"Ich wollte sie nicht": Morgan Freeman lehnte die Hauptrolle in diesem starbesetzten Drama ab – und wurde so erstmals zum Regisseur
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Wie reagiert ein Produzent, wenn sein Wunschkandidat für die Hauptrolle absagt? Er bietet ihm die Regie an! So erging es Morgan Freeman, als er Anfang der 90er-Jahre unverhofft – und dank einer besonderen Vereinbarung – zu seinem Regie-Debüt kam.

Castle Rock Entertainment

Was haben Marlon Brando, Gary Oldman, Ryan Gosling und Morgan Freeman gemeinsam – abgesehen davon, dass sie brillante Schauspieler sind bzw. waren? Sie alle führten einmalig bei einem Film selbst Regie – und kehrten im Anschluss, trotz teils hervorragender Kritiken, nie mehr auf den Regiestuhl zurück.

Manche erhoffen sich dadurch mehr künstlerische Freiheit, anderen dient das Inszenieren von Filmen ganz pragmatisch als zusätzliche Einnahmequelle. Im Fall von Morgan Freemans Regie-Einstand lief es allerdings ganz anders. Die Schauspielgröße („Erbarmungslos“) feierte 1993 mit dem Rassismus-Drama „Bopha!“ nur aufgrund eines ganz besonderen Deals ihr Debüt als Filmemacher.

Zwischen den Fronten: Das ist "Bopha!"

„Bopha! – Kampf um Freiheit“ erzählt vom rechtschaffenen Polizeibeamten Micah Mangena (Danny Glover), der in einer kleinen südafrikanischen Gemeinde für Recht und Ordnung sorgt. Mangena ist seinen weißen Vorgesetzen gegenüber loyal und stolz darauf, dass es in seinem Bezirk zwischen Schwarzen und Weißen friedlich zugeht. Doch als sich sein rebellischer Sohn an seiner Schule den Anti-Apartheid-Aktivisten anschließt, gerät Mangena in einen Gewissenskonflikt. Mit dramatischen Folgen.

Bopha! - Kampf um Freiheit
Bopha! - Kampf um Freiheit
2 Std. 00 Min.
Von Morgan Freeman
Mit Danny Glover, Malcolm McDowell, Alfre Woodard

Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Percy Mtwa aus dem Jahr 1986. Darin verarbeitet der südafrikanische Schauspieler und Regisseur reale Begebenheiten, die sein Vater (ein ehemaliger Polizist) in den 50er-Jahren erlebte. Theaterstück und Film handeln vom moralischen Konflikt eines Mannes, der sich zwischen der Loyalität zu seinem Arbeitgeber und der Liebe zu seiner Familie entscheiden muss. Eine packende Story, die schnell das Interesse von Studios und Produzenten weckte.

So wurde Morgan Freeman zum Regisseur

„Man hat mir die Hauptrolle in ‚Bopha!‘ angeboten“, erzählte Freeman dem Magazin Interview. Mit „man“ meinte der Oscar-prämierte Darsteller („Million Dollar Baby“) Produzent Lawrence N. Taubman, der Freeman unbedingt für die Rolle des Micah Mangena gewinnen wollte.

Doch der damals 55-jährige in Hollywood längst etablierte Charaktermime war nicht daran interessiert, bei dem Film vor der Kamera mitzuwirken. „Ich wollte die Rolle nicht“, erklärte Freeman. Was aber nicht bedeutete, dass er generell nicht an dem Projekt interessiert gewesen war – nur eben nicht als Schauspieler. Und so ergab sich erstmals in Freemans Karriere unverhofft die Möglichkeit, die „Seiten“ zu wechseln. „Man bot mir als eine Art Zugeständnis stattdessen an, die Regie zu übernehmen. Und ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit, mich als Filmemacher zu versuchen.“

Und so kam es. Freeman drehte „Bopha!“ (zu Deutsch: verhaften/festnehmen) im Sommer 1992 mit Stars wie Danny Glover („Lethal Weapon“) und Malcom MacDowell („Uhrwerk Orange“) in Simbabwe. Der Film war kein Erfolg an den Kassen, erhielt aber gute Kritiken. „Es war in jeder Hinsicht eine wunderbare Erfahrung“, erinnerte sich Freeman, den beim Regieführen nur eine Sache störte: Das ständige Einmischen der Studiobosse. „Sie saßen Tausende Kilometer entfernt und trafen die Entscheidungen. [...] Ich habe mir einfach ein gewisses Maß an Freiheit genommen!“ Es sollte Freemans erster – und bislang einziger – Ausflug auf den Regiestuhl bleiben.

Ein Jahr später drehte der Hollywoodstar unter der Regie von Frank Darabont ein siebenfach Oscar-nominiertes Drama, das laut Publikum sogar der beste Film aller Zeiten ist. Im nachfolgenden Streaming-Tipp erfahrt ihr, welcher Titel das ist:

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