Robin Wiliams verklagte ein Studio auf 6 Millionen Dollar – wegen eines Films, der später gnadenlos floppte!
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Ein mehrfach umbenannter Film, ein (unerwarteter) Wechsel von Studio und Hauptdarsteller – und ein geschasster Hollywood-Star, der mit einer Millionenklage vor Gericht zog. Lest hier die verrückte Geschichte rund um Robin Williams und „Cop Out“.

Die sagenumwobene Black List in Hollywood beinhaltet gewissermaßen die unverfilmten Lieblingsdrehbücher der Traumfabrik. Es sind Skripte, die bei den großen Produzenten für großes Interesse sorgten – für die aber (bislang noch) kein Studio gefunden wurden. Einige Experten gehen davon aus, dass Jahr für Jahr mehrere Zehntausend Drehbücher geschrieben und in der Branche als potenziell verfilmbare Stoffe diskutiert werden. Doch auf die Black List schaffen es nur die besten, vielversprechendsten der bislang unverfilmten Drehbücher.

2008 erschien ein Drehbuch mit einem Arbeitstitel auf der jährlichen Black List, der geradezu darauf abzielte, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dass sich dahinter inhaltlich etwas völlig anderes verbarg und die eigentliche Story in eine gänzlich andere Richtung ging, ist die eine Sache. Eine andere Sache ist, dass einer der größten Hollywood-Stars die ursprüngliche Produktionsfirma mit einer Millionenklage überzog – und am Ende mit einem ordentlichen Imageverlust dastand. Lest hier die ganze unglaubliche Geschichte hinter "Cop Out".

Robin Williams als Hauptdarsteller – oder doch nicht?

„A Couple Of Dicks“ – so lautete der (reißerische) Originaltitel des Drehbuchs, das von den Brüdern Mark und Robb Cullen stammte. Ein Skript mit einem solchen Namen auf der begehrten, alljährlichen Black List? Nur zu verständlich, dass das Buch die Neugier einiger Produzenten weckte. Bei einem Blick hinein stellten sie fest, dass der Film alles andere als eine Sex-Komödie oder dergleichen war. Stattdessen verbarg sich hinter „A Couple Of Dicks“ eine Buddy-Cop-Komödie im Stile von „Lethal Weapon“ („dick“ ist ein alter Begriff für „Detektiv“). Und kein Geringerer als Kult-Komiker und Oscar-Preisträger Robin Willams („Good Will Hunting“) sollte die Hauptrolle spielen. Was sich in der Folge entwickelte war allerdings eine an Missverständnissen und Verfehlungen nicht arme Story, die selbst ziemlich Drehbuch-reif anmutet.

Da die meisten Studiobosse ein Problem mit dem anzüglichen Arbeitstitel hatten, waren die Cullens gezwungen, den Namen zweimal zu ändern. Am Ende einigte man sich auf „Cop Out“ und das auf Komödien und Horror spezialisierte Indie-Studio Gold Circle Films („The Wedding Date“, „Slither“) sollte das Werk produzieren.

Cop Out - Geladen und entsichert
Cop Out - Geladen und entsichert
Starttermin 15. April 2010 | 1 Std. 40 Min.
Von Kevin Smith
Mit Bruce Willis, Tracy Morgan, Juan Carlos Hernandez
Pressekritiken
2,6
User-Wertung
2,1
Filmstarts
2,0

Laut Far Out Magazine unterschrieb Williams im Laufe dieser turbulenten Phase offiziell für den Film. Sein Vertrag sah eine Zahlung von 6 Millionen Dollar vor, egal, ob der Streifen tatsächlich gedreht wurde oder nicht – oder zumindest dachten das Williams und sein Management. Es ist gut vorstellbar wie überrascht der Hollywoodstar gewesen sein muss als die Nachricht durchsickerte, dass Gold Circle die Entwicklungsphase gestoppt und mittlerweile Warner Bros. die Produktion übernommen hatte. Und mehr noch: Warner hatte für die Hauptrollen Bruce Willis und Tracy Morgan vorgesehen und eine Veröffentlichung von „Cop Out“ für das Jahr 2010 anvisiert. Von Williams war plötzlich keine Rede mehr.

Viel Aufregung um ... einen Mega-Flop!

Wenig später verklagten Williams' Anwälte Gold Circle auf jene (angeblich vereinbarte) 6 Millionen Dollar. Ohne Erfolg: Die Produktionsfirma konnte belegen, dass zwischen ihr und Williams nie ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen war und bekam vor Gericht recht. Der Schauspielstar und seine Vertreter legten erfolglos Widerspruch ein und drohten sogar mit einer Klage auf Erstattung der Gerichts- und Anwaltskosten. In jener Zeit erlitt Williams‘ Ansehen in Hollywood deutliche Risse. In der Presse stellte man ihn als kleinlich und sturköpfig dar. Ein Mann, der Urteile nicht akzeptieren und scheinbar nur schlecht verlieren könne – und sich noch dazu mit den großen Studios anlegt.

Cop Out - Geladen und entsichert

Ironischerweise hatte die ganze Sache am Ende für Williams wahrscheinlich sogar etwas Gutes. Denn der kurze Zeit später von Kevin Smith inszenierte Buddy-Movie-Actioner wurde ein künstlerischer wie kommerzieller Megaflop. Am Ende stand ein magerer Gewinn von lediglich 18 Millionen Dollar.

Doch „Cop Out“ ist noch nichts gegen den wirklich größten Flop in der Box-Office-Historie. Es war vor genau 30 Jahren, als ein Action-Abenteuer in die Kinos kam, das, im wahrsten Sinne, auf beispiellose Art und Weise baden ging. Dabei standen schon die Dreharbeiten unter keinem guten Stern:

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