Dieses Epos ist noch besser als "Gladiator": Schaut dieses bildgewaltige Historien-Abenteuer heute Abend im TV – ohne Werbung!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Kolossale Ausstattung, malerische Bilder, gewaltige Massenszenen und eine mit Passion erzählte Geschichte über Widerstand: Stanley Kubricks Historien-Epos „Spartacus“ läuft heute Abend ohne Werbepause im Free-TV!

Feiertage sind wie geschaffen, um sich in Monumentalfilmen zu verlieren: Ohne hinter der nächsten Ecke lauernden Arbeitsstress geht es ganz entspannt rauf aufs Sofa, während ein extralanges, bildgewaltiges, bombastisch ausgestattetes Epos über den Bildschirm flimmert! Und nun müsst ihr weder ein Streaming-Abo bemühen noch eure DVD-Sammlung entstauben, um euch vom Filmprunk überwältigen zu lassen.

Denn heute, am 5. April 2026, zeigt arte ab 20.15 Uhr „Spartacus“ von „Shining“-Meisterregisseur Stanley Kubrick! Außerdem ist der umwerfende Klassiker in der arte-Mediathek abrufbar und auf vielen Portalen als Leih- und Kauf-VOD erhältlich, etwa bei Amazon Prime Video.

Wenn es um Historien-Abenteuer geht, ist dieser Prachtfilm Teil der Spitzenliga – da stimmt die FILMSTARTS-Community zu: Ihr habt „Spartacus“ unter die zehn besten Vertreter seines Genres gewählt! Und zumindest in den Augen des Verfassers dieses TV-Tipps ist „Spartacus“ sogar ein (noch!) stärkerer Film über das Leben und Leiden von Gladiatoren im antiken Rom als der Oscar-Abräumer „Gladiator“.

Aber selbst, wenn man Ridley Scotts mit treibend-wuchtiger, zwischendurch verträumter Hans-Zimmer-Musik untermalten Historien-Blockbuster dem Kubrick-Epos vorzieht: So ein Oster-Sonntag ist der ideale Zeitpunkt, um diesen nach alter Schule klotzenden, in seiner Aussage zeitlosen Schwert-und-Sandalen-Schinken zu verkosten!

Darum geht es in "Spartacus"

Das antike Rom: Der rebellische Sklave Spartacus (Kirk Douglas) wird an Lentulus Batiatus (Peter Ustinov) verkauft, den Besitzer einer Gladiatorenschule. Dort lernt er alles, was ein erfolgreicher Kämpfer wissen muss, und verliebt sich in die Sklavin Varinia (Jean Simmons). Als eines Tages der patrizische Senator Marcus Crassus (Laurence Olivier) sie erwirbt, zettelt Spartacus einen Aufstand an – erfolgreich!

Die Gladiatoren erlangen die Freiheit und beschließen, unter Spartacus' Führung zur Hafenstadt Brundisium aufzubrechen und auf dem Weg dorthin weitere Sklaven zu befreien, bevor sie mit Hilfe einer Piratenflotte Kurs auf ihre Heimatländer nehmen. Der römische Senat setzt allerdings alles daran, die Revolution niederzuknüppeln...

Mit Prunk und Pomp gegen die piefige Obrigkeit rebelliert

„Spartacus“ war für Hauptdarsteller und Produzent Kirk Douglas ein Passionsprojekt: Er wollte mit einem monumentalen Historienstoff seine Starpower beweisen und zugleich in politisch angespannten Zeiten einem möglichst breiten US-Publikum seine politischen Überzeugungen vorleben. Zu diesem Zweck heuerte Douglas ursprünglich „Nackte Gewalt“-Regisseur Anthony Mann an, mit dem er sich allerdings wenige Tage nach Drehbeginn verkrachte.

Daraufhin holte er Kubrick dazu. Der beklagte zwar, dass er kreativ die Zügel nicht allein in der Hand hielt, dennoch leistete er formidable Arbeit: Im imposanten Breitbildformat Super Technirama 70 gedreht, besticht „Spartacus“ mit scharfen, detaillierten Bildern und malerischem Einsatz von Licht. Die Kulissen sind kolossal und das Finale mit Tausenden von Statist*innen ist einfach eine Wucht – weshalb für den Film ein damals nahezu unvorstellbares Budget von zwölf Millionen Dollar verbraucht wurde.

Kubrick und Douglas suchten zudem den Zwist mit den US-Moralwächtern: Sie verliehen vielen Szenen homoerotische Anstriche, des Weiteren macht der von „Manche mögen's heiß“-Star Tony Curtis mit Witz, Eleganz und Passion gespielte Sklave Antoninus in einer Sequenz durch halbseiden kaschierte Euphemismen („Ich esse Austern UND Schnecken“) klar, bisexuell zu sein. Diese Passage wurde jedoch, gemeinsam mit einigen weiteren dem konservativen Jugendschutz missfallenden Szenen, bei Kino-Uraufführung zensiert und erst in den 1990ern wieder in „Spartacus“ eingefügt.

An anderer Stelle setzten sich dagegen Douglas und Produzent Edward Lewis gegen Druck von außen durch: Im Vorspann wird ganz unverhohlen Dalton Trumbo als Drehbuchautor genannt, obwohl er sich als Kapitalismuskritiker während der sogenannten der McCarthy-Ära auf der Schwarzen Liste befand. Auf diesem Stinkefinger ließ man es nicht beruhen:

Trumbo schießt in „Spartacus“ vehement gegen eine das Volk ausbeutende, Solidarität als Schwäche abkanzelnde Oberschicht, gegen Denunziantentum und die vehemente Verfolgung jener, die sich für die Gemeinschaft einsetzen. Der überzeugte Republikaner John Wayne hat aus diesem Grund „Spartacus“ als marxistische Propaganda beschimpft:

Dieses monumentale 3-Stunden-Epos hat John Wayne richtig wütend gemacht

Die Academy Of Motion Picture Arts And Sciences derweil war von der Freiheitskämpfer-Saga schwer angetan: 1961 winkten ihr vier Oscars, nämlich in den Sparten „Bester Nebendarsteller“ (für Peter Ustinov), „Beste Kostüme“, „Bestes Szenenbild“ und „Beste Kamera“. Weitere Nominierungen gab es für den Schnitt und die komplexe, abwechslungsreich arrangierte Filmmusik von Alex North, die rückblickend als Brücke zwischen dem klassischen Sound des Goldenen Zeitalters des Hollywood-Systems und moderneren Ansätzen gefeiert wird.

Nur konsequent, dass ein im monumentalen Historiengewand gekleideter Film über den Wert einer das Gemeinwohl im Blick haltenden Rebellion musikalisch zwischen den Zeiten wandelt! Und wenn ihr es bevorzugt, Kubrick auf kontroversen, dystopischen Pfaden wandeln zu sehen: Streamt doch nach „Spartacus“ unseren folgenden Filmtipp...

Streaming-Tipp: Einer der besten & verstörendsten Filme aller Zeiten, den wirklich jeder Kinofan gesehen haben muss

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