Jedes Kind der 90er hat diesen Film gesehen – es ist das einzige Kino-Abenteuer eines der beliebtesten Disney-Helden!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 31 Jahren kam das erste Kino-Abenteuer einer der beliebtesten Disney-Figuren ins Kino. Kinder der 90er haben ihn mit großer Wahrscheinlichkeit gesehen, doch zumindest in Deutschland ist der Film heute völlig in Vergessenheit geraten!

Man muss nicht viel miteinander gemein haben, nur weil man derselben Generation angehört. Und doch existieren gerade in der Kindheit und frühen Jugend bestimmte kulturelle Bezugspunkte, die eine gemeinsame Erinnerungswelt erschaffen. Für die sogenannten Kinder der 90er gilt das sogar noch einmal ganz besonders. Schließlich stand das Internet noch am Anfang, wodurch der Zugang zu Informationen deutlich begrenzter war als heute und etwa lineares Fernsehen eine übergeordnete Bedeutung hatte. Zugleich waren physische Heimmedien bereits eine Selbstverständlichkeit, sodass man seine Lieblingsfilme jederzeit und immer wieder zu Hause auf VHS oder DVD erleben konnte.

Ich zum Beispiel habe immer mir immer wieder „Die Schöne und das Biest“ und andere Disney-Zeichentrickfilme geschaut, später liefen dann etwa Robin-Williams-Hits wie „Mrs. Doubtfire“ oder „Jumanji“ rauf und runter. „Kevin – Allein zu Haus“ war natürlich ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Doch natürlich konnte sich nicht jeder Titel gleichermaßen tief ins Gedächtnis brennen – so ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass nicht nur ich, sondern auch die meisten andern in etwa gleichaltrigen Kinder damals „Balto“, „Däumeline“ oder „Bernard & Bianca im Känguruland“ gesehen haben. Doch die drei genannten Filme (und zahlreich weitere) haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind mit der Zeit in Vergessenheit geraten.

Ein solcher Kandidat ist ganz sicher auch „Der Goofy Film“ – und das, obwohl es sich bei dem im Jahr 1995 erschienenen Animations-Abenteuer um den einzigen Langspielfilm-Leinwand-Auftritt des weltberühmten Comic-Tollpatschs handelt (sieht man mal von einem Cameo in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ ab). Zwar hat der Film in den USA in den vergangenen Jahren noch einmal einen regelrechten Hype erlebt – befeuert nicht zuletzt durch die 2025 erschienene Disney+-Dokumentation „Not Just A Goof“. Hierzulande fristet „Der Goofy Film“ dennoch weiterhin eher ein Schattendasein.

Der Goofy Film
Der Goofy Film
Starttermin 6. April 1995 | 1 Std. 20 Min.
Von Kevin Lima
Mit Bill Farmer, Jason Marsden, Kevin Lima
User-Wertung
3,1
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Im Mittelpunkt des Films stehen Goofy und sein inzwischen pubertierender Sohn Max. Letzterer möchte nur eins: endlich cool sein – und sich dadurch von seinem liebenswürdigen, aber auch chaotisch-unbeholfenen Vater abgrenzen, der in seinen Augen einfach nur peinlich ist. Vor allem hofft er, endlich die Aufmerksamkeit seiner Mitschülerin Roxanne zu bekommen, in die er heimlich verliebt ist.

Um Eindruck zu schinden, behauptet Max kurzerhand, er werde beim großen Konzert des angesagten Popstars Powerline auftreten. Doch bevor er seinen ohnehin nicht besonders realistischen Plan in die Tat umsetzen kann, beschließt Goofy, die Beziehung zu seinem Sohn zu stärken, indem er ihn zu einem gemeinsamen Roadtrip quer durch die USA mitnimmt. Das kann natürlich nur schiefgehen – oder doch nicht?

„Der Goofy Film“ knüpft an die Serie „Goofy und Max“ an, die zuvor im Disney-Nachmittagsprogramm lief. Einige Figuren und Schauplätze wurden direkt aus der Serie übernommen, und auch der Zeichenstil unterscheidet sich deutlich von den großen Disney-Kinoproduktionen jener Zeit.

Statt der aufwändig umgesetzten Mythen- und Märchenwelten von Blockbustern wie „Der König der Löwen“ oder „Aladdin“ knüpft der Film (genau wie ein anderes 90er-Jahre-Abenteuer aus dem Mäusehaus) visuell stärker an die Ästhetik der damaligen Fernsehserien an. Vielleicht liegt es daran, dass die vom späteren „Verwünscht“-Regisseur Kevin Lima inszenierte Mischung aus Roadmovie und Vater-Sohn-Komödie trotz eines soliden Abschneidens an den Kinokassen hierzulande etwas aus dem Blickfeld verschwunden ist.

Immerhin ist Goofy so der bis heute einzige Entenhausener, der je einen eigenen abendfüllenden Kinofilm spendiert bekommen hat – auch wenn seine Heimatstadt, die er sich zumindest in den deutschsprachigen Comics sowohl mit Donald Duck als auch mit Micky Maus teilt (im Englischen teilt sich der Ort in Duckburg und Mouseton auf), in „Der Goofy Film“ keine Rolle spielt. Habt ihr euch übrigens schon mal gefragt, warum Goofy eigentlich sprechen kann – und Pluto nicht? Im folgenden Artikel bekommt ihr die Antwort:

Warum kann Goofy eigentlich sprechen und Pluto nicht? Synchronsprecher löst eines der größten Disney-Mysterien

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