Heute im TV: Dieser Zombie-Horror sollte eigentlich ein Kult-Franchise neu starten – ging aber ziemlich baden
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Seit „Silent Hill“ ihm gezeigt hat, dass es doch auch gute Videospieladaptionen geben kann, hält Gamer Markus sehnsüchtig Ausschau nach weiteren.

Nach dem Ende der „Resident Evil“-Filme mit Milla Jovovich sollte „Resident Evil: Welcome To Raccoon City“ eine Reboot-Reihe einläuten, die sich enger an der Videospielvorlage orientiert. Das Ergebnis zeigt Sat.1 heute erneut im Free-TV.

Es ist durchaus ungewöhnlich, dass ein Studio eine Filmreihe beendet, deren sechs Teile bei einem vergleichsweise überschaubaren Produktionsbudget von rund 290 Millionen Dollar mehr als 1,2 Milliarden Dollar eingespielt haben, vor allem wenn der sechste Film zudem noch der erfolgreichste war. Im Fall von „Resident Evil“ wollten sich aber auch vor allem Regisseur Paul W.S. Anderson und seine Hauptdarstellerin und Ehefrau Milla Jovovich mal anderen Dingen widmen.

Und so sehr sich die Hexalogie eine Anhängerschar aufbauen konnte, viele Fans der legendären Survival-Horror-Videospielvorlagen waren nie wirklich glücklich mit der Adaption, da sich Anderson lediglich ein paar ikonische Versatzstücke der Reihe herausgepickt und anschließend einfach sein ganz eigenes Action-Spektakel drumherum gestrickt hat.

Resident Evil: Welcome To Raccoon City
Resident Evil: Welcome To Raccoon City
Starttermin 25. November 2021 | 1 Std. 47 Min.
Von Johannes Roberts
Mit Kaya Scodelario, Hannah John-Kamen, Robbie Amell
User-Wertung
2,4
Filmstarts
2,0

Da man das beliebte Franchise aber natürlich auch auf der großen Leinwand nicht ruhen lassen wollte, war so nun die optimale Gelegenheit gekommen, um das Ganze von vorne aufzurollen und der Gamerschaft endlich das zu geben, wonach sie seit 20 Jahren verlangte. Der 2021 in den Kinos gelaufene Reboot „Resident Evil: Welcome To Raccoon City“ orientierte sich dann tatsächlich wesentlich enger am Ausgangsmaterial – und konnte dennoch weder qualitativ noch finanziell wirklich überzeugen.

Fünf Jahre später könnt ihr euch nun erneut im Free-TV selbst ein Bild davon machen: Sat.1 zeigt „Resident Evil: Welcome To Raccoon City“ am heutigen 29. März 2026 um 23.00 Uhr. Eine Wiederholung läuft direkt in der anschließenden Nacht ab 3.05 Uhr. Wer die Ausstrahlung verpasst hat und seine Filme ohnehin lieber ohne Werbung genießt, kann sich den „Resident Evil“-Reboot natürlich auch auf DVD und Blu-ray oder als VoD zulegen (in einem Streaming-Abo ist er derzeit allerdings nicht enthalten):

Darum geht's in "Resident Evil: Welcome To Raccoon City"

Nachdem sie als Jugendliche aus dem örtlichen Waisenhaus geflohen ist, kehrt Claire Redfield (Kaya Scodelario) im Jahr 1998 in ihre Heimatstadt Raccoon City zurück. Der Ort ist mittlerweile aber nur noch ein Schatten seiner selbst, seitdem der alles dominierende Pharmakonzern Umbrella hier seinen Firmensitz aufgegeben hat. Aber nicht nur wirtschaftlich geht es bergab: Immer mehr Bewohner und Bewohnerinnen haben zudem mit schweren gesundheitlichen Problemen wie starkem Haarausfall und zunehmend aggressivem Verhalten zu kämpfen.

Claire, die von einer anonymen Quelle auf finstere Machenschaften von Umbrella aufmerksam gemacht wurde, will der Sache unbedingt weiter auf den Grund gehen – und bekommt dabei Unterstützung vom Polizei-Anfänger Leon S. Kennedy (Avan Jogia). Zur selben Zeit untersuchen Claires Cop-Bruder Chris (Robbie Amell) und seine Einheit unter der Führung von Albert Wesker (Tom Hopper) das Verschwinden zweier Kollegen in einem abgelegenen Anwesen vor den Toren der Stadt, das dem Umbrella-Gründer gehört hat...

Weder für "Resi"-Fans noch für Neulinge

Man merkt „Resident Evil: Welcome To Raccoon City“ durchaus die Liebe zu den als Vorlage dienenden wegweisenden ersten beiden Videospiel-Teilen an. Mit vielen Easter Eggs und so manchem kleinen Gänsehaut-Moment (etwa beim jeweiligen ersten Blick auf die ikonischen Schauplätze aus „Resident Evil 1 & 2“) macht „47 Meters Down“-Regisseur Johannes Roberts deutlich, dass ihm die Games definitiv am Herzen liegen.

„Wenig atmosphärischer Grusel und die ebenso lückenhaft wie erratisch erzählte Geschichte dürften aber weder eingefleischte Fans noch Franchise-Neulinge wirklich glücklich machen“, heißt es jedoch im Fazit der vom Autor dieser Zeilen verfassten FILMSTARTS-Kritik, in der es nur schwache 2 von 5 Sternen gab. Obwohl Horror hier eindeutig größer geschrieben werden soll als in den vorherigen Adaptionen, kommt angesichts der sprunghaften Verknüpfung der Storys aus zwei „Resi“-Spielen an keiner der Locations wirklich Schauerstimmung auf. Die schrecklichen Dialoge und die miesen Computereffekte setzen dem Ganzen dann noch die Krone auf.

Kommt "Resident Evil: Welcome To Raccoon City 2"?

An den Kinokassen blieb „Resident Evil: Welcome To Raccoon City“ dann ebenfalls hinter den Erwartungen zurück und erzielte mit 42 Millionen Dollar weltweitem Einspiel das schlechteste Ergebnis eines „Resident Evil“-Live-Action-Films. Zwar war er mit einem Budget von 25 Millionen Dollar auch der günstigste, wirklich grüne Zahlen dürfte er angesichts des zu diesen Kosten noch hinzukommenden Werbebudgets bei der Kinoauswertung allerdings nicht geschrieben haben.

Daher wird es auch keine Fortsetzung von „Welcome To Raccoon City“ geben. Stattdessen wagt man noch in diesem Jahr einen weiteren Neuanfang – und der mutet nicht nur wegen Horror-Hoffnung Zach Cregger („Weapons“, „Barbarian“) auf dem Regiestuhl äußerst vielversprechend an. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Vom Macher eines der besten Horrorfilme 2025: Gleich zwei gute Nachrichten zum Reboot der größten Zombie-Saga aller Zeiten

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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