Werbefreier TV-Tipp: Einer der besten Filme der 1980er-Jahre – urkomisch & zutiefst berührend
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Heute Abend steht euch der Sinn danach, mal wieder richtig herzhaft zu lachen, gleichwohl habt ihr aber auch nichts dagegen, die ein oder andere Träne zu vergießen? Dann solltet ihr unbedingt „Ein Ticket für Zwei“ einschalten!

Was waren die 1980er-Jahre doch für ein wahnsinnig stilprägendes Jahrzehnt – gerade auch für das Komödien-Genre! Man muss sich nur einmal vor Augen führen, welche Filme in dieser Zeit entstanden sind: „Zurück in die Zukunft“, „Harry und Sally“, „Ein Fisch namens Wanda“, „Die schrillen Vier auf Achse“, „Die nackte Kanone“ oder auch „Spaceballs“.

Doch damit nicht genug: Die 1980er-Jahre waren zugleich die große Dekade von John Hughes. Mit „The Breakfast Club“, „Ferris macht blau“ und „Sixteen Candles“ schuf er gleich drei der wichtigsten Coming-Of-Age-Filme aller Zeiten und prägte damit das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Aber Hughes konnte nicht nur Highschool-Melancholie und Teenager-Wortwitz – mit „Ein Ticket für Zwei“ legte er 1987 auch einen seiner besten Filme überhaupt vor und bewies einmal mehr seinen grandiosen Sinn für Humor ebenso wie sein feines Gespür für zwischenmenschliche Zwischentöne.

Ihr habt „Ein Ticket für Zwei“ bislang noch nicht gesehen? Dann bietet sich heute, am 3. März ab 22.35 Uhr, die perfekte Gelegenheit, ihn bei ZDFneo nachzuholen. Sollte euch dieser Sendetermin nicht passen, könnt ihr alternativ auf Paramount+ ausweichen, wo der Film aktuell im Abo verfügbar ist. Der Streamingdienst lässt sich zudem als Channel über Amazon Prime Video hinzubuchen.

Das ist "Ein Ticket für Zwei"

Neal Page (Steve Martin) möchte nur eines: so schnell wie möglich nach Hause, um Thanksgiving im Kreis seiner Familie zu feiern. Doch als er seinen Flug verpasst, beginnt eine Odyssee, die ihn auf Umwegen quer durch die USA führen wird. Bereits in New York ist ihm der gutmütige, aber unaufhörlich plappernde Duschvorhangvertreter Dale Griffith (John Candy) unangenehm aufgefallen, als dieser ihm das letzte Taxi vor der Nase wegschnappt.

Als schließlich wegen heftigen Schneefalls sämtliche weiteren Flüge gestrichen werden, sind Neal und Dale gezwungen, sich ein Hotelzimmer zu teilen. Was als Zweckgemeinschaft beginnt, entwickelt sich rasch zu einer abenteuerlichen Reise voller Missgeschicke, Pannen und skurriler Begegnungen – eine Odyssee, auf der weit mehr schiefläuft, als jemals nach Plan funktionieren könnte.

Ein wunderbares Kleinod

Schon allein Steve Martin dabei zuzusehen, wie er mit stoischer Verzweiflung und entnervter Miene alles daransetzt, endlich von New York nach Chicago zu gelangen, wäre den Film wert. Doch ihm mit John Candy einen der warmherzigsten Komiker seiner Zeit zur Seite zu stellen, macht „Ein Ticket für Zwei“ zum Aufeinandertreffen zweier absoluter Comedy-Größen. Mit perfektem Timing spielen sie sich die Bälle zu und erschaffen eine Dynamik, die gleichermaßen urkomisch wie zutiefst menschlich ist.

Das scheinbar endlose Chaos, durch das Neal und Dale stolpern, verwandelt sich unter der Regie von John Hughes in ein wahres Fest der Situationskomik: die unvergessliche Nacht im Hotel samt legendärer Hand zwischen zwei Kissen, die frostige Fahrt auf der Ladefläche eines Pick-ups oder Steve Martins legendärer Wutausbruch bei der Autovermietung – „Ein Ticket für Zwei“ reiht einen denkwürdigen Moment an den nächsten und beweist dabei ein außergewöhnliches Gespür für Rhythmus und Eskalation.

Doch wie so oft bei John Hughes bleibt es nicht beim Lachen. Hinter all dem Klamauk verbirgt sich eine berührende Geschichte über Einsamkeit, Verlust und unerwartete Freundschaft. Hier zeigt John Candy als Dale Griffith wohl die Performance seines Lebens: Als distanzlos-optimistische Quasselstrippe sorgt er nicht nur für die größten Lacher, sondern lässt in leisen Momenten auch eine tiefe Traurigkeit durchscheinen. Wenn sich am Ende seine wahre Situation offenbart und Blue Rooms „Everytime You Go Away“ erklingt, während das Bild in einem Close-up auf John Candys sanftem Lächeln einfriert, entfaltet „Ein Ticket für Zwei“ eine emotionale Wucht, die weit über das Genre hinausgeht. Großes Kino – damals wie heute.

"Ich mochte nicht, was ich da mache": Nach diesem Flop stellte Steve Martin seine Karriere in Frage

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