David Fincher („Fight Club“) zählt den 1970er-Jahre Klassiker „Chinatown“ zu seinen absoluten Lieblingsfilmen! Auch wir kamen nicht umhin, dem Neo-Noir-Thriller von Roman Polanski 5 von 5 Sternen zu geben – und ihn damit zu einem der besten Filme aller Zeiten zu erklären.
Wer „Chinatown“ noch nicht gesehen hat und diese Bildungslücke endlich schließen möchte, kann dem Film heute, am 10. Januar ab 22.05 Uhr bei ZDFNeo nachholen. Werbefrei! Euch ist die Ausstrahlung zu spät? Dann könnt ihr das Meisterwerk auch im Abo von Paramount+ nachholen:
Darum geht es in "Chinatown"
Ende der 1930er-Jahre: Der ehemalige Polizist Jack Gittes (Jack Nicholson) betreibt in Los Angeles eine erfolgreiche Detektei. Was anfangs wie ein üblicher Auftrag wirkt, bei dem Gittes mal wieder die Treue eines Ehemanns auf den Prüfstand stellen soll, entwickelt sich zu einem durch und durch verzwickten Fall. Denn einerseits liefert Hollis Mulwray (Darrell Zwerling) zunächst keinen Anlass, der eine Beschattung wirklich rechtfertigen würde.
Andererseits hat sich die Auftraggeberin unter falschem Namen bei Gittes vorgestellt. Die wirkliche Ehefrau Mulwrays, Evelyn (Faye Dunaway), hatte keine Ahnung, dass eine Beschattung in Bewegung gesetzt wurde. Gittes nimmt die Ungereimtheiten zum Anlass, um weitere Ermittlungen anzustellen und kommt dabei merkwürdigen Machenschaften auf die Spur, in die einflussreiche Persönlichkeiten aus der Region verwickelt sind...
Jack Nicholson brilliert in einem zeitlosen Klassiker
Roman Polanski schafft es in „Chinatown“, nahezu nahtlos an die großen Vorbilder der 1950er-Jahre wie „Die Spur des Falken“ oder „Key Largo“ anzuknüpfen. Als Hommage an den klassischen Film noir ist „Chinatown“ eben keine nostalgische, romantisierte Rückbesinnung, sondern die perfekte Wiederaufnahme einer (in den 1970er-Jahren bereits gestrigen) Stilrichtung, die sich nicht zuletzt durch ihren allumfassenden Pessimismus ausgezeichnet hat.
In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es dafür auch mit 5 von 5 Sternen die absolute Bestwertung. Unser Kritiker Ulrich Behrens zeigt sich darin begeistert von Hauptdarsteller Jack Nicholson: „Nicholson ist – das würde ich aus heutiger Sicht sagen – ein geborener Nachfolger von Humphrey Bogart. Keine Kopie, kein Bogart Nr. 2, sondern einer, der spielt, als habe er Bogart vor dessen Tod die Hand gereicht und gesagt: Bye, I'll try to continue in my own style.“
Wie es sich für einen Noir gehört, zeichnet sich „Chinatown“ auch durch seine Ambivalenzen aus, die schließlich in ein legendäres Finale münden. In der Kritik wird der Film daher als „hell und dunkel zugleich“ beschrieben. Das stimmt tatsächlich, gelingt es Roman Polanski doch den sonnendurchfluteten Orangenplantagen im nordwestlichen Tal immerzu menschliche Abgründe entgegenzustellen, die „Chinatown“ in seiner Düsternis zusehends verdichten. Gute Absichten sind irgendwann nicht mehr willkommen.
Roman Polanski, der hier zum ersten Mal wieder in den Vereinigten Staaten einen Film gedreht hat, nachdem seine Frau Sharon Tate durch Mitglieder der Manson Family bestialisch ermordet wurde, ist mit „Chinatown“ genau das gelungen, was man einen Klassiker nennt: Ein zeitlose, hochspannende, toll gespielte und formidabel inszenierte Sternstunde der Kinogeschichte, die sich nicht davor scheut, seinem Publikum einen harten Schlag in die Magengrube zu verpassen.
Auf der Suche nach einem weiteren Klassiker, den man einfach gesehen haben muss? Dann haben wir den richtigen Streaming-Tipp für euch auf Lager:
Streaming-Tipp: Ein zeitloser Fantasy-Klassiker, der auch nach mehr als 40 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hatDies ist eine Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels anlässlich der heutigen TV-Ausstrahlung des Films.
*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.