"Daredevil: Born Again" Staffel 2 neu auf Disney+: So gut ist die neue Season der Marvel-Serie!
Julius Vietzen
Julius Vietzen
-Senior-Redakteur
Seit "Iron Man" ist Julius ein riesiger Fan, der nach "Avengers: Endgame" und dem Ende der Infinity-Saga nun auch die Multiversums-Saga im MCU in vollen Zügen genießt.

Nur ein Jahr nach Staffel 1 geht „Daredevil: Born Again“ ab heute auf Disney+ weiter. Marvel-Experte Julius hat bereits alle acht Folgen gesehen und verrät euch in seiner spoilerfreien Kritik, warum Season 2 sogar noch besser als Season 1 ist.

Als im Jahr 2015 mit „Daredevil“ das damals noch auf Netflix beheimatete „Defenders“-Universum seinen Anfang nahm, war das etwas ganz Besonderes: Denn eine Marvel-Serie, erst recht eine von derartiger Qualität, war ein absolutes Novum. Elf Jahre später sind Marvel-Serien allgegenwärtig (in Zeiten von fortschreitender Marvel-Müdigkeit womöglich sogar etwas ZU allgegenwärtig), doch seine besondere Stellung hat sich Daredevil behalten. Denn nicht nur gehört „Daredevil: Born Again“ zu den besseren Marvel-Serien; „Born Again“ bringt auch nach und nach das komplette „Defenders“-Universum ins MCU.

In der ersten Staffel „Daredevil: Born Again“ waren allerdings hier und da noch die Narben der großen Umarbeitung zu bemerken, die die Serie während des Hollywood-Streiks 2023 durchlaufen ist. In der zweiten Staffel sind keine solchen Operationen am offenen Herzen bekannt, weswegen die neue Season auch eine insgesamt noch rundere Sache ist als die ohnehin schon sehr gute erste Staffel. Gleichzeitig bleibt die Serie aber auch ihren Stärken treu und verbindet weiterhin harte, großartig choreographierte Action mit toll gezeichneten und gespielten Figuren.

Ich habe bereits alle acht Folgen von „Daredevil: Born Again“ Season 2 gesehen und in den folgenden Absätzen könnt ihr mehr darüber lesen, wie mir die neuen Episoden gefallen haben und was euch darin erwartet. Ab sofort könnt ihr euch aber auch selbst ein Bild machen, denn die zweite Staffel „Daredevil: Born Again“ ist ab sofort bei Disney+ verfügbar. Jede Woche gibt es eine neue Folge:

Die Handlung von "Daredevil: Born Again“ Staffel 2

„Daredevil: Born Again“ Staffel 2 knüpft mehr oder weniger nahtlos an das Ende der ersten Season an: Bürgermeister Wilson Fisk (Vincent D'Onofrio) baut seine nahezu komplette Kontrolle über New York City weiter aus und geht mit Hilfe seiner Anti-Vigilante Task Force (AVTF) mit harter Hand gegen maskierte Rächer wie Daredevil (Charlie Cox) vor – und gegen alle, die Daredevil helfen oder Fisk in die Quere kommen. Währenddessen kämpfen Daredevil, Karen Page (Deborah Ann Woll) und ihre wenigen Verbündeten aus dem Untergrund heraus gegen Fisk.

So kommt es auch, dass Daredevil eines Nachts ein Frachtschiff untersucht, das in Red Hook, Fisks Freihandelshafen in New York City, anlegen will. An Bord entdeckt der blinde Rächer zahlreiche Waffen, doch bevor er diese sicherstellen kann, versenken der Kapitän und sein Erster Maat das Schiff – was eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang setzt, in die neben Daredevil und Co. bald auch seine Ex-Freundin Heather (Margarita Levieva), der (Ex-)Bösewicht Bullseye (Wilson Bethel), der ebenso mysteriöse wie einflussreiche Mr. Charles (Matthew Lillard) und zahlreiche weitere Figuren verwickelt werden...

Mehr als nur gute Action

Daredevil mag in der zweiten Staffel einen neuen Anzug tragen (erstmals mit dem ikonischen Doppel-D auf der Brust!), doch sonst bleibt in der zweiten Staffel „Daredevil: Born Again“ alles beim Alten. Dafür ist die erste Folge von Season 2 ein guter Beleg, die direkt mit einer ordentlich brutalen und stark gefilmten Actionszene loslegt, in der Daredevil ein paar Schergen an Bord des Frachtschiffes verdrischt.

Eine zweite Actionszene am Ende der ersten Folge ist zudem ein guter Vorgeschmack darauf, dass die Action in dieser zweiten Staffel immer wieder geschickt variiert und nie langweilig wird: Mal kämpft Daredevil alleine, mal in Begleitung, mal gegen eine Gruppe von Gegnern und mal gegen einen ebenbürtigen Widersacher.

Gleichzeitig werden hier auch die Guerilla-Taktik von Matt und Karen und der Polit-Thriller-Aspekt der Serie etabliert: Der Druck auf Fisk wegen seines harten Vorgehens nimmt zu, weswegen er schon fast am Ende zu stehen scheint, bevor ihm Mr. Charles mit einem einzigen Anruf die Gouverneurin und den Bezirksstaatsanwalt vom Hals schafft.

Stark inszeniert und erschreckend aktuell

Zudem erweist sich „Daredevil: Born Again“ nicht nur in der ersten Folge, sondern auch in der restlichen zweiten Staffel als eine handwerklich hervorragend inszenierte Marvel-Serie. Das Filmemacher-Duo Aaron Moorhead und Justin Benson, eigentlich bekannt für hochgelobte Indie-Titel wie „The Endless“, beweist nach „Loki“ und der ersten Staffel „Born Again“ ein weiteres Mal, dass sie eine echte Bereicherung für das MCU sind.

So inszenieren sie in den ersten beiden Folgen etwa Daredevils Supersinne mit Zooms und Bildformat-Wechseln oder ziehen immer wieder visuelle Parallelen zwischen Matt und Karen auf der einen und Fisk und seiner Frau Vanessa (Ayelet Zurer) auf der anderen Seite, die natürlich auch auf der inhaltlichen Ebene gespiegelt werden. In solchen Momenten können zudem die Darsteller*innen von „Daredevil: Born Again“ ihre ganze Klasse ausspielen, wobei einmal mehr die großartig harmonierenden Charlie Cox und Vincent D‘Onofrio herausstechen.

Andere Parallelen, vor allem die zur innenpolitischen Lage in den USA (ICE und die AVTF, Trump und Fisk), sind womöglich eher zufälliger Natur, sorgen aber nichtsdestotrotz dafür, dass sich „Daredevil: Born Again“ immer wieder erschreckend aktuell und erschütternd echt anfühlt.

Erst (etwas) schleppend, dann (richtig) spannend

Gleichzeitig muss jedoch auch gesagt werden: Obwohl „Daredevil: Born Again“ Season 2 visuell und inszenatorisch richtig stark loslegt, dauert es eine Weile, bis die neue Staffel auch inhaltlich und erzählerisch so richtig in Schwung kommt. Schuld daran sind die zahlreichen Figuren und Handlungsstränge, die erst einmal etabliert und in Gang gebracht werden müssen, so dass es in den ersten Folgen durchaus ein wenig schleppend vorangeht.

Ohne zu viel zu verraten: Spätestens mit dem Ende der vierten Episode sollte dann jedoch auch der letzte „Daredevil“-Fan an Bord sein. Denn von diesem Punkt an zieht „Daredevil: Born Again“ Season 2 so richtig an, was schließlich in einem mörderisch spannenden (und mordsmäßig brutalen) Finale mündet, das zugleich die Weichen für die dritte Staffel stellt, die aktuell bereits gedreht wird.

Fazit: „Daredevil: Born Again“ ist anders als die erste Staffel ohne größere Umbauarbeiten entstanden und das merkt man den neuen Folgen auch an: Die alten Stärken sind geblieben, und die wenigen Schwächen der ersten Staffel wurden fast komplett ausgemerzt.

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