Mit einem satten Budget für „Desert Warrior“ wollte Saudi-Arabien zeigen, dass man große Kino-Epen auf dem Niveau von Hollywood-Blockbustern für den amerikanischen Markt machen kann. Dafür holte man sich auch reichlich Expertise aus der Traumfabrik – allen voran eine Crew um „Planet der Affen: Prevolution“-Regisseur Rupert Wyatt sowie Stars wie Anthony Mackie, Ben Kingsley und Sharlto Copley an der Seite der saudi-arabischstämmigen Schauspielerin Aiysha Hart.
Doch schon die Produktion geriet zum Fiasko. Mitten in den Drehvorbereitungen 2020 machte die Corona-Pandemie den ursprünglichen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2021 konnte dann gedreht werden, doch damit waren die Probleme nicht vorbei. Zwischenzeitlich verließ wohl Regisseur Wyatt das Projekt aufgrund kreativer Differenzen. Die Filmeditorin Kelley Dixon („Black Panther: Wakanda Forever“) hatte schließlich den Auftrag, „Desert Warrior“ fertigzustellen. Das Budget explodierte laut Berichten von ursprünglich geplanten 70 Millionen Dollar auf 150 Millionen Dollar. Zwischenzeitlich gab es trotzdem Gerüchte, dass das Abenteuer-Epos nie erscheinen wird.
Die haben sich zumindest nicht bewahrheitet. Im Herbst 2025 feierte „Desert Warrior“ durchaus überraschend seine Premiere beim Zürich Film Festival. Hierzulande lief er gerade an den beiden vergangenen Wochenenden auf den Fantasy Filmfest Nights in mehreren deutschen Städten und in den USA stand jetzt der große Kinostart an. Der geht aber als kolossaler Flop in die Geschichte ein.
Niemand wollte "Desert Warrior" sehen
Laut dem auf US-Einspielergebnisse spezialisierten Portal Box Office Mojo wurden trotz eines landesweiten Kinostarts in den USA gerade einmal 487.848 Dollar Einnahmen für den 150 Millionen Dollar teuren Film verzeichnet. Jedes der knapp über 1.000 Kinos, das den Wüsten-Actioner zeigte, nahm im Schnitt gerade einmal 483 Dollar ein. Das ist ein katastrophal niedriger Wert und zeigt, dass kaum jemand für „Desert Warrior“ in Nordamerika ins Kino ging.
Auch in Saudi-Arabien und weiteren Ländern der Region, wo es am vergangenen Wochenende parallel den Kinostart gab, soll das Interesse gering gewesen sein. Größtenteils fehlen aktuell noch verlässliche Zahlen, aber aus Saudi-Arabien vermeldet Box Office Mojo Einnahmen von gerade einmal 29.660 Dollar und den 14. Platz in den Kinocharts. Das ist eine sensationell miese Performance im eigenen Produktionsland.
Darum geht es in "Desert Warrior"
Arabien, vor 1.500 Jahren: Die Stämme der Halbinsel stehen vor der Invasion durch das Sassaniden-Reich. Als der Herrscher Kisra (Ben Kingsley) die Auslieferung der Prinzessin Hind (Aiysha Hart) für seinen Harem fordert, widersetzt sich ihr Vater, König Numan. Gemeinsam mit einem geheimnisvollen, namenlosen Krieger (Anthony Mackie) fliehen sie in die unerbittliche Wüste, verfolgt vom grausamen Söldner Jalabzeen (Sharlto Copley). Auf der Flucht versucht Hind, die zerstrittenen Stämme zu vereinen, um gemeinsam für die Freiheit und gegen Tyrann Kisra zu kämpfen.
In der FILMSTARTS-Kritik gibt es 3 von 5 Sternen für das Abenteuer-Epos. Die feministische Story wirkt zwar etwas aufgesetzt, doch „vor allem im letzten Drittel findet das bildgewaltige Wüstenabenteuer dann noch zu einer epischen Größe und überzeugt so zumindest auf den letzten Metern als eindrucksvoller Abenteuerfilm“, heißt es im Fazit der Kritik von Michael Meyns.
Wann „Desert Warrior“ regulär in Deutschland erscheint, ist noch nicht bekannt. Einen deutschen Verleih gibt es aber bereits, sodass wir noch mit einer Veröffentlichung im Laufe des Jahres 2026 rechnen.
Ein anderer Film, der zwar auch mit bewegter Produktionsgeschichte, zahlreichen Änderungen und einem explodierenden Budget für Schlagzeilen sorgte, ist derweil gerade ein riesiger Erfolg an den Kinokassen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
"Oppenheimer" & "Bohemian Rhapsody" geschlagen: Rekord-Start für "Michael" an den weltweiten KinokassenFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.