"Ich hätte wahrscheinlich abgesagt": Die Rückkehr von Jamie Lee Curtis zur beliebten Slasher-Reihe wäre beinahe gescheitert
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Jamie Lee Curtis hätte ihr ikonisches „Halloween“-Comeback beinahe abgesagt – denn sie hatte keine Ahnung, dass sie in insgesamt drei Filmen mitspielen sollte. Doch sie nutzte die ungeplante Verpflichtung geschickt für einen Deal der besonderen Art.

Mit seiner „Halloween“-Trilogie verschaffte Horror-Experte David Gordon Green („Der Exorzist – Das Bekenntnis) einem der legendärsten Slasher-Franchises eine ebenso referentielle wie zeitgeistige Frischzellenkur. Mit Erfolg: Die drei Filme spielten weltweit fast 500 Millionen Dollar ein, wobei der erste Teil (2018) mit 260 Millionen Dollar am meisten in die Kasse spülte.

Die direkte Fortsetzung zum Meilenstein „Halloween – Die Nacht des Grauens“ aus dem Jahr 1978 zählt zu den besten Horror-Filmen 2018. Drei Faktoren machten die Rückkehr von Kult-Killer Michael Myers bei Publikum und Kritik so populär. Der fiese, aber immer treffsichere Humor, die klugen Anspielungen auf den ersten Teil – und Jamie Lee Curtis in ihrer Paraderolle als Laurie Strode. Curtis zeigt als traumatisierte, aber gereifte und entschlossen auftretende 60-Jährige eine brillante Performance. Fast hätte es diese mitreißende Tour-de-Force jedoch nie gegeben.

Curtis erhielt das „Halloween“-Rollenangebot Ende 2017. Nachdem sie das Drehbuch gelesen hatte, musste die Schauspielerin nicht lange überlegen und sagte schnell zu. Ihre (Vor-) Freude auf das Comeback in einer der erfolgreichsten Horror-Reihen aller Zeiten bezog sich allerdings nur auf EINEN Film – und nicht auf die gesamte Trilogie.

Halloween
Halloween
Starttermin 25. Oktober 2018 | 1 Std. 49 Min.
Von David Gordon Green
Mit Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak
Pressekritiken
3,3
User-Wertung
3,7
Filmstarts
4,0
Im Stream

Curtis-Zusage dank Hit-Produzent Jason Blum

Während eines Panels auf dem texanischen South by Southwest Festival sagte die 67-Jährige (via Variety): „Wäre man auf mich zugekommen und hätte mir von den Plänen einer Trilogie erzählt, hätte ich wahrscheinlich abgesagt.“ Und sie ergänzte: „Der einzige Grund, warum ich heute hier sitze, ist Jason Blum, der Blumhouse leitet. Er ist derjenige, der die ‚Halloween‘-Filme zurückgebracht hat.“

„Halloween“ wurde federführend von der Horror-Schmiede Blumhouse Productions („Get Out“, „The Black Phone“) produziert, die Blum seit ihrer Gründung 2000 mit gewaltigem Erfolg leitet. Curtis konnte sich, trotz der Lorbeeren, einen Seitenhieb auf den Hit-Produzenten und seine „Erfolgsmethode“ nicht verkneifen. „Jason Blum ist berüchtigt dafür, sparsam zu sein. Wie macht man Low-Budget-Filme? Man bezahlt die Leute nicht. Das ist das Prinzip“, scherzte Curtis. Doch ihre Aussage war nicht nur als Witz gemeint.

"Gib‘ mir einfach ein bisschen Geld"

Curtis‘ Argument: Da bei Low-Budget-Produktionen die Bezahlung der Darsteller nicht so üppig wie gewohnt ausfällt, wäre für sie ein Film infrage gekommen. Aber keine jahrelange Verpflichtung für weitere Filme zu diesen Konditionen. Doch es kam anders.

Curtis habe erst bei der Nachbearbeitung von „Halloween“ durch Regisseur Green erfahren, dass Fortsetzungen geplant sind. „David sagte zu mir: ‚Du weißt, dass es eine Trilogie ist.‘ Ich meinte nur: ‚Äh, nein.‘ Dann ging ich zu Blum und sagte: ‚Ich habe da ein paar Ideen, vielleicht kannst du mir einen First-Look-Deal anbieten. Gib‘ mir einfach ein bisschen Geld.‘“

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Außerdem habe sie Blum nach einem „kleinen Entwicklungsdeal“ gefragt – ebenfalls mit Erfolg. Ein Entwicklungsdeal ist die Vorstufe zum First-Look-Deal und – für den Macher des Projekts – vor allem mit einem wichtigen Aspekt bzw. Vorteil verbunden: die ersten Gelder vom Studio fließen.

Durch die ausgehandelten Deals gelang es Curtis, einige ihrer Herzensprojekte (u.a. das Drama „The Lost Bus“ mit Matthew McConaaughey) mit ihrer Produktionsfirma Comet Pictures zu realisieren oder entscheidend voranzubringen. Eine Win-Win-Situation: Curtis und Comet Pictures erhielten die Finanzspritze von Blumhouse, während die Schauspielerin ihr „Okay“ für die beiden „Halloween“-Fortsetzungen gab.

Jamie Lee Curtis ist vielen Formaten und Serien zu Hause. Seit kurzem gibt es auf Amazon Prime Video die starbesetzte Serie „Scarpetta“, in der, wie passend, ein Serienkiller sein Unwesen treibt. Curtis spielt darin u.a. neben einem anderen weiblichen Hollywood-Superstar, der in den letzten Jahren vor allem in Serien begeisterte:

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