Wer an Dino-Filme denkt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem Steven Spielbergs „Jurassic Park“ und das daraus hervorgegangene Milliarden-Franchise im Kopf. Doch auch Disney ließ die prähistorischen Monster einst auf der Leinwand wiederauferstehen: Vor 26 Jahren kam mit „Dinosaurier“ der 39. abendfüllende Animationsfilm des Mäusehauses in die Kinos, der in der langen Geschichte des Studios noch immer eine Ausnahmestellung einnimmt.
Im Zentrum von „Dinosaurier“ steht das Iguanodon-Männchen Aladar, das als Waise auf einer paradiesischen Insel unter Lemuren aufwächst. Nach einem Meteoriteneinschlag muss er mit seiner Primaten-Familie fliehen und schließt sich einer erschöpften Herde von Sauriern an. Gemeinsam suchen sie ein sagenumwobenes Tal, das Rettung vor der drohenden Vernichtung verspricht. Dabei muss sich Aladar nicht nur gegen Raubtiere behaupten, sondern auch gegen die gnadenlose Hierarchie innerhalb der Herde.
Im Jahr 2000 sind aufwändige Blockbuster wie „Mission: Impossible II“ oder „Gladiator“ erschienen. Doch der mit einem Budget von 128 Millionen US-Dollar teuerste Film des Jahres war „Dinosaurier“. Kein Wunder, handelte es sich bei dem von Eric Leighton und Ralph Zondag inszenierten Survival-Epos doch zumindest auf technischer Ebene um ein bahnbrechendes Werk, das die Grenzen zwischen Animation und Realität verwischen sollte.
Zunächst schickten die Disney Studios ganze Kamerateams auf eine Reise rund um den Globus – von Venezuela über Samoa bis hin zu Australien –, um echte Naturaufnahmen als Fundament zu nutzen. In diese realen (und äußerst beeindruckenden) Landschaften wurden die digitalen Urzeitriesen erst nachträglich hineingepflanzt. Zusätzlich wurden die Animationen aus dem Computer um zahlreiche physische Effekte ergänzt, darunter auch reale Explosionen.
Diesem bis heute singulären visuellen Spektakel lag eine logistische Mammutaufgabe zugrunde: Sechs Jahre lang tüftelten 350 Mitarbeiter*innen unaufhörlich an dem Projekt. Um die (sprechenden) Dinos so lebensecht wie möglich wirken zu lassen, mussten 550 Computer rund 3,2 Millionen Rechenstunden bewältigen – eine für die damalige Zeit schier unvorstellbare Rechenleistung.
"Dinosaurier" war ein voller Erfolg – und ist trotzdem in Vergessenheit geraten!
Am Ende zahlte sich dieser Aufwand aus: Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 349 Millionen US-Dollar landete „Dinosaurier“ auf dem fünften Platz der umsatzstärksten Filme des Jahres (vor Hits wie „Der Grinch“ oder „X-Men“). Zudem legte er den bis dahin drittbesten Kinostart einer Disney-Produktion hin – nach „Der König der Löwen“ und „Toy Story 2“. Allein in Deutschland sahen ihn rund 3,5 Millionen Zuschauer*innen.
Vor diesem Hintergrund ist es auf den ersten Blick erstaunlich, dass „Dinosaurier“ mittlerweile eher ein Schattendasein fristet. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass der Film heute vor allem als ambitioniertes Übergangswerk wahrgenommen wird. Der hybride Ansatz aus fotorealistischen Landschaftsbildern und (frühen) digitalen Kreationen war ein interessantes Experiment, doch der daraus resultierende optische Kontrast sorgt auch dafür, dass das Urzeit-Abenteuer nicht optimal gealtert ist – und etwa zeitgleich entstandene Animationswerke wie „Die Monster AG“ und „Shrek – Der tollkühne Held“ die Zeit deutlich besser überdauert haben.
Ein anderer Zeichentrickfilm aus dem Hause Disney war Anfang der 1990er-Jahre ein Erfolg – konnte sich aber ebenfalls nicht langfristig im kollektiven Gedächtnis halten. Um welchen Titel es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Jedes Kind der 90er ist mit diesem Film aufgewachsen – doch 35 Jahre später erinnern sich nur wenige daran!FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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