Nachdem Ben Affleck in „Daredevil“ nicht gerade dafür sorgte, dass Marvel-Fans in Jubelstürme ausbrachen, wechselte der „Argo“-Regisseur 2016 zur DC-Konkurrenz – und hinterließ dort umso bleibenderen Eindruck. In „Batman v Superman: Dawn Of Justice“ schlüpfte Affleck erstmals in die Rolle des Dunklen Ritters und ließ anfängliche Skeptiker*innen mit einer überaus eindrucksvollen Mischung aus roher Physis und süffisantem Playboy-Charisma schnell verstummen.
Doch wusstet ihr, dass Ben Affleck nicht nur den Teufel von Hell’s Kitchen und den Dunklen Ritter verkörpert hat, sondern 2006 sogar zu Superman wurde? Tatsächlich streifte er sich für „Die Hollywood-Verschwörung“ das Kostüm des Manns aus Stahl über. Wie der deutsche Titel bereits andeutet, handelt es sich dabei jedoch nicht um eine klassische Comic-Verfilmung. Stattdessen spielt Affleck den Schauspieler George Reeves, der in der Serie „Superman - Retter in der Not“ zum Fernseh-Superhelden wurde. Im Zentrum des Films stehen die bis heute ungeklärten Umstände von Reeves’ Tod.
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Darum geht's in "Die Hollywood-Verschwörung"
Louis Simo (Adrien Brody) ist ein Privatdetektiv, der sein Geld überwiegend damit verdient, im Auftrag eifersüchtiger Ehemänner deren Frauen zu beschatten. Doch eines Tages landet ein deutlich brisanterer Fall auf seinem Schreibtisch: Er soll den Tod des berühmten Schauspielers George Reeves (Ben Affleck) untersuchen. Offiziell gilt dessen Ableben als Suizid – doch die Hintergründe erscheinen rätselhaft und voller Widersprüche.
Je tiefer Simo in das Leben des verstorbenen Stars eintaucht, desto mehr zwielichtige Details treten zutage. Dazu zählt etwa Reeves’ Affäre mit Toni Mannix (Diane Lane), der Ehefrau des einflussreichen Studiobosses Eddie Mannix (Bob Hoskins). Hinzu kommen Ungereimtheiten im Polizeibericht und Aussagen, die nicht recht zusammenpassen – Indizien, die darauf hindeuten, dass mehrere Beteiligte ein doppeltes Spiel treiben könnten.
Ben Affleck ist famos!
Zunächst solltet ihr eure Erwartungen jedoch ein wenig justieren. Wer sich einen kompromisslos stilisierten, hochspannenden Neo-Noir in der Tradition von „L.A. Confidential“ erhofft, dürfte enttäuscht werden. Auch mit der visuellen Raffinesse von Brian De Palmas „The Black Dahlia“ kann „Die Hollywood-Verschwörung“ handwerklich nicht ganz mithalten. Stattdessen präsentiert sich der Film in einer eher glatten, stellenweise an hochwertig produzierte TV-Dramen erinnernden Optik – was durchaus stimmig ist, schließlich stammt er von Regisseur Allen Coulter, der vor allem durch prestigeträchtige Serienproduktionen wie „Akte X“, „Six Feet Under“, „Sons Of Anarchy“ oder „Boardwalk Empire“ bekannt wurde.
Schlecht ist „Die Hollywood-Verschwörung“ deshalb keineswegs – im Gegenteil: seine Stärke liegt in den vielschichtigen Figuren und der exzellenten Besetzung. Adrien Brody trifft nicht nur die wieselige Verschlagenheit eines Privatschnüfflers, sondern verleiht seiner Figur zugleich eine spürbare menschliche Verletzlichkeit. Die eigentliche Sensation aber ist Ben Affleck als George Reeves.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung galt Affleck als Schauspieler vielerorts noch als Fehlbesetzung – mit „Die Hollywood-Verschwörung“ leitete er jedoch eine spürbare Kurskorrektur ein und wurde dafür sogar mit einer Golden-Globe-Nominierung belohnt. Das Besondere an seiner Performance ist, dass er den altdekadenten Charme der Traumfabrik einfängt, ohne in karikaturhafte Posen zu verfallen. Den Fokus legt er auf Reeves’ innere Zerrissenheit, seine Einsamkeit und tiefe Traurigkeit.
Obwohl Reeves einst in „Vom Winde verweht“ mitspielte, bleibt er für die Öffentlichkeit vor allem eines: Superman. Für einen Schauspieler mit ernsthaften künstlerischen Ambitionen kann eine solche Festlegung zur persönlichen Hölle werden. Wie schmerzhaft diese Schublade ist, zeigt sich eindringlich in Afflecks Blicken, etwa wenn die Premiere seines neuen Films im hämischen Gelächter des Publikums untergeht. Ein kurzes Schwarz-Weiß-Video am Ende – auf das hier nicht näher eingegangen werden soll – entfaltet schließlich eine enorme Wucht: Es macht Reeves’ inneren Schmerz greifbar und liefert zugleich eine deutliche, wenn auch unausgesprochene Antwort auf die Frage nach den wahren Hintergründen seines Todes.
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