"Haben die Menschen überhaupt noch Lust darauf?": Darum sorgt sich Leonardo DiCaprio um die Zukunft der Kinos
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Das Kino als etwas nur für ein Nischen-Publikum? Für Leonardo DiCaprio in Zukunft ein nicht unwahrscheinliches Szenario. Wieso sich der Star um die Filmkunst und die Zukunft der Kinos sorgt – und welche Beispiele er für seine Befürchtungen anführt:

Warner Bros.

Die Filmwirtschaft und die globale Kinoszene befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Und dafür ist bekanntermaßen vor allem die stetig wachsende Dominanz der Streaming-Dienste verantwortlich. Die Zeitspanne zwischen dem Kinostart und der Veröffentlichung auf Streaming-Plattformen wird immer kürzer. Zudem produzieren Streaming-Anbieter immer mehr eigene, exklusive Inhalte – mit der Folge, dass schon heute zahlreiche Filme, die vor einigen Jahren noch ihren Weg auf die große Leinwand gefunden hätten, erst gar nicht mehr ins Kino kommen.

Über den gegenwärtigen Zustand und die Zukunft der Filmindustrie zeigt sich auch Leonardo DiCaprio besorgt. Für den Hollywood-Superstar, der zuletzt als Hauptdarsteller im Kritikerliebling „One Battle After Another“ glänzte, könnten die Kinos gar zu den neuen Jazz-Clubs werden – also Orten, die nur noch für ein kleines, nerdiges Publikum von echtem Interesse sind.

"Szene verändert sich in rasantem Tempo"

„Haben die Menschen überhaupt noch Lust auf Kino?“, fragte der Oscar-Preisträger („The Revenant“) so jüngst in einem Gespräch mit der britischen Zeitung The Times. „Oder werden Kinos zu abgeschotteten Orten, so wie Jazz-Bars?“ Diese Fragen DiCaprios mögen auf den ersten Blick etwas provokativ und inhaltlich überzogen erscheinen – doch berücksichtigen sie den Umstand der zu Beginn des Artikels schon angesprochenen Transformation der Film- und Kinokultur.

DiCaprio führt weiter aus: „Die Szene verändert sich in rasantem Tempo. Wir erleben einen gewaltigen Umbruch. Zuerst sind Dokumentarfilme aus den Kinos verschwunden. Jetzt bekommen Dramen nur noch begrenzte Spielzeiten und die Leute warten darauf, sie bei Streamingdiensten zu sehen.“ Ob DiCaprio damit auf jüngste Berichte anspielt, wonach Netflix in Zukunft auf ein sehr kurzes Kino-Auswertungsfenster („Kino-Exklusivität“) von nur 17 Tagen setzen will? Gut möglich.

Streaming-Fans sind die besseren Kinogänger: Netflix & Kino schließen sich nicht aus

DiCaprio hofft jedoch, dass es auch weiterhin noch genügend echte Visionäre geben wird, die die Chance bekommen, großartige Dinge zu realisieren – die man dann anschließend im Kino bewundern kann.

In seiner fast 35-jährigen Karriere hat DiCaprio in unzähligen Kino-Meilensteinen und Kassenhits mitgewirkt. Sein bis heute vielleicht bekanntester und bei einem Gros der Fans wohl beliebtester Film ist das überlebensgroße Katastrophen-Epos „Titanic“. Der 51-jährige Schauspieler hat den mit Preisen überhäuften Welterfolg (insgesamt 90 Auszeichnungen, darunter elf Oscars), den sich Fans immer und immer wieder ansehen, selbst jedoch schon lange nicht mehr geschaut. Hier erfahrt ihr den Grund dafür:

Leonardo DiCaprio gesteht, dass er seinen Milliarden-Hit "ewig" nicht mehr gesehen hat – und dafür gibt es einen einfachen Grund

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