte glauben, erklärte Ross Duffer: „Ich weiß nicht, ob wir das sagen wollen. Natürlich haben wir diese Gespräche auch mit Millie geführt, und wir alle haben unsere eigenen Interpretationen. Ich habe die Sorge, dass es alles schmälert, wenn ich es ausspreche. Wir möchten wirklich, dass das Publikum selbst daraus mitnimmt, was es möchte.“
"Es hat einen Sinn, es nicht zu wissen"
Ross‘ Bruder Matt Duffer deutete ebenfalls an, dass die beiden für sich selbst durchaus eine Antwort hätten. Warum sie Elevens Schicksal aber dennoch bis zum Schluss in der Schwebe halten, führte er gegenüber THR folgendermaßen weiter aus:
„Man kann nicht mit einem Gefühl von Eindeutigkeit schreiben. Man schreibt aus einer bestimmten Perspektive. [...] Die Figuren wissen es nicht, weil sie es nicht wissen können. Und das Publikum darf es auch nicht wissen, denn sonst würde man Eleven in Gefahr bringen und ihr Opfer wäre umsonst gewesen. Es hat also einen Sinn, es nicht zu wissen. Die Jungs entscheiden sich ganz offensichtlich dafür zu glauben. Ich bin mir nicht sicher, was die Mehrheit denkt, aber wenn ich in die Sozialen Medien schaue, scheint es so, als würden sich die Leute ebenfalls dafür entscheiden zu glauben und den Weg von Mike Wheeler gehen.“
Dass wir eines Tages eine eindeutige Antwort zur großen Frage am Ende von „Stranger Things“ bekommen, ist daher eher unwahrscheinlich. Obwohl Spin-offs geplant sind, soll der Abschluss der Geschichte um Eleven und die anderen endgültig sein, wie die Duffers bereits mehrfach betonten und ihr etwa im folgenden Artikel nachlesen könnt:
Fan-Hoffnungen zerstört: "Stranger Things"-Macher bestätigen bittere Wahrheit über das Ende des Netflix-Hits nach Staffel 5