Werbefreie TV-Premiere: Eine saukomische Romanze mit Keanu Reeves und "Stranger Things"-Star – viel zu unbekannt!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Trotz Superstar-Besetzung fand „Destination Wedding“ an den Kinokassen kaum Beachtung. FILMSTARTS-Autor Sidney Schering kann das nicht verstehen und legt euch den Film mit Winona Ryder und Keanu Reeves wärmstens ans Herz.

Dass „Stranger Things“-Star Winona Ryder und „John Wick“-Hauptdarsteller Keanu Reeves für eine romantische Komödie vor die Kamera treten, war bloß eine Frage der Zeit. Schließlich sind sie aufgrund eines Zufalls seit 1992 miteinander verheiratet – jedenfalls in den Augen der Kirche, was die beliebten Hollywood-Persönlichkeiten mit Humor nehmen (wir berichteten).

2018 war es so weit: In „Destination Wedding“ nehmen Ryder und Reeves das Konzept einer ausschweifenden Hochzeit vor mächtiger Urlaubskulisse gehörig (und dennoch mit Herz) auf den Arm. Doch leider schaute kaum jemand hin. Lasst uns das ändern: Heute, am 15. Januar 2026, zeigt ONE „Destination Wedding“ ab 20.15 Uhr als Free-TV-Premiere ohne Werbeunterbrechungen! Des Weiteren könnt ihr den Film auf zahlreichen Plattformen, wie Amazon Prime Video, als VOD erwerben:

Darum geht es in "Destination Wedding"

Es beginnt mit beiläufigen Nettigkeiten, aber es dauert nicht lang, bis sich die Anwältin Lindsay (Winona Ryder) und der PR-Spezialist Frank (Keanu Reeves) spinnefeind sind. Nach kleinlichen Streitereien am Flughafen kommt es für sie zu einer bitteren Erkenntnis: Sie sitzen im selben, winzigen Flieger direkt nebeneinander und haben dasselbe Ziel: Das Touristenörtchen Paso Robles, wo sie zu einer protzigen Hochzeit eingeladen sind, auf die sie keine Lust haben.

Sie verachten den Bräutigam, die Braut, ihre Beziehung zueinander und das gesamte, prahlerische Vorhaben einer Hochzeit an einem Urlaubsort. Lindsay und Frank schaukeln sich in ihrem Hass auf alles und jeden immer weiter hoch. Man könnte glatt glauben, sie lieben es, miteinander zu zanken...

Hass, Liebe, Hassliebe oder Liebeshass – Hauptsache, wir haben Spaß!

„Destination Wedding“-Macher Victor Levin verdiente sich seine Sporen mit der Romantik-Comedyserie „Verrückt nach dir“, steuerte später Skripts zu „Mad Men“ bei und verwirklichte „Von 5 bis 7 – Eine etwas andere Liebesgeschichte“, wo der deutsche Untertitel Programm ist: Im vom französischen Kino inspirierten Film mit „Star Trek“-Nebendarsteller Anton Yelchin, „Skyfall“-Bondgirl Bérénice Marlohe und „Dredd“-Mimin Olivia Thirlby stemmte er sich gegen (US-)Genrekonventionen.

In „Destination Wedding“ treibt er dies weiter auf die Spitze und dreht die Floskel „Was sich liebt, das neckt sich“ bis zum Anschlag: Viele Romantikkomödien beginnen damit, dass sich das zentrale Paar auf dem falschen Fuß erwischt. Diese beginnt dagegen nicht nur so, sondern stapelt antagonistische Momente aufeinander wie bei einem Jenga-Turm. Wenn der dann einstürzt, entlädt sich das nicht in froher Herzlichkeit, sondern macht Raum für eine zähneknirschende, triebbefriedigende Zweckallianz, bevor sich die Hauptfiguren an einen weiteren Jenga-Turm aus Zankereien wagen.

Wohlgemerkt: „Destination Wedding“ ist keine reine Streitkomödie, sondern eine von Streitereien, Gemotze und zornigem Gegrummel durchzogene Romantikkomödie – wer diesen Film also in der Erwartung schaut, dass es gar nicht zwischen Lindsay und Frank knistert, wird einige Szenen als Verrat an der (vermeintlichen) Prämisse empfinden. Viel mehr empfiehlt es sich, Levins Hochzeitskomödie als abstruse, von zynisch-sarkastischem Dialogwitz und sozial ungelenkem Verhalten dominierte Weiterentwicklung schlechter Dating-Angewohnheiten zu verstehen:

Obwohl die Hauptfiguren sich im allerersten Augenblick kurz grün sind, verbringen sie den Rest ihrer gemeinsamen Zeit damit, die Liebe um sie herum und das Knistern zwischen ihnen schlecht zu reden. Der Abgleich mit einer rein theoretischen Alternative ist ihnen wichtiger als das Auskosten dessen, was sie haben – oder wie es im Mittelteil des Films sehr pointiert zusammengefasst wird: „Es fällt mir schwer, mich auf sowas einzulassen – auf positive Tätigkeiten!“

Dank der großartigen (Anti-)Chemie zwischen Reeves und Ryder macht dieses bewusst statisch inszenierte, die starre Gefühls- und Gedankenwelt der Figuren unterstreichende Schaulaufen der Selbstsabotage und Engstirnigkeit unverschämten Spaß. Noch mehr Romantik findet ihr in folgendem Streaming-Tipp:

Heute Abend könnt ihr einen der stärksten Liebesfilme der 1990er-Jahre streamen - mit zwei Hollywood-Stars in den Hauptrollen

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