Die 3 besten Filme, die ihr diese Woche bei Amazon Prime Video schauen müsst – 9. bis 15. Februar 2026
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Ihr seid vom Streamingangebot erschlagen? Null Problemo: FILMSTARTS stellt euch Woche für Woche drei sehenswerte Titel auf Amazon Prime Video vor, die ihr schauen solltet, statt unnötig Zeit im Hauptmenü zu verschwenden.

In den kommenden Tagen wird Deutschland gespalten! Teile der Bundesrepublik stürzen sich ab Donnerstag in farbenfrohe, oft alkoholgetränkte und von lauter Musik begleitete Feierlichkeiten – genannt Karneval, Fastnacht, Fasching oder „Ballermann mit Dreckswetter“. Der Rest Deutschlands genießt derweil den ruhigen Alltag ohne Sauf- und Marschmusik.

Solltet ihr zum stillen Teil Deutschlands gehören, aber an dem einen oder anderen Streamingabend trotzdem nicht auf Musik verzichten wollen, oder solltet ihr zum jecken Teil Deutschlands zählen, aber zwischen all der Narretei filmisches Gegengift suchen: Wir haben vorgesorgt! Jede Woche empfiehlt euch FILMSTARTS drei Filme, die im Abo von Amazon Prime Video verfügbar sind – und die ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Dieses Mal haben wir euch diese bunte Tüte zusammengestellt...

"Der Klang von 007" (2022)

Die Streamingwelt ist verwirrend. Nicht bloß, dass sich oft die stärksten Titel einer Plattform nur nach langem Scrollen im Hauptmenü finden lassen (wenn überhaupt): Selbst Filmverrückte können bei der Lizenzlage die Übersicht verlieren. Ein aktuelles Paradebeispiel ist die „James Bond“-Reihe: Obwohl Amazon mehrere Milliarden Dollar (!) für die Rechte am Franchise hingeblättert hat, sind die 007-Filme derzeit im Netflix-Abo zu finden. Doch komplett frei vom Agenten mit der Lizenz zum Töten ist das Prime-Angebot nicht!

Denn beim Amazon-Streamingdienst könnt ihr weiterhin „Der Klang von 007“ abrufen, eine von Mat Whitecross („Coldplay: A Head Full Of Dreams“) inszenierte, kurzweilige Dokumentation über die ikonischen Songs und Instrumentalstücke, die uns das Bond-Franchise beschert hat.

Thematisiert werden heiklere Anekdoten wie der lang anhaltende Zwist darüber, ob Monty Norman oder John Barry die Anerkennung für das musikalische James-Bond-Erkennungsmotiv verdient. In diesem Zusammenhang wird auch erläutert, was die 007-Filme dem weitestgehend in Vergessenheit geratenen Musical „A House For Mr Biswas“ zu verdanken haben. Aber selbstredend kommen obendrein Pop- und Rockstars zu Wort, inklusive Billie Eilish, die den „Keine Zeit zu sterben“-Titelsong mitgeschrieben und eingesungen hat.

"Anatevka" (1971)

Das beschauliche Dorf Anatevka im Jahr 1905: Eine traditionsbewusste, jüdische Gemeinschaft lebt im Einklang mit orthodoxen Christen. Doch die Machthaber im zaristischen Russland schüren Missmut und Zwietracht, bis sich baldige Pogrome anzeichnen. Der arme, lebensfrohe Milchmann Reb Tevye (Chaim Topol) will sich trotzdem seinen Optimismus und Humor bewahren – auch aus Liebe zu seiner Gattin Golde (Norma Crane) und den gemeinsamen Töchtern.

Als die Ehebeauftragte Yente (Molly Picon) eine von Tevyes und Goldes Töchtern, die seit Kindheitstagen in den schlecht betuchten Schneider Motel (Leonard Frey) verliebte Tzeitel (Rosalind Harris), mit dem verwitweten Metzger Lazar Wolf (Paul Mann) zusammenbringen will, wird die Familie aufgerüttelt. Alsbald fordert eine von Tzeitels Schwestern sogar, einen jungen Revoluzzer ehelichen zu dürfen!

Selbst, wer noch nie diesen von „In der Hitze der Nacht“-Regisseur Norman Jewison inszenierten, dreistündigen Musicalklassiker oder seine gleichnamige Bühnenvorlage gesehen hat, kennt gewiss eine der vielen Ohrwurm-Melodien aus „Anatevka“. Denn das Lied „Wenn ich einmal reich wär“ (beziehungsweise „If I Were a Rich Man“) des Komponisten-Duos Sheldon Harnick und Jerry Bock wurde in der Popkultur unzählige Male aufgegriffen – unter anderem in Werbespots oder in Form von Covern und Samples, etwa von Gwen Stefani!

Neben unvergesslichen Melodien bietet „Anatevka“ eine enorme Portion Tragik, durch die allerdings eine sanft-hoffnungsvolle, humane Botschaft durchschimmert: Dieser Musical-Meilenstein behandelt ebenso die Abscheulichkeit, zu der sich Gesellschaften antreiben lassen, wie die Herzenswärme, zu der Menschen fähig sind. Das wurde mit drei Oscars und Nominierungen in fünf weiteren Sparten belohnt – darunter in der Kategorie Bester Film.

"Jenseits der Stille" (1996)

„James Bond“-Titelsongs, die tragisch-schöne Musik aus „Anatevka“ und (gegebenenfalls) der Karnevals-/Faschings-/Fastnachtslärm vor der Tür haben bei euch das Fass zum Überlaufen gebracht? Ihr braucht dringend einen Streaming-Abend, an dem es leiser zugeht? Dann versteht das als Anlass, endlich (wieder) „Jenseits der Stille“ zu schauen, das international zelebrierte Drama von „Nirgendwo in Afrika“-Regisseurin Caroline Link!

Wie klingen die aufgehende Sonne und der Schnee, der auf eine Wiese fällt? Solche spielerische Fragen sind die gemeinsame Lieblingsbeschäftigung von Lara (als Kind: Tatjana Trieb / später: Sylvie Testud) und ihrem Vater Martin (Howie Seago). Denn Lara ist in ihrer Familie die Einzige, die hören und sich stimmlich ausdrücken kann – und Laras Eltern wollen einen leichtgängigen Umgang damit hegen.

Von Kindesbeinen an unterhalten sich Lara und ihre Familie in Gebärdensprache, und Lara hat ebenso früh angefangen, ihren Liebsten als Übersetzerin zur Seite zu springen. Doch im Teenie-Alter entwickelt Lara Interesse an Musik, später bekommt sie gar einen Studienplatz an einer Musikhochschule im fernen Berlin in Aussicht gestellt. Das fasst Laras Familie als Affront auf. Vor allem ihr Vater distanziert sich gekränkt von der Klarinettistin...

Caroline Links Kinodebüt ist ein ruhiges, poetisches und einfühlsames Drama über Familienbande, Barrieren überwindende Verständigung sowie den Facettenreichtum, mit dem sich die Poesie des Alltags zu erkennen gibt. Begleitet von den rührenden, nicht aber kitschigen Klängen des Komponisten Niki Reiser und eingefangen in unaufdringlich-eigenwilligen Bildern, entfaltet diese Geschichte eine enorme Gefühlsbreite – und die toll gespielten Figuren gehen einfach zu Herzen!

Sehr berührend und zudem vielschichtig ist außerdem unser folgender, umjubelter und trotzdem noch immer nicht ausreichend bekannter Streaming-Tipp:

Neu im Streaming-Abo: Der vielleicht beste Film der letzten zehn Jahre – der immer noch viel zu unbekannt ist!

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