Nach einem Bürgerkrieg übernimmt ein herrisches Regime die Macht und hält sich mit perfiden Spielchen über Wasser: Jahr für Jahr werden Jugendliche zum Wettkampf gebeten, bei dem sie ihre Heimat repräsentieren – doch nur ein einziger Teenager kommt lebend aus dem Event heraus! Wer nun an die „Tribute von Panem“-Saga denkt, liegt zwar keineswegs daneben, doch das ist nicht die einzig richtige Antwort:
Auch die Stephen-King-Romanadaption „The Long Walk – Todesmarsch“ erzählt solch eine Geschichte. Darin greifen aber nicht zwei Tribute pro Distrikt zu den Waffen. Stattdessen soll ein Jugendlicher pro US-Staat einen Marsch antreten – bis einer nach dem anderen vor Erschöpfung ins Gras beißt. Passenderweise übernahm bei dem Projekt Francis Lawrence die Regie: Er inszenierte sämtliche „Tribute von Panem“-Fortsetzungen, das 2023 gestartete Prequel sowie das dieses Jahr anlaufende Prequel „Die Tribute von Panem: Sunrise On The Reaping“.
Wenn ihr die blutige Dystopie (wieder) sehen möchtet, bietet sich nun eine willkommene Gelegenheit: Ab sofort ist „The Long Walk“ beim Sky-Streamingdienst WOW im Abo enthalten!
Außerdem ist „The Long Walk“ unter anderem via Amazon Prime Video* als Leih- und Kauf-VOD verfügbar und physisch im Heimkino erhältlich: Auf DVD*, Blu-ray* und im 4K-Steelbook*.
Darum geht es in "The Long Walk"
Man stelle es sich vor: Die USA werden von einem repressiven Regime beherrscht, das eine unkonventionelle Methode verfolgt, um der grassierenden Finanznotlage entgegenzuwirken. Es propagiert, dass sich Produktivität und Wohlstand dadurch steigern lassen, dass sich die Jugend des Landes freiwillig zu einem tödlichen Wettbewerb meldet!
Jahr für Jahr findet ein „Langer Marsch“ statt, an dem je ein männlicher Jugendlicher pro Bundesstaat teilnimmt und den nur einer der Teenager gewinnen kann: Sie müssen quer durchs Land marschieren, dürfen dabei aber nicht die Geschwindigkeit von drei Meilen pro Stunde unterschreiten. Wer nach drei Warnungen nicht spurt, wird unter dem Kommando des autoritären Major (Mark Hamill) erschossen. Der letzte Überlebende hat derweil einen Wunsch frei.
Zu den neusten Teilnehmern gehören Ray Garraty (Cooper Hoffman), der sich gegen den Willen seiner Mutter angemeldet hat, der erstaunlich optimistische Peter McVries (David Jonsson) und Sportskanone Billy Stebbins (Garrett Wareing)...
Wenig Spektakel, pointierte Härte
Während Lawrence in den „Tribute von Panem“-Filmen viel der Fantasie des Publikums überlässt, um sich in den USA die kommerziell attraktive Altersfreigabe PG-13 zu sichern (was in Deutschland in eine FSK ab 12 Jahren mündete), zeigt er in „The Long Walk“ weniger Zurückhaltung: Mit einem härteren R-Rating in den USA und einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren wird drastischer draufgehalten, wenn die Teilnehmer durch die Schergen des Major eliminiert werden.
Dabei verfolgt der Regisseur eine dramaturgisch stimmige Taktik: Sehr früh erfolgen ein paar harsche, explizite Tötungen, mit denen das Militär innerhalb der kargen Filmwelt den zuvor noch naiv-illusorischen Jungs vorführt, wozu es fähig ist. Und Lawrence gibt seinem Publikum eine Richtung vor, was es sich später vor dem geistigen Auge ausmalen soll, wenn weitere Tötungen außerhalb des Wahrnehmungsfelds der zentralen Figuren geschehen.
Sobald Ray, Peter und Co. glauben, sich ans Leid gewöhnt zu haben, werden sie (und wir) durch weitere, unerwartet derb ausgekostete Tötungen wachgerüttelt. Dann werden im Namen des Major garstige Exempel statuiert, wann immer jemand glaubt, aus der vorgegebenen Reihe tanzen zu müssen oder vermeintlich beschämende Schwäche zeigen zu können.
Wie bei Stephen-King-Verfilmungen nahezu unvermeidlich, gibt es auch im Falle von „The Long Walk“ viel Diskussionspotential hinsichtlich des Schlussakts: Das unheimliche, kopflastige Ende der als Kriegsmetapher dienenden Vorlage weicht in dieser Dystopie über naiv-kurzsichtige Gehorsamkeit, Hoffnung verschlingenden Totalitarismus und das Volk ausbluten lassende, brutale Symbolpolitik einem raschen, emotionalen Doppeltiefschlag.
Darüber, ob dies als eine thematisch adäquate, eigene Lösung des Films betrachtet werden sollte oder als Mainstream-Simplifizierung eines finster-literarischen Ausklangs, kann man streiten. Im Kern bleibt „The Long Walk“ aber, wie FILMSTARTS-Chefkritiker Christoph Petersen in seiner Kritik festhielt, ein aussagekräftiges Werk „ohne jedes Blockbuster-Brimborium, aber dafür mit der vollen Konzentration auf das, was wirklich zählt.“
Und wenn ihr nicht nur auf der Suche nach einer finsteren Dystopie seid, sondern auch nach Horror, der unter die Haut geht – dann ruft unser folgender Heimkino-Tipp nach euch!
"Ich habe noch nie einen furchteinflößenderen Film gesehen": Horror-Sensation feiert 4K-Premiere im HeimkinoFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.