Seit Donnerstag läuft „Scream 7“ in den deutschen Kinos – und wie es aktuell aussieht, liefert er sich dort mit dem 5-Sterne-Meisterwerk „Marty Supreme“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitzenposition in den Charts. In den USA sieht es sogar noch besser aus: In Nordamerika wird für „Scream 7“ aktuell ein Eröffnungswochenende zwischen 45 und 50 Millionen Dollar prognostiziert – das wäre der beste Start eines „Scream“-Films überhaupt.
Man kann also schon jetzt sagen: Die alles andere als reibungslose Produktionsgeschichte scheint sich zumindest am Box Office nicht negativ auszuwirken. Der Hype um Ghostface wächst sogar eher noch. Zugleich merkt man dem Film selbst an vielen Stellen an, dass das alles nicht immer so geplant war – und vieles improvisiert offensichtlich werden musste.
Das Aus für eine geplante Trilogie
„Scream 7“ ist trotz seines überzeugenden Unterhaltungswertes der bislang schwächste Teil der Reihe (-> zur ausführlichen FILMSTARTS-Kritik). Dabei sollte der Film ursprünglich der Abschluss einer Trilogie sein, die mit „Scream 5“ begonnen hat und in der das Verhältnis von Sam Carpenter (Melissa Barrera) zu ihrem verstorbenen Vater, dem originalen Ghostface-Killer Billy Loomis (Skeet Ulrich), im Zentrum stehen sollte.
Aber dann wurde Melissa Barrera wegen ihrer israelkritischen Social-Media-Postings nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 von der Produktionsfirma Spyglass gefeuert. Kurz darauf verabschiedete sich auch noch ihre Film-Schwester Jenna Ortega. Zunächst hieß es noch, dass die Entscheidung wegen Terminkonflikten getroffen worden sei. Aber inzwischen ist klar, dass der „Wednesday“-Star vor allem aus Solidarität zu Melissa Barrera ausgestiegen ist.
Sogar das FBI wurde eingeschaltet
Nur wenig später hatte auch Regisseur Christopher Landon („Happy Death Day“) genug. Stattdessen übernahm „Scream“-Erfinder Kevin Williamson, obwohl dieser seit seinem Debüt „Tötet Mrs. Tingle“ nicht mehr auf dem Regiestuhl eines Kinofilms saß. Nach dem Verlust seiner beiden Hauptdarstellerinnen musste die Vision für „Scream 7“ jedenfalls noch einmal komplett überdacht werden – und da lag natürlich der Verdacht nahe, dass Christopher Landon einfach keine Lust hatte, noch einmal komplett von vorne anzufangen.
Aber wie wir mittlerweile von ihm selbst wissen, steckt noch viel mehr dahinter: Nach dem Rauswurf von Melissa Barrera wurde Christopher Landon nicht nur von einem Internet-Mob attackiert, der Regisseur und seine Familie erhielten auch Morddrohungen, weshalb sogar das FBI eingeschaltet wurde. Die Sache hätte irgendwann solche Ausmaße angenommen, dass er „seinen Traumjob aufgeben musste“, wie Landon in einem Interview verriet.
Das Perfide daran: Morddrohungen sind so oder so verachtenswert – aber in diesem Fall war der Regisseur in die Entscheidung, Melissa Barrera zu feuern, nicht einmal involviert. Diese wurde ganz allein von der Produktionsfirma getroffen.
Wie sehr man „Scream 7“ anmerkt, dass der Plot ein Stück weit aus der Not geboren ist, erfahrt ihr auch in unserer Video-Kritik zum Horror-Slasher: