Update vom 28. Februar: Inzwischen ist der Deal final besiegelt. Für eine Gesamtsumme von sage und schreibe 110 Milliarden Dollar hat Paramount nun Warner Bros. erworben. Der Zusammenschluss der beiden Hollywood-Studios soll voraussichtlich im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Weiter geht es mit der ursprünglichen Nachricht:
Bereits im Vorjahr ging es in dem Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery, den sich Streaming-Gigant Netflix und Paramount Pictures lieferten, heiß her. Wer würde am Ende das beste Gebot abgeben – und sich damit die Rechte an Marken wie „Harry Potter“, „Game Of Thrones“, „Der Herr der Ringe“ und dem DC-Kosmos um Batman und Superman sichern und zugleich auch allseits bekannte Kino-Klassiker wie „Casablanca“, „Blade Runner“ und „Der Zauberer von Oz“ in seinen Katalog aufnehmen?
Bereits im vergangenen Dezember berichteten wir: „Theoretisch könnte das Unternehmen aus dem Netflix-Deal noch aussteigen und sich jetzt für Paramount entscheiden. Die kommunizierte Vereinbarung sieht eine solche Ausstiegsmöglichkeit vor – allerdings gegen eine Strafzahlung“ – und genau das ist wenige Monate später nun tatsächlich eingetreten.
Einigte man sich mit Netflix zunächst auf einen Deal zu einem Kurs von 27,75 Dollar pro Firmenanteil, bietet Paramount letztlich 31 Dollar je Aktie – und übertrumpft damit das Angebot von Netflix, das der Streaming-Gigant nicht noch einmal kontern will. Anders als bei der geplanten Übernahme durch die unter anderem für „Stranger Things“ und „Squid Game“ bekannte Plattform gehören nun aber auch die linearen TV-Sender mit zum Paket, also etwa CNN.
Deal noch nicht unter Dach und Fach
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta warnt allerdings davor, das Geschäft bereits als in Stein gemeißelt zu betrachten. Die Übernahme sei „noch nicht in trockenen Tüchern. Die beiden Hollywood-Giganten haben die behördliche Überprüfung noch nicht bestanden“, wird Bonta etwa von Variety zitiert. „Das kalifornische Justizministerium führt eine laufende Untersuchung und wir beabsichtigen, diese gründlich durchzuführen.“
Schon jetzt wissen wir allerdings: Paramount muss noch tiefer in die Tasche greifen. Kommt es tatsächlich zu einer Aufkündigung des Netflix-Warner-Deals, ist nämlich eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar fällig. Die berühmte Filmschmiede, die seit dem Merge mit Produktionsstudio Skydance von CEO David Ellison geführt wird, habe bereits zugesagt, auch jene Zahlung zu übernehmen.
Warners David Zaslav bedankte sich in einem Statement indes bei seinen Doch-nicht-Partner*innen seitens des großen, roten N: „Netflix ist ein großartiges Unternehmen, und Ted [Sarandos], Greg [Peters], Spence [Neumann] und alle anderen dort waren während des gesamten Prozesses außergewöhnliche Partner für uns. Wir wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft“, wird der Warner-Boss bei Deadline etwa zitiert.
Abzuwarten bleibt, inwiefern sich der Deal dann auch für die Endkund*innen auswirken wird – etwa im Streaming. Schließlich werden Paramount+ und der gerade erst in Deutschland gestartete Dienst HBO Max damit in Zukunft zur selben Familie gehören. Aber natürlich wird uns auch Netflix weiterhin regelmäßig mit reihenweise Film- und Serien-Neuheiten versorgen, etwa mit einer Bestseller-Adaption, zu der diese Woche ein Trailer erschienen ist:
Eine der beliebtesten Thriller-Reihen der letzten 30 Jahre wird zur Netflix-Serie: Trailer zu Netflix' "Jo Nesbø's Harry Hole"