Sci-Fi- und Horror-Regisseur Paul W.S. Anderson („Event Horizon“, „Resident Evil“) einen klassischen Abenteuer-Film, basierend auf einem global bekannten und beliebten Roman machen zu lassen, klang erst einmal nach einem ziemlich interessanten Konzept. Als „Die drei Musketiere“ 2011 in den Kinos anlief, stellte es sich aber doch als eine eher dumme Idee heraus.
Der Brite und sein durchaus hochkarätiger Cast lieferten zwar einige handwerklich adäquat gemachte Action-Szenen ab, aber das war es dann schon. Etwas wirklich Einfallsreiches oder nur einen stimmigen Erzählfluss gibt es in der x-ten Adaption von Alexandre Dumas‘ Heldenstory nämlich nicht zu erleben.
Deshalb braucht ihr nicht einzuschalten, wenn „Die drei Musketiere“ am heutigen 7. April 2026 um 22.35 Uhr auf Kabel Eins gezeigt wird. Falls ihr es trotzdem riskieren wollt, der Termin euch aber nicht passt, könnt ihr auf Blu-ray, DVD oder ein kostenpflichtiges Video-on-Demand* des FSK-12-Titels zurückgreifen.
"Die drei Musketiere": Das ist die Story
Paris, Anfang des 17. Jahrhunderts: Der junge D’Artagnan (Logan Lerman) ist gerade erst aus seiner provinziellen Heimat eingetroffen, da hat er schon reichlich Ärger am Hals. Gleich drei Männer – Athos (Matthew Macfadyen), Aramis (Luke Evans) und Porthos (Ray Stevenson) – fühlen sich von ihm samt seiner unbekümmerten Art vor den Kopf gestoßen und fordern ihn nacheinander zum Degenduell heraus.
Just, als die in der Eliteeinheit des Königs (Freddie Fox) dienenden Musketiere dem Neuankömmling an den Kragen wollen, kommt ihnen etwas dazwischen. Denn der böse Kardinal Richelieu (Christoph Waltz), seine rechte Hand Rochefort (Mads Mikkelsen) sowie die gnadenlose Attentäterin und Spionin Milady de Winter (Milla Jovovich) planen, das Land in einen Krieg mit England zu stürzen. So darf D’Artagnan statt gegen die Musketiere nun an ihrer Seite für Frieden in Frankreich kämpfen...
Constantin Film
Überfrachtet, lahm und unbefriedigend
Das deutsche Studio Constantin Film stellte Paul W.S. Anderson ein sattes Budget von 75 Millionen US-Dollar zur Verfügung, besorgte ihm einige der schönsten Schlösser Bayerns als Drehorte und setzte ihm eine ganze Reihe populärer Stars auf die Castliste. So mischten nicht nur Bond-Bösewicht Mads Mikkelsen („Casino Royale“) und Tarantino-Liebling Christoph Waltz („Inglourious Basterds“, „Django Unchained“) mit, sondern auch „Der Herr der Ringe“-Legolas Orlando Bloom und Luke Evans aus „Der Hobbit“.
Dazu kamen noch Andersons Ehefrau und Dauerkollaborateurin Milla Jovovich („Das fünfte Element“) sowie Logan Lerman aus den „Percy Jackson“-Kinoabenteuern in der Hauptrolle. Auch der hiesige Star Til Schweiger („Knockin‘ On Heaven‘s Door“) mischt übrigens mit – das allerdings in einem recht kleinen und eher überflüssigen Nebenpart.
Doch was nützen die bekanntesten Darsteller*innen, wenn Drehbuch und Inszenierung sie im Stich lassen? Gar nichts, wie unsere enttäuschende 1,5 von 5 Sternen vergebende FILMSTARTS-Kritik feststellt. Beweist sich doch ausgerechnet der Regisseur als Fehlbesetzung. Unser Autor Florian Koch stellt fest, dass Anderson hier jegliches Gefühl für richtigen Rhythmus, harmonisches Zusammenspiel aller Elemente und charmante Situationskomik schmerzlich vermissen lässt.
Diese Defizite, für die die Drehbuchautoren Andrew Davies („Bridget Jones“) und Alex Litvak („Predators“) mitverantwortlich sind, äußern sich unter anderem in statischer Kameraarbeit, einem ungelenken Schnitt und unpassenden Zeitlupe-Sequenzen.
Angesichts der genialen Literaturvorlage sind die überfrachtete, sich dabei gleichzeitig immer wieder grausam lahm dahinschleppende Handlung der Adaption sowie deren unbefriedigende Figurenzeichnung und die oft platt anmutenden Dialoge besonders ärgerlich. Also lasst das Einschalten besser sein. Schaut heute Abend stattdessen lieber in unsere Liste der besten Abenteuer-Filme aller Zeiten rein und streamt einen (oder zwei?) Titel davon.
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.