Sogar die Poster zum Remake eines der verstörendsten Horror-Schocker sind zu brutal – deswegen dürfen sie jetzt nicht im Kino hängen
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

In diesem Jahr kommt die Neuauflage eines wahrlich verstörenden und berüchtigten Horrorfilm in die Kinos: „Faces Of Death“ alias „Gesichter des Todes“. Dass das Remake dem Original in nichts nachsteht, zeigt jetzt die Aufregung um selbst die Poster.

Gesichter des Todes“ von 1978 ist einer der berüchtigtsten Filme der Kinogeschichte. Er begründete das Genre des sogenannten „Mondo-Horrors“. Hierunter fallen Filme, die vorgeben, echte Todesfälle in dokumentarischer Form zu zeigen. In „Gesichter des Todes“ geht es so vor allem auch darum, eine Sammlung von Filmaufnahmen zu präsentieren, die ein Pathologe angeblich über Jahrzehnte gesammelt hat und die verschiedene, teils sehr brutale Arten des Sterbens zeigen.

Besonders verstörend wirkte der Film nicht zuletzt deshalb, weil der Schrecken nicht vollständig inszeniert ist, sondern auch einige echte Aufnahmen unter das größtenteils, vor allem in den drastischsten und berühmtesten Szenen aber fiktive Geschehen gemischt wurden. Lange hielt sich vor allem unter dem jungen Publikum sogar der Mythos, dass alle Szenen real seien. Der Film beschäftigte auch immer die Jugendschutzbehörden. Das Gefühl, etwas „Verbotenes“ und „Echtes“ zu sehen, machte auch einen Großteil des Reizes des Originals bei vielen Zuschauer*innen aus.

Ein neuer Schock-Mythos beim Remake

Auch beim „Faces Of Death“-Remake von Daniel Goldhaber („How To Blow Up A Pipeline“) dürfte man darauf setzen, dass sich um den Film neue Mythen ranken. So erklärte der Filmemacher bereits, dass erneut echte Todesszenen Teil des Films sein werden: „Wir haben eine Lösung für dieses Problem gefunden, die viel juristische und logistische Vorarbeit erforderte. Es ist uns sehr wichtig, diesen Aspekt des Originals zu würdigen“, verriet er so.

Es dürfte dazu beitragen, dass Leute erneut spekulieren, was echt und was nur inszeniert ist. Auch die neuste Aufregung um den Film könnte beim Marketing helfen. Denn wie die Webseite Discussing Film enthüllen konnte, dürfen die neuen Poster zu „Faces Of Death“ nicht in Kinos gezeigt werden.

Diese Poster sind zu hart

Die amerikanischen Behörden haben den Einsatz der Plakate in Kinos verboten. Die Begründung: Die gezeigten Bilder seien insgesamt zu intensiv und verstörend, um in einem Kino zu hängen, wo es passieren könne, dass Kinder sie im Vorbeigehen erspähen.

Dem amerikanischen Verleih IFC Films war offensichtlich auch bewusst, dass die Inhalte eigentlich zu drastisch sind, um sie zu zeigen. Die Gewaltdarstellung auf den jetzt zuerst bei Discussing Film veröffentlichten Postern ist mittels ein Filters bearbeitet und nur verschwommen. Darüber findet sich eine Inhaltswarnung, dass der Film Material enthalte, dass viele Menschen verstörend finden könnten. Wir verzichten an dieser Stelle trotzdem darauf, die Poster hier einzublenden. Ihr könnt sie bei Discussing Film sehen.

Es ist nicht bekannt, ob IFC Films diese Poster so zensiert bereits eingereicht hat. Ein Hinweis bei Discussing Film, dass es sich um die drei Poster handelt, bei welchen die Behörde den Einsatz ins Kinos verboten hat, deutet das an. Es ist aber auch sehr gut möglich, dass IFC Films erst mal unzensierte Poster eingereicht hat, um bewusst die Ablehnung zu provozieren und jetzt nur die bearbeiteten Fassungen im Netz veröffentlicht.

Ein geschickter Marketing-Schachzug ist es auf jeden Fall, um den Mythos rund um den Film zu befeuern. Schließlich gab es zuvor schon um den Trailer Aufregung, der von YouTube verbannt wurde. Erst danach wurde eine jugendfreie neue Version veröffentlicht, die wir euch auch eingangs eingebunden haben.

Faces Of Death
Faces Of Death
1 Std. 38 Min.
Von Daniel Goldhaber
Mit Dacre Montgomery, Barbie Ferreira, Josie Totah

In den USA wird „Faces Of Death“ am 10. April 2026 in die Kinos kommen. Im Mittelpunkt der Rahmenhandlung stehen dieses Mal zwei Frauen (gespielt von „Euphoria“-Star Barbie Ferreira und Pop-Superstar Charli xcx), die als Content-Moderatorinnen gewalttätige Inhalte auf einer Internetplattform sichten und kontrollieren. Dabei stoßen sie auf eine Gruppe, die die Morde aus dem „Gesichter des Todes“-Originals nachstellt. Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht.

Ein Kult-Horrorfilm kommt derweil neu ins Heimkino. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Von Stephen King & dem Urvater des Zombie-Kinos: Vergessener Horror-Kult kehrt zurück – und erscheint erstmals auf Blu-ray und in 4K

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