Seitdem ich vor etwa einem Jahr „Eine Wahnsinnsfamilie“ gesehen habe (in dem übrigens auch ein junger Keanu Reeves mitspielt!), arbeite ich daran, nach und nach meine weiteren Steve-Martin-Lücken zu füllen – schließlich handelt es sich bei dem „Only Murders In The Building“-Star um einen begnadeten Komiker und großartigen Schauspieler, dessen Filmografie neben verdienten Klassikern wie „Ein Ticket für Zwei“ oder „Drei Amigos!“ auch so manche Überraschung bereithält: das außergewöhnliche Musical „Tanz in den Wolken“ (1981) etwa oder auch den sträflich unterbewerteten Neo-Noir „Die unsichtbare Falle“ (1997).
Als Kind habe ich Steve Martin aber durch einen ganz anderen Film kennengelernt – und zwar einen seiner schlechtesten: „Immer Ärger mit Sergeant Bilko“ (1996), eine Militärkomödie, die damals in schöner Regelmäßigkeit im Fernsehen gezeigt wurde, heute aber in Vergessenheit geraten ist. Martin spielt hier einen Trickbetrüger, der auf einem amerikanischen Stützpunkt stationiert ist und dort mit allerlei schlitzohrigen Methoden versucht, seine Vorgesetzten an der Nase herumzuführen – bis ihm ein alter Rivale (Phil Hartman) in die Quere kommt.
Der von Jonathan Lynn („Keine halben Sachen“) inszenierte, auf der 50er-Jahre-Serie „The Phil Silvers Show“ basierende Ulk erhielt zu seinem Erscheinen überwiegend negative Kritiken, und obendrein floppte er an den Kinokassen – einem Budget von 39 Millionen US-Dollar standen Box-Office-Einnahmen von rund 38 Millionen gegenüber.
Auch Hauptdarsteller Martin äußerte sich später kritisch zu „Immer Ärger mit Sergeant Bilko“. In einem Interview mit The Independent erklärte er: „Ich mochte nicht, was ich da machte. Ich hatte das Gefühl, bergab statt bergauf zu gehen – also wollte ich eine Pause. Es ist kein schlechter Film, ein netter Film für Kinder, aber ich hatte das Gefühl, mich selbst zu enttäuschen. Ich war mir nicht mehr sicher, was ich eigentlich wollte.“ (via Far Out Magazine)
Tatsächlich trat Martin im Anschluss für eine Weile kürzer – er wollte nicht direkt die nächste Rolle annehmen, die ihm wie auf den Leib geschrieben scheint, sich rückblickend aber als Fehlentscheidung entpuppt. Erst 1999 feierte er an der Seite von Eddie Murphy in „Bowfingers große Nummer“ sein Komödien-Comeback – das diesmal wieder deutlich besser ankam!
Apropos Eddie Murphy: Auch dem „Beverly Hills Cop“-Star sind Karriere-Krisen alles andere als fremd. Welche seiner Rollen er mehr hasst als jede andere, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich hasse es": Eddie Murphy spricht offen über die schlimmste Rolle seines Lebens*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.