In der Regel lässt sich schon nach kurzer Zeit voraussagen, ob Streaming-Anbieter wie Netflix eine neue Serie verlängern oder einstampfen werden. Denn in unserer schnelllebigen Zeiten lassen sich die Verantwortlichen hinter Streaming-Produktionen zumeist nicht allzu lange Zeit, um über das Schicksal eines Formats zu entscheiden. Zeugen die Abrufzahlen von großem Interesse, wird Nachschub angekündigt, solange der Hype noch da ist. Genauso flott kann eine vielversprechende Neuheit aber eben auch der Vergangenheit angehören, wenn sie hinter den Erwartungen läuft.
Während das in vielen Fällen zwar ganz schön weh tun kann, wenn etwa eine Serie mittendrin endet und nie abgeschlossen wird, ist es aus dem Blickwinkel der Produzenten aber normalerweise wenigstens nachvollziehbar. Am Ende arbeiten schließlich auch diese, um Geld zu verdienen – und nicht zu verlieren. Doch dass Netflix „Boots“ nach einer Staffel direkt wieder beendet hat, sorgte bereits Ende letzten Jahres für Aufsehen – und ist jetzt sogar noch verwunderlicher. Denn der Streaming-Riese hat kürzlich die offiziellen Zahlen zum zweiten Halbjahr 2025 veröffentlicht.
"Boots" wurde fleißig gestreamt …
Aus dem Bericht geht hervor, dass „Boots“ zwischen Juli und Dezember 2025 Platz 23 der meistgestreamten Netflix-Serien belegt. Das am 9. Oktober gestartete Militärdrama sammelte bis zum Jahresende durchaus beachtliche 30,7 Millionen Views – und war damit alles andere als ein Flop. Das zeigt auch der Vergleich mit anderen Produktionen, die in jener Zeit beim roten „N“ an den Start gingen:
Die zweite Staffel „Nobody Wants This“ konnte ab dem 23. Oktober 30,4 Millionen Views generieren – und blieb damit auch weit hinter der ersten Season (56,8 Millionen Views). Dennoch dauerte es nur zwei Wochen nach Start, bis einer dritten Staffel grünes Licht erteilt wurde. Die am 10. Oktober gestartete vierte Staffel von „The Witcher“ brachte es nur auf 25,4 Millionen Views – trotzdem dürfen sich Fantasy-Fans weiterhin auf die schon lange zuvor bestätigte fünfte Season freuen.
… und kam richtig gut an!
Abgesehen davon ist es nicht so, als würden Publikum und Fachpresse kaum ein gutes Haar an der Serie lassen. Ganz im Gegenteil! Mit jeweils 90 Prozent positiven Bewertungen von Kritik und Zuschauer*innen auf Rotten Tomatoes zählt „Boots“ zu den am besten besprochenen Netflix-Serien aus dem Vorjahr. Auch der Metascore von 73/100 sowie 7,9 von 10 Sternen bei der IMDb zeigen: Das auf den Memoiren „The Pink Marine“ von Greg Cope Whites* basierende Format fand durchaus Anklang. Warum es dennoch nicht weitergeht, bleibt eine der großen Fragen von 2025, die einige Netflix-Abonnent*innen weiterhin beschäftigen dürfte.
„Boots“ erzählt die Geschichte des schwulen Cameron Cope (Miles Heizer) und seines besten Kumpels Ray McAffey (Liam Oh), die sich in den 90er-Jahren dem Marine Corps anschließen – wo vor allem Cope tagtäglich vor große Herausforderungen gestellt wird. Denn da Homosexualität im Militär zu jener Zeit noch verboten ist und schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht, hat sich dieser noch gar nicht geoutet…
Auch „The Rip“ startete gerade richtig stark auf Netflix und eroberte zum Startwochenende direkt die weltweiten Charts auf der Plattform. Ihr habt den Action-Thriller mit Matt Damon und Ben Affleck bereits gesehen und fragt euch, was es mit der Widmung am Ende auf sich hat? Die Antwort gibt's hier:
Die wahre Geschichte hinter dem Netflix-Hit "The Rip" mit Ben Affleck und Matt Damon: Wer war Jake William Casiano?*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.