Nicolas Winding Refn zählt zweifelsohne zu den spannendsten Regisseuren des europäischen Kinos. 30 Jahre ist es mittlerweile her, dass der gebürtige Kopenhagener seine dänische Heimat direkt mit seinem Spielfilmdebüt „Pusher“ im Sturm eroberte, aus dem schließlich sogar eine Trilogie wurde – und zwar eine ebenso ungewöhnliche wie sehenswerte, mit einem auch schon damals herausragenden Mads Mikkelsen. Doch auch als ihm der Sprung nach Hollywood gelang, ließ sich der Auteur nicht ins Mainstream-Korsett stopfen.
Auf das intensive Verbrecher-Biopic „Bronson“ mit Tom Hardy und das etwas andere Wikinger-Epos „Walhalla Rising“ folgte mit „Drive“ dann wohl Refns massentauglichster Film – der sogleich von jetzt auf gleich zum Kult avancierte. An jenen Erfolg anschließen konnte er in den Folgejahren nicht. Doch auch wenn der hinlänglich als NWR bekannte Filmemacher seitdem keineswegs untätig war, steht jetzt doch ein besonderes Comeback des Dänen bevor.
"Maniac Cop": Nicolas Winding Refn dreht wieder einen Film!
Kurz nach dem „Drive“-Erfolg wurde bekannt, dass Refn ein Remake von „Maniac Cop“ produzieren will. War es zunächst der Plan, John Hyams („Universal Soldier: Day Of Reckoning“) als Regisseur für das Projekt zu engagieren, wurde daraus am Ende aber nichts. 2019 hieß es schließlich, „Maniac Cop“ würde als Serie für HBO entstehen – doch auch dieses Vorhaben scheint nun der Vergangenheit anzugehören.
Neuesten Informationen zufolge wird „Maniac Cop“ nun doch keine Serie, sondern tatsächlich ein Film – inszeniert von Nicolas Winding Refn höchstpersönlich! Das legt nun William Lustig, der Regisseur es ikonischen Originals, in einem aktuellen Interview nahe. Die Dreharbeiten sollen im kommenden Herbst starten, der Verleih zeitnah verkündet werden.
Das Besondere daran: Es wäre die erste Filmregie für den „Drive“-Regisseur seit einer ganzen Dekade! Denn auch wenn NWR in den vergangenen Jahren keineswegs untätig war, vertrieb er sich seit „The Neon Demon“ mit anderen Arbeiten die Zeit – wie etwa mit Serien („Too Old To Die Young“, „Copenhagen Cowboy“), Kurzfilmen und Musikvideos.
Daran, dass der Däne der Richtige ist, um den bis 2013 indizierten Großstadt-Slasher neu aufzulegen, dürfte allerdings kein Zweifel bestehen. Das Original, in dem ein hünenhafter Gesetzeshüter auf einen blutigen Streifzug durch New York zieht, entwickelt mit seiner überstilisiert und schonungslosen Gewaltorgie, seinem düsteren, mit Neon-Akzenten versetzten Look und seinem fast schon mythischen Protagonisten einen hypnotischen Sog, der zu Refns inszenatorischer Handschrift wie die Faust aufs Auge passt. Inwiefern sich das am Ende auch im Film zeigen wird, bekommen wir hoffentlich bald zu sehen. Wann die Neuverfilmung erscheinen und wer in die Fußstapfen von Original-Star Robert Z'Dar treten soll, ist noch nicht bekannt.
Die Uncut-Fassung des Originals steht mittlerweile übrigens nicht nur nicht mehr auf dem Index, sondern wurde inzwischen sogar ab 16 Jahren freigegeben – und vor nicht allzu langer Zeit sogar in 4K veröffentlicht: