Seit ihrem Durchbruch in Martin Scorseses rauschhaftem Biopic „The Wolf Of Wall Street“ (2013) zählt Margot Robbie zur A-Liga Hollywoods. Auf der Habenseite der Australierin stehen bisher drei Oscar-Nominierungen, fünf Nominierungen für den Golden Globe und der Gewinn vieler anderer international begehrter Filmpreise (darunter zweimal der renommierte Critics' Choice Movie Awards).
Doch auch gestandene Vollprofis wie Robbie, die zu den bestbezahlten Schauspielerinnen der Traumfabrik zählt, geraten in ihrem Job hin und wieder an ihre Grenzen. So geschehen bei der Entstehung des starbesetzten Prä-Me-Too-Dramas „Bombshell“ (2019). Für Robbie zählt die Entstehung einer ganz bestimmten Szene sogar zu den bislang herausforderndsten Momenten ihrer Karriere.
Drei Frauen brechen das Schweigen: Das ist "Bombshell"
Der Film setzt im Sommer 2016 ein, als die gefeuerte Fox-News-Moderatorin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) Klage gegen Senderchef Robert Ailes (John Lithgow) einreicht. Die Anschuldigung: Der seit 20 Jahren an der Spitze des konservativen Senders stehende Ex-Präsidenten-Berater soll Carlson über Jahre sexuell belästigt haben. Bald schließen sich immer mehr Mitarbeiterinnen den Vorwürfen an, darunter Starmoderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron) und die aufstrebende Nachwuchsjournalistin Kayla Pospisil (Margot Robbie). Gemeinsam ziehen die Frauen gegen den Sender und ihren mächtigen Vorsteher in den Krieg um Wahrheit und Gerechtigkeit.
Das von Jay Roach („Die Rosenschlacht“) inszenierte Werk behandelt die wahren Ereignisse rund um den Ex-Fox-News-Nachrichtenchef Roger Ailes, der nach den Vorwürfen sexueller Belästigung 2016 all seine Posten aufgeben musste. „Bombshell“ legt schonungslos männerdominierte Machtstrukturen und ein lang gewachsenes System sexueller Ausbeutung offen. Und: Er enthält einige schwer verdauliche Momente, die Ailes Praktiken radikal offenlegen.
Der Film ist vor allem für einen kurzen Abschnitt bekannt, in dem das demütigende, frauenverachtende Verhalten des Medienmoguls besonders explizit gezeigt wird. Er spielt im Büro des Senderchefs, in dem dieser Kayla Pospisil auffordert, ihr Kleid vor seinen Augen immer weiter hochzuziehen. Anschließend verdeutlicht ihr Ailes, dass das Geschehene geheim bleiben müsse und von ihr weitere „Loyalitätsbeweise“ folgen müssten – wenn sie ihre Karriere nicht gefährden wolle.
Das Margot Robbie über den extrem belastenden Moment
Um Robbie beim Dreh der Szene zu entlasten (und sie nicht mehrfach wiederholen zu müssen), filmte Roach sie mit mehreren Kameras gleichzeitig. Am Ende war sie nach einem einzigen Take im Kasten. Robbie fühlte sich beim Dreh dennoch extrem unwohl. „John und ich waren beide gleichermaßen verstört von dieser Szene“, so die 35-Jährige (via FandomWire). Robbie zufolge werde die beklemmende Wirkung durch die Kombination aus Kaylas Unbehagen und Lithgows wenigen Dialogzeilen erzeugt. „Genau das macht es so verstörend. Es gibt für sie kein Entkommen.“
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Auch der Ailes-Darsteller war tief bewegt von der Szene. „Sie besteht fast vollständig aus Regieanweisungen. In etwa drei Minuten sprechen Margot und vielleicht zwölf Wörter – und trotzdem fängt dein Herz an zu rasen“, erklärte der zweifach Oscar-nominierte New Yorker („Zeit der Zärtlichkeit“). Laut Lithgow hätten er und Robbie die Geschehnissen genau so gespielt, wie sie im Drehbuch standen.
Nicht immer halten sich Schauspieler so akkurat ans Skript oder hören auf ihre Regisseure. In vielen Fällen kommt es hinter den Kulissen sogar zum handfesten Streit. Davon kann Publikumsliebling Tom Hanks ein Lied singen. Gerüchten zufolge geriet er bei Dreharbeiten Ende der 80er mit einem Regisseur dermaßen aneinander, dass dieser nach 13 Tagen (!) seinen Posten verlor:
"Es war schmerzhaft für beide": Dieser Regisseur hat es gehasst, mit Tom Hanks zusammenzuarbeiten