Direkt mit seinem ersten Film-Drehbuch hat Max Landis, Sohn von Kult-Regisseur John Landis („Blues Brothers“, „American Werewolf“, „Der Prinz aus Zamunda“), für ein echtes Ausrufezeichen gesorgt. Mit dem von Josh Trank inszenierten Found-Footage-Actioner „Chronicle“ (u. a. mit Michael B. Jordan in einer der Hauptrollen) brachte Landis 2012 frischen Wind ins Superhelden-Kino. Es folgten unter anderem die gefeierte, wenn auch kurzlebige Sci-Fi-Krimi-Comedy-Serie „Dirk Gentlys holistische Detektei“ und der Netflix-Fantasy-Hit „Bright“ mit Will Smith.
Danach kam die Hollywood-Karriere von Max Landis jedoch zum Erliegen. Mehrere Frauen warfen dem Autor, der schon zuvor durch misogyne Aussagen aufgefallen war, sexuellen und emotionalen Missbrauch vor. Sein Management ließ ihn fallen, auch „Chronicle“-Regisseur Josh Trank distanzierte sich von ihm und das Drehbuch zu seiner letzten großen Filmarbeit „Shadow In The Cloud“ wurde im Jahr 2020 noch einmal massiv umgeschrieben.
Nun aber die große Überraschung: Das Studio Paramount hat Max Landis sechs Jahre später jetzt angeheuert, um ein Drehbuch für einen neuen „G.I. Joe“-Film zu schreiben. Das berichtet das Branchenmagazin The Hollywood Reporter.
Auch Danny McBride schreibt ein "G.I. Joe"-Drehbuch
Und als wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, hat man parallel auch den für Comedyserien wie „Eastbound & Down“ und „The Righteous Gemstones“ sowie die „Halloween“-Reboot-Trilogie bekannten Schauspieler und Autor Danny McBride damit betraut, ebenfalls ein „G.I. Joe“-Projekt zu Papier zu bringen. Laut Quellen des Hollywood Reporters sei es danach der Plan, die beiden zunächst unabhängig voneinander entwickelten Drehbücher später zu einem zu verschmelzen.
Ob das neue „G.I. Joe“-Vorhaben dabei die anderen Projekte ersetzt oder ergänzt, die in den vergangenen Jahren immer wieder als Fortführung des auf einer Spielzeugreihe basierenden Sci-Fi-Action-Franchises kursierten (darunter ein Crossover mit „Transformers“) ist nicht bekannt.
Der nächste gecancelte Filmemacher bei Paramount
Max Landis ist ein weiterer in Ungnade gefallener Filmemacher, dem der Trump-nahe David Ellison, der seit der Fusionierung seiner Firma Skydance mit Paramount das neu entstandene Unternehmen leitet, neue Projekte anvertraut. Schon 2019 hat er Ex-Pixar-Boss John Lasseter als Animationschef bei Skydance eingestellt, nachdem dieser den Disney-Konzern in Folge von Belästigungsvorwürfen verlassen hatte. Außerdem hat Paramount unter Ellisons Führung 2025 die Arbeit an „Rush Hour 4“ bestätigt, der einmal mehr von Brett Ratner inszeniert werden soll – obwohl dieser von mehreren weiblichen Hollywood-Stars sexueller Übergriffe bezichtigt wurde und zudem prominent in den berüchtigten Epstein-Files auftaucht.
Aktuell macht Paramount außerdem mit der Übernahme des Traditionsstudios Warner Bros. Schlagzeilen, die nun finalisiert wurde. Mehr zum milliardenschweren Deal erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Paukenschlag! Netflix reißt sich "Game Of Thrones", "Harry Potter" & Co. doch nicht unter den Nagel – Paramount kauft Warner Bros. [Update]