Der King of Pop, Michael Jackson, verkaufte über 400 Millionen Tonträger, absolvierte den womöglich ikonischsten „Wetten, dass..?“-Auftritt der Geschichte und ist 17 Jahre nach seinem Tod wieder in aller Munde. Denn aktuell läuft das ihm gewidmete Biopic „Michael“ in den Kinos, das den ersten Akt seiner langen Karriere behandelt – die Zeit, zu der sich die Erfolge nicht mit Kontroversen und schwer verdaulichen Justizfällen abwechselten.
Von FILMSTARTS-Chefkritiker Christoph Petersen gab es für das sich als „ultimatives Lip-Sync-Spektakel“ präsentierende Showbiz-Drama solide drei Sterne, auch wenn er kritisiert, dass die „simpel gestrickte, aber mit unglaublichem Produktionsaufwand umgesetzte Leinwand-Hagiografie“ oft Ambivalenz und Ernsthaftigkeit missen lässt.
Jackson-Fans, die mit einer unkritischen Hommage an die Triumphe des Popsängers fein sind, müssen sich aber nicht mit reinem Mimikry begnügen. Wenige, ausgewählte Kinos zeigen derzeit wieder die Sci-Fi-Fantasy-Gangster-Musikcollage „Moonwalker“ von und mit Michael Jackson. Zudem ist „Moonwalker“ diese Woche erstmals in Deutschland ungeschnitten auf Blu-ray erschienen!
Das ist "Moonwalker"
Unter der Regie von Jerry Kramer, Jim Blashfield & Colin Chilvers und nach einem Skript, an dem sich unter anderem „Harry Potter und der Stein der Weisen“-Macher Chris Columbus, „Bonnie und Clyde“-Autor David Newman sowie Jackson höchstpersönlich beteiligten, stellt „Moonwalker“ eine sprunghafte Collage dar. Der rund 90 Minuten lange Film umfasst unter anderem Konzertmitschnitte, Karriereretrospektiven, einen sketchhaften Claymation-Realfilm-Mix und mehrere Passagen, in denen sich Jackson an der obsessiven Presse, übereifrigen Fans und Kritikern abarbeitet, sowie ein Remake des „Bad“-Musikvideos mit einer komplett minderjährigen Besetzung.
Herzstück von „Moonwalker“ ist eine Science-Fantasy-Erzählung mit stark überhöhter Gangsterfilm-Ikonografie, in der Jackson den kichernden, keine Scheu vor Nähe zeigenden Freund dreier Kinder spielt. Gegenseitig beschützen sie sich vor Verbrechern – unter anderem, indem sie oft seinen Namen rufen und er sich in ein Auto sowie einen Roboter verwandelt. Einige dieser Passagen sind vollkommen hanebüchen, egal wie man sie dreht und wendet. Andere sind unfreiwillig komisch oder ungewollt schaurig, wenn man sich die zahlreichen Anschuldigungen gegen Michael Jackson in Erinnerung ruft.
Warner Home Video / Plaion Pictures
Inmitten des Ganzen entbrennt die XXL-Fassung eines der beeindruckendsten Musikvideos aller Zeiten: In einer detailreichen, imposant-atmosphärischen Spelunke im Stile von Gangsterfilmen der 1930er spielt sich der mit perfekt sitzenden Kostümen, stimmungsvoller Beleuchtung und faszinierenden Choreografien auftrumpfende „Smooth Criminal“-Clip ab – inklusive oft kopiertem, vermeintlich die Schwerkraft besiegendem Tanzschritt und verschachtelten Verneigungen vor Jacksons Vorbildern.
Denn das „Smooth Criminal“-Segment ist ästhetisch an das „The Girl Hunt Ballet“ in Vincente Minnellis „Vorhang auf!“ angelehnt, einer ausführlichen Tanzsequenz, in der sich Musicallegende Fred Astaire am Stil seines Kollegen Gene Kelly versucht. Zugleich imitiert Jackson einzelne Schritte, die zuvor Bob Fosse als Schlange in Stanley Donens Filmmusical „Der kleine Prinz“ zum Besten gab.
„Moonwalker“ ist alles in allem ein sehr fahriger, unfokussierter Film – allerdings auch gerade deshalb ein aussagekräftiges Dokument über Michael Jacksons Selbstbild und daher ein Pflichttitel für Fans (und alle, die das „Smooth Criminal“-Segment in bester Qualität haptisch besitzen wollen).
Ganz absichtlich unschmeichelhaft wird mit Michael Jackson derweil in einer kommenden Komödie umgegangen...
Der neue "Scary Movie 6"-Trailer zieht den kommenden Megahit "Michael" gnadenlos durch den KakaoFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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