Verdingte er sich in den 1990ern bereits erfolgreich als Musikvideo-Regisseur, entwickelte sich Yorgos Lanthimos nach der Jahrtausendwende mit Filmen wie „Dogtooth“ und „The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte“ zum Meister des Surrealen. Nicht immer wusste man genau einzuordnen, was man da gerade gesehen hatte – doch gelang es dem gebürtigen Griechen immer wieder auf außergewöhnliche Weise, mit seinen absurden Geschichten tief in die menschliche Psyche vorzudringen. Sowie schließlich auch ins Rampenlicht Hollywoods.
Mit dem für zehn Oscars nominierten Historien-Drama „The Favourite - Intrigen und Irrsinn“ kam er nicht nur ganz oben an in der Traumfabrik, sondern fand in Emma Stone („La La Land“) auch so etwas wie seine Muse – die sein Œuvre seither prägt. Die beiden bescherten uns anschließend mit „Poor Things“ eines der Kino-Highlights 2023, bevor 2024 auch schon „Kinds Of Kindness“ folgte. Ende Oktober 2025 kam mit „Bugonia“ nun der jüngste Geniestreich von Yorgos Lanthimos und Emma Stone in die Kinos – und damit auch ihr vorerst letzter.
„Bugonia“ ist ab sofort Teil des Flatrate-Programms von WOW:
Alternativ ist der Film bei den üblichen Anbietern auch weiterhin als kostenpflichtiges Video-on-Demand* verfügbar. DVD und Blu-ray* sind natürlich ebenfalls zu haben. Und dann heißt es vorerst Abschied nehmen. Denn nachdem Lanthimos in den vergangenen Jahren praktisch ohne Pause arbeitete, kündigte der Regisseur kürzlich an, sich nach „Bugonia“ erst einmal zurückziehen zu wollen:
"Ich brauche eine Pause": Meisterregisseur bringt nächste Woche seinen vielleicht letzten Film für eine lange Zeit ins KinoTatsächlich hat Lanthimos momentan (und zum ersten Mal seit geraumer Zeit) kein einziges Projekt in der Pipeline. Ganz untypisch ist diese Vorgehensweise für den Filmemacher allerdings nicht, legte er in der Vergangenheit doch immer wieder kreative Schaffenspausen ein – etwa vor „Poor Things“. So bedauernswert es also auch sein mag, dass sich ein so außergewöhnlicher Geschichtenerzähler zurückzieht: Dass Lanthimos das Filmemachen an den Nagel hängt, müssen wir erst einmal wohl nicht befürchten.
"Bugonia": Nachholen lohnt sich!
An den Kinokassen spielte „Bugonia“ leider keine allzu große Rolle – weder in Deutschland noch im Rest der Welt war der Mix aus Sci-Fi-Irrsinn, Entführungsthriller und pechschwarzer Komödie von Erfolg gekrönt. Doch das Nachholen lohnt sich – auch für Fans von Remakes, die sich auf neues Terrain wagen. Schließlich basiert der Film auf dem koreanischen Kult-Hit „Save The Green Planet!“.
„Das anarchische Original war vor allem durchgeknallt und völlig over the top, im Remake versucht Yorgos Lanthimos hingegen viel stärker, zugleich auch noch etwas über den (in seinen Augen wohl gar nicht guten) Zustand unserer Welt zu sagen – vom Klimawandel bis zum Verschwörungswahn“, fasst FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen so etwa in der FILMSTARTS-Kritik zusammen. Am Ende gab es für das nicht zuletzt auch von Emma Stone sowie Jesse Plemons („Civil War“) getragene Alien-Verschwörungs-Abenteuer mehr als respektable 4 von 5 möglichen Sternen.
Das ist die Story
Michelle (Emma Stone) ist CEO eines pharmazeutischen Chemie-Konzerns – und hat nicht nur einen von vorne bis hinten durchgeplanten Alltag, wie man es von Manager*innen auch erwarten würde. Sie riskiert im Zuge der Erprobung von neuen Medikamenten auch, dass dabei Menschen zu Schaden kommen könnten. Menschen wie Sandy (Alicia Silverstone). Blöd nur, dass deren Sohn Teddy (Jesse Plemons) etwas für Verschwörungstheorien übrig hat – und davon überzeugt ist, dass Michelle eine Außerirdische ist. Also fasst er kurzerhand den Entschluss, die Firmenchefin zu entführen...
Eine längst nicht so bekannten, allerdings großartigen Film von Yorgos Lanthimos empfehlen wir euch im folgenden Artikel:
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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