Was für die Großen Stephen King, ist für die Kleinen R. L. Stine: Seit den frühen 1990er-Jahren haut er einen Bestseller nach dem anderen raus und hat bis heute rund 70 Bände der Gänsehaut-Kinderbuchreihe veröffentlicht. In seinem Universum gibt es Mumien, schaurige Bauchrednerpuppen, Werwölfe, Geister … Eben alles, was Kindern und Jugendlichen eine Gänsehaut bescheren könnte.
Nach Erscheinen der ersten Bände ließ auch eine Verfilmung nicht lange auf sich warten. Bereits Mitte der 90er gab es mit „Gänsehaut - Die Stunde der Geister“ eine Serie in vier Staffeln, seit 2023 läuft auf Disney+ zudem erneut eine Gruselserie, diesmal rund um fünf Jugendliche.
Und tatsächlich war für die Umsetzung eines Spielfilms, der dem damaligen TV-Format an Düsterheit noch einiges draufgesetzt hätte, niemand Geringerer als Tim Burton geplant. Die Umsetzung mit 20th Century Fox und DreamWorks war bereits in Vorbereitung – kam am Ende jedoch nicht zustande. Einen Spielfilm sollte es schlussendlich trotzdem geben: Rob Letterman („Pokémon Meisterdektiv Pickachu“) nahm sich des Projektes an und setzte es unabhängig von Burtons Plänen um.
Ihr könnt „Gänsehaut“ heute Abend um 20.15 Uhr auf SUPER RTL sehen. Für einen werbefreien Gruselabend auf der Couch ganz unabhängig von Sendezeit könnt ihr „Gänsehaut“ übrigens auch auf Netflix streamen.
Wildes Abenteuer mit Grusel Light
Die Handlung von „Gänsehaut“ ist locker an die Buchvorlagen angelehnt: Wie auch in vielen der Bände, beginnt die Geschichte damit, dass ein Jugendlicher – hier Zach Cooper (Dylan Minnette) – in eine verschlafene Kleinstadt zieht. Schnell freundet er sich mit seiner Nachbarin Hannah (Odeya Rush) an. Ihr strenger und etwas kauziger Vater entpuppt sich als R. L. Stine (Jack Black) selbst.
Doch dann wird es wild: Wie sich herausstellt, werden die Monster aus Stines Geschichten real – und er kann sie nur bändigen, indem er über sie schreibt. Mit einer Schreibmaschine bewaffnet legen die Freunde und Stine alles daran, das um sie greifende Chaos in den Griff zu bekommen…
Dabei ist „Gänsehaut“ kein klassischer Horrorfilm, sondern vielmehr Abenteuer- und Fantasy-Unterhaltung für die ganze Familie. Die ganz großen Schockmomente bleiben dabei natürlich aus – oder werden augenzwinkernd gebrochen. Das ist an manchen Stellen fast albern, aber gerade deswegen auch charmant, wenn etwa mit Besteck bewaffnete Gartenzwerge auf die Freunde losgehen.
Der Film lebt vor allem von Tempo, Einfallsreichtum und dem Wiedererkennungswert der ikonischen Figuren aus den Büchern. Und gerade darin liegt auch sein Reiz: Wer mit den Romanen aufgewachsen ist, entdeckt ständig kleine Anspielungen. Wer sie nicht kennt, bekommt einen kurzweiligen Fantasy-Trip geboten.
Fans von „Jumanji“ dürften hier auf ihre Kosten kommen – und für jüngere Zuschauer*innen ist der Film ein guter Einstieg ins Gruselgenre. Stilistisch wäre das Ganze als Tim-Burton-Inszenierung sicherlich noch sehenswerter gewesen. Falls ihr lieber einen seiner Filme sehen wollt, haben wir den richtigen Tipp für euch auf Lager:
Neu auf Amazon Prime Video: Johnny Depp in seiner schrägsten Rolle - dieser Film des "Wednesday"-Machers ist wie ein abgedrehter Drogentrip*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.