Robin Williams verklagte die Macher seines ersten Kinofilms – aus gutem Grund: "Irreführend und unfair"
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Wünscht sich eine schon lange überfällige Renaissance der Kino-Komödie und schaut sich deshalb schon aus Prinzip nahezu jeden neuen Vertreter dieses Genres an, der es auf die Leinwand schafft.

Vor 45 Jahren war Robin Williams erstmals auf der Leinwand zu sehen – als „Popeye“. Doch tatsächlich stand er bereits zuvor für einen Kinofilm vor der Kamera. Wieso diese Tatsache zum Gegenstand einer Klage wurde, erfahrt ihr hier.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Angesichts seiner zahlreichen Kino-Erfolge gerät manchmal in Vergessenheit, dass Robin Williams seinen großen Durchbruch gar nicht auf der Leinwand, sondern im Fernsehen feierte: Als schräger Außerirdischer in der Sitcom „Mork vom Ork“ wurde er Ende der 1970er-Jahre quasi über Nacht zum Star. Natürlich rissen sich die großen Hollywood-Studios anschließend darum, den 2014 verstorbenen Kult-Komiker für seine erste Kinorolle zu verpflichten.

1980 war es dann auch schon so weit: In „Popeye“ – der ersten (und bisher einzigen) Realverfilmung der von Elzie Crisler Segar erdachten Cartoon-Serie um den schlagkräftigen Seemann und Spinat-Liebhaber – schlüpfte Williams in die Titelrolle. Das Studio bewarb den Film damals offensiv als das große Leinwand-Debüt des frischgebackenen TV-Stars. Doch eigentlich stimmte das gar nicht: Bereits 1977 hatte Williams für einen Kinofilm vor der Kamera gestanden – die Episodenkomödie „Can I Do It... 'Til I Need Glasses?“.

Can I Do It 'Till I Need Glasses?
Can I Do It 'Till I Need Glasses?
1 Std. 13 Min.
Von I. Robert Levy
Mit Angelyne, Roger Behr, Joey Camen
User-Wertung
3,0

Tatsächlich wurden die Szenen mit Williams aber zunächst nicht einmal veröffentlicht – da der zu diesem Zeitpunkt vor allem als Stand-Up-Comedian aktive Schauspieler damals noch völlig unbekannt war, sprach nichts dagegen, sie aus dramaturgischen Gründen der Schere zu opfern. Als Williams urplötzlich zum Star wurde, sah Autor und Produzent Mike Callie – der den Film größtenteils aus eigenen Mitteln finanzierte – aber seine große Chance gekommen:

Kurzerhand veröffentlichte er die Low-Budget-Komödie, von der bis dahin kaum jemand Notiz genommen hatte, noch einmal – diesmal jedoch mit Robin Williams als zentralem Verkaufsargument. Er platzierte seinen Namen und sein Gesicht prominent auf dem Poster, obwohl der spätere Oscar-Preisträger („Good Will Hunting“) nur in zwei kurzen, zuvor als entbehrlich empfundenen Segmenten überhaupt zu sehen war.

Robin Williams klagte – doch der Produzent des Films verteidigte sich!

Das gefiel Williams und seinem Management ganz und gar nicht – laut einem Zeitungsartikel der Los Angeles Times kritisierten sie die Werbung als „irreführend und unfair“ (via Collider) und gingen juristisch gegen Callie vor. Auch die Studio-Verantwortlichen waren verärgert, weil ihnen so die geplante Marketing-Strategie erschwert wurde. Callie hat sich später in einem Interview verteidigt (via Far Out Magazine):

„Das ist ein klassischer Fall von Gold, das auf dem Schneideraum-Boden liegen geblieben ist“, so der findige Geschäftsmann, der damals auch einen Club im kalifornischen Newport Beach betrieb, in dem Williams als Comedian auftrat. „Robin […] wurde für seine Arbeit bezahlt und hat eine Freigabe unterschrieben. Ich habe keine Kamera durch sein Schlafzimmerfenster gehalten und seine Hochzeitsnacht gefilmt. Und ich habe in der Vereinbarung auch nichts gelesen wie: ‚Diese Freigabe wird ungültig, sobald der Darsteller berühmt wird.‘“

Da ist durchaus ein Argument, dennoch gab Callie schließlich klein bei und verzichtete darauf, Williams weiterhin als Star des Films darzustellen. „Can I Do It... 'Til I Need Glasses?“ geriet schnell in Vergessenheit.

Übrigens war es nicht das letzte Mal, dass Williams gerichtliche Schritte einleitete. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

Robin Wiliams verklagte ein Studio auf 6 Millionen Dollar – wegen eines Films, der später gnadenlos floppte!

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