Einer der trotz des Fehlens handfester Beweise dauerhaftesten Mythen über den Zweiten Weltkrieg – zumindest in Großbritannien – lautet: Winston Churchill habe unmittelbar vor dem kritischen Wendepunkt des Konflikts zugunsten der Alliierten eine Reihe von Pornofilmen in Auftrag gegeben, um die Moral innerhalb seiner kurz vor dem Kollaps stehenden Truppen zu steigern.
Abgesehen von ein paar Gerüchten gibt es bis heute nur sehr vage Anhaltspunkte dafür, dass die britische Regierung Anfang der 1940er tatsächlich über eine solche Maßnahme auch nur nachgedacht hat. Trotzdem ist das Ganze natürlich ein – je nachdem, wie man zu derlei Dingen steht – amüsantes oder schockierendes Gedankenspiel.
Mit diesem hat sich auch Richard Hawkins beschäftigt, der Regisseur des viel gelobten „Everything“ von 2004 und Drehbuchautor von Paul Greengrass’ „Vom Fliegen und anderen Träumen“. Mit der tragikomischen Satire „Think Of England“ und einer fiktiven, sich an diesem Mythos orientierenden Story hat Hawkins seine erste Arbeit fürs Kino seit über 20 Jahren fertiggestellt.
„Think Of England“ feierte seine Weltpremiere im Rahmen des renommierten Tallinn Black Nights Film Festival in der Hauptstadt von Estland im November 2025. Im März wird der Titel nun erstmals in seiner britischen Produktionsheimat aufgeführt. Und zwar beim ebenfalls sehr angesehenen Glasgow Film Festival, bevor er später im Jahr landesweit auf die Leinwände kommen soll. Über einen wie auch immer gearteten deutschen Erscheinungstermin von „Think Of England“ gibt es indes noch keine Informationen.
In den wichtigsten Rollen sind dabei: Natalie Quarry aus der Historien-Serie „Call The Midwife“, Jack Bandeira („Star Wars: Andor“), John McCrea („Femme“), Ronni Ancona („Skins - Hautnah“), Newcomer Ollie Maddigan sowie die deutschen Mimen Ben Bela Böhm („Better Call Saul“) und Oscar Hoppe aus „Bad Banks“.
"Think Of England": Das ist die Story
Die Story spielt im Sommer 1943 auf den Orkney-Inseln vor der nördlichen Küste Schottlands: Die Landung in der Normandie steht unmittelbar bevor, doch die britischen Truppen an der Front gehen vor allem auch mental zunehmend auf dem Zahnfleisch.
Da wird von London eine aus sechs Menschen bestehende Gruppe auf das friedliche Archipel geschickt: Captain Clune (John McCrea), der für das Informationsministerium arbeitet und auf Filmpropaganda spezialisiert ist, Holly (Natalie Quarry), eine aufstrebende junge Schauspielerin, der exildeutsche Filmregisseur Max (Ben Bela Böhm), Maskenbildnerin Agnes (Ronni Ancona), Tontechniker Clifford (Ollie Maddigan) und Corporal Evans (Jack Bandeira), ein labiler Soldat.
Sie wurden aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten ausgewählt und mit einer streng geheimen Mission betraut: der Produktion pornografischer Filme, die die Moral der von Zweifeln und Angst durchzogenen Truppen vor der Invasion stärken sollen. Alle sechs leiden unter dem Druck moralischer Zweifel, aber auch dem dringenden Wunsch, zu helfen, den Faschismus in Europa zu besiegen und so Millionen von Leben zu retten…
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Einen ganz anderen Historienfilm samt Trailer stellen wir euch im folgenden Artikel vor:
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