Nur um 5 Minuten Zeit zu sparen: Ich habe "Scream 7" im Kino gesehen – und dabei einen großen Fehler gemacht!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Seitdem er nach „Scream“ eine Woche lang nicht schlafen konnte, jagt er diesem Gefühl hinterher – und schaut deshalb so gut wie jeden Horrorfilm.

„Scream 7“ wurde der Presse nicht vorab gezeigt. Also war klar: Wir gehen in die Preview am Mittwochabend und schreiben anschließend direkt unsere Kritik. Allerdings hätte ich besser darauf achten sollen, was für ein Kino ich da eigentlich buche.

Als riesiger Fan der „Scream“-Reihe war es für mich nicht nur Arbeit, sondern auch ein persönliches Vergnügen, am Mittwochabend am Tag vor dem offiziellen Kinostart eine Preview von „Scream 7“ zu besuchen. Aber welche Vorstellung passt am besten? Natürlich wollten wir einen möglichst frühen Termin, um uns dann so schnell wie möglich an die FILMSTARTS-Kritik zu „Scream 7“ setzen zu können – schließlich gab es einen riesigen Hype speziell um die Rückkehrer*innen Kevin Williamson (der „Scream“-Autor sitzt zum ersten Mal auf dem Regiestuhl) und Neve Campbell (hat „Scream 6“ wegen eines Gagenstreits ausgesetzt).

Im Berliner UCI-Kino an der East Side Gallery gab es gleich zwei OV-Previews, die im Abstand von nur fünf Minuten starten sollten. Aber mir ging es ja um jede Minute – also habe ich natürlich ein Ticket für die frühere Vorstellung gebucht, ohne weiter darauf zu achten, worauf ich mich da eigentlich einlasse. Im Gegensatz zum minimal späteren Termin fand meine Preview nämlich in einem sogenannten Screen-X-Saal statt – und das sollte sich noch als echtes Problem erweisen.

Eigentlich ein cooles Gimmick …

Nun bin ich kein Purist, der Kino-Neuerungen grundsätzlich ablehnt. Wer Bock hat, sich von seinem Sitz während des Films anständig durchrütteln zu lassen, soll das unbedingt tun, Kino darf ruhig auch ein bisschen Jahrmarkt sein. Und das mit den rüttelnden Sitzen hätte ich mir bei „Scream 7“ auch sehr gut vorstellen können – da würden die Jumpscares vermutlich noch härter reinhauen. Aber das Screen-X-Format ist schlicht nicht horrorkompatibel.

Wenn euch Screen X jetzt nicht sofort etwas sagt: In solchen Sälen wird der Film nicht nur vorne auf die Leinwand projiziert, stattdessen erstreckt sich das Bild auch an den Seitenwänden entlang. Man schaut zwar nicht nach links oder rechts, weil in diesen Bereichen auch nichts Handlungsrelevantes passiert – aber es füllt das periphere Sichtfeld zumindest so weit aus, dass man das Gefühl bekommt, tatsächlich „mittendrin“ in einem Raum zu sein. Speziell bei Animationsfilmen funktioniert das richtig gut, da kann man noch besser in die oft bunten Welten abtauchen.

… aber für Horror schlicht ungeeignet!

Nun würde man meinen, dass Screen X auch für Horror gut funktionieren könnte, wenn man noch immersiver in den Räumen steckt, wenn Ghostface seinen Opfern auflauert. Aber Pustekuchen! Die Jumpscares speziell in „Scream 7“ arbeiten nicht nur mit plötzlichen Geräuschen und Bewegungen, sondern auch mit plötzlicher Helligkeit – man sieht im Dunkeln nichts, aber dann wird es mit einem Mal hell und das Grauen bricht los. Es ist natürlich genau ausgetestet, wie viel heller es werden sollte, um den maximalen Effekt zu erzielen. Aber das bezieht sich nur darauf, dass in diesem Moment die Leinwand heller wird.

Aber in einem Screen-X-Saal werden parallel auch die angestrahlten Seitenwände im selben Maße heller – und das führt dazu, dass sich fast jeder Schockmoment so anfühlt, als würde jemand genau in dem Moment das Saallicht anmachen, wenn es gerade intensiv wird. Ein absoluter Spannungskiller! Deshalb ganz klar der Tipp: Wenn es bei euch in der Gegend auch die Chance gibt, einen Film im Screen-X-Format zu schauen, probiert es gerne aus, macht aber vielleicht bei Horrorfilmen einen Bogen drum.

Und die Frage, ob sich denn zumindest „Scream 7“ als Film lohnt oder nicht, haben wir dann nicht nur in der schriftlichen Kritik, sondern auch noch in einer YouTube-Review geklärt:

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