Das unvergesslich-schräge „Rosarote Panther“-Gespann Peter Sellers und Herbert Lom! „Lawrence von Arabien“-Star Alec Guinness, der zudem mit „Adel verpflichtet“ eine famose, pechschwarze Komödie in seiner Vita stehen hat! Hinzu kommen Hitchcock-Veteran Cecil Parker sowie Katie Johnson („Gaslicht“): Der makabre Komödien-Klassiker „Ladykillers“ ist prominent und punktgenau besetzt – und eines der fies-fröhlich schillerndsten Beispiele dafür, was britischen Humor ausmacht.
2004, fast 50 Jahre nach der „Ladykillers“-Premiere, versuchten die „Fargo“-Macher Joel und Ethan Coen, den Stoff mit Tom Hanks in die USA zu übertragen – und auch, wenn ihr Remake durchaus Charme hat, reicht es längst nicht an das brillante Original heran! Der pechschwarze Hit aus dem Jahr 1955 ist auch beim x-ten Anschauen großartig, und noch immer frech und pfiffig genug, um ganz neu entdeckt zu werden.
Nun habt ihr Gelegenheit dazu, denn am 23. Februar 2026 zeigt arte „Ladykillers“ ab 20.15 Uhr. Zudem findet ihr die Komödie vorübergehend in der arte-Mediathek, darüber hinaus könnt ihr sie als Leih- und Kauf-VOD beziehen, etwa via Amazon Prime Video:
Falls ihr ARTHAUS+ als Prime Video Channel* abonniert habt, könnt ihr „Ladykillers“ bei Amazon sogar ohne weitere Zusatzkosten abrufen.
Darum geht es in "Ladykillers"
Mrs. Wilberforce (Katie Johnson) ist eine verschrobene, goldige Dame älteren Semesters, die mit ihren geliebten Papageien ein Häuschen direkt am Londoner Bahnhof King’s Cross bewohnt. Zwei ihrer Zimmer vermietet sie an Professor Marcus (Alec Guinness), der dort mit seinen engen Freunden Major Courtney (Cecil Parker), Harry (Peter Sellers). Louis (Herbert Lom) und „Pfannkuchen“ (Danny Green) musiziert.
Nun ja, zumindest flunkern die Herren dies der alten Dame vor. In Wahrheit handelt es sich bei ihnen um eine eigenwillige Bande von Halunken, die einfach einen Plattenspieler laufen lassen, um währenddessen einen raffinierten Geldraub vorzubereiten. Nicht vorzustellen, was passieren wird, sollte Mrs. Wilberforce den Braten wittern...
Kriminelle Energie, ungeheuerliches Pech und hochnäsig untermalte Tristesse
Der Titel verrät bereits: Regisseur Alexander Mackendrick, der für die „Ladykillers“-Produktionsfirma Ealing Studios auch weitere geistreich-quirlige Komödien wie „Das Whisky-Schiff“ inszenierte, und Drehbuchautor William Rose („Eine total, total verrückte Welt“, „Rat mal, wer zum Essen kommt“) machen aus dem sich anfangs anbahnenden Raubzug-Spaß eine mörderische Komödie, in der eine rüstige Lady die Taten unerbittlicher Ganoven durchstehen muss, die ihre Kompetenzen maßlos überschätzen.
Das geschieht hinsichtlich des Dialogwitzes mit viel britischem Understatement, ist aber zugleich reich an abstrusen, zynisch inszenierten Missgeschicken, deren makabre Komik durch hintergründigen Witz über den steten Zwist zwischen (vermeintlich naiver) Unschuld und einer raffgierig-amoralischen Welt geerdet wird. Durch diese Skurrilität zieht sich eingangs charmant, dann zunehmend ätzender und letztlich wieder mit urkomischer Treffsicherheit das Boccherini-Menuett.
Das klassische Musikstück ist zwar überhaupt nicht repräsentativ für seinen Komponisten, stieg aber popkulturell zum akustischen Paradebeispiel für die Grenze zum Snobismus überquerende Kultiviertheit auf. Besser könnte sich die Klangwelt des Films nicht mit den ausgekochten, seltsam dreinblickenden Schurken, den grotesken Todesszenen und den in zahlreichen Braun-Grau-Graubraun-Facetten eingefangenen Schauplätzen reiben.
Falls ihr diese britische 1950er-Ästhetik mit dem US-Südstaaten-Aroma des „Ladykillers“-Remakes mit Tom Hanks vergleichen wollt: Auch die Neuauflage ist als VOD erhältlich!
Und wenn euch das noch nicht genug mörderisches Filmvergnügen war: Die kommende Komödie „How To Make A Killing“ wirkt wie ein moderner „Adel verpflichtet“-Twist mit einem extra Schuss Popcornkino-Action. Einen Vorgeschmack auf den Film mit Glen Powell und Margaret Qualley erhaltet ihr jetzt schon im folgenden Beitrag...
Deutscher Trailer zu "How To Make A Killing" mit Glen Powell: Würdest du für 28 Milliarden Dollar reihenweise morden?*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.